Oldtimer-Rundfahrt

„Transportheld“ aus dem MK im Oldtimer-Möbelwagen auf Achse

Christel und Gerd Schlotmann aus Dresel – hier auf einem Foto aus dem Jahr 2018 – haben auch in diesem Jahr an der Tour für historische Nutzfahrzeuge teilgenommen. Im Hintergrund der Mercedes LP 1313 (Baujahr 1968), der während der fünftägigen Fahrt durch Niedersachsen alle Annehmlichkeiten zum Wohnen, Schlafen, Kochen und WC-Anlage zu bieten hatte.
+
Christel und Gerd Schlotmann aus Dresel – hier auf einem Foto aus dem Jahr 2018 – haben auch in diesem Jahr an der Tour für historische Nutzfahrzeuge teilgenommen. Im Hintergrund der Mercedes LP 1313 (Baujahr 1968), der während der fünftägigen Fahrt durch Niedersachsen alle Annehmlichkeiten zum Wohnen, Schlafen, Kochen und WC-Anlage zu bieten hatte.

In einem 50 Jahre alten Möbelwagen hat ein Ehepaar an der Deutschlandfahrt für historische Nutzfahrzeuge teilgenommen - nicht zum ersten Mal. Eigentlich hatte es nach Frankreich gehen sollen, wegen der Corona-Pandemie führte die Tour dann aber nach Niedersachsen.

Werdohl - Unter dem Motto „Danke an die Transporthelden“ fand vor kurzem die alle zwei Jahre neu aufgelegte und damit inzwischen 17. Deutschlandfahrt für historische Nutzfahrzeuge statt, die allerdings nicht nur im Bundesgebiet ihre Ziele suchte, sondern zuletzt auch im Ausland – wie etwa 2018 in Schweden. Mit auf der Tour – und das mittlerweile seit rund 30 Jahren: Gerd Schlotmann aus Dresel, der 1988 erstmals rund um Castrop-Rauxel an den Start ging und aktuell bereits zum 15. Mal mit seinem Oldtimer die vorgegebenen Ziele ansteuerte.

In diesem Jahr war ursprünglich die Gegend rund um Clermont-Ferrand in Frankreich – auf einer Ebene von der meilenweit entfernten Metropole Lyon – angepeilt. Daraus freilich wurde nichts. Der Covid-19-Pandemie war das geschuldet, wie es Joachim Fehrenkötter als Organisator und Sohn des Rundfahrt-Begründers Robert Fehrenkötter in einem Grußwort formulierte. Das Motto der Rundfahrt sollte – wie es in dem Text für die Teilnehmer heißt – „die Einsatzbereitschaft der Transport- und Logistikbranche würdigen“. Von Heldenrolle und Wertschätzung war die Rede – und: Ganz in der Tradition der Fernfahrer aus den vergangenen Jahrzehnten haben sie nicht lamentiert, sondern haben angepackt und sind losgefahren, so Fehrenkötter.

Und losfahren war auch das Stichwort für Gerd Schlotmann (72), der die Tour einmal mehr mit seiner Ehefrau Christel unternommen hat. Statt in die Region Auvergne-Rhône-Alpes führte es das Paar mit seinem bewährten Daimler-Benz LP 1313 mit Ackermann-Möbelaufbau (Baujahr 1968) gemeinsam mit den 63 weiteren Startern auf historischen Nutzfahrzeugen nach Niedersachsen. Die meisten Teilnehmer übernachteten in ihren Lastwagen, wie auch das Brummi-Paar aus Dresel. „Nur einige wenige waren Hotelschläfer“, berichtete Schlotmann.

Wir haben auf dieser Tour natürlich viele Teilnehmer getroffen, die auch schon bei diversen anderen Fahrten dabei waren.

Gerd Schlotmann, „Brummi-König“ aus Werdohl

Ausgangspunkt der Sympathie-Werbung für historische Lastwagen war Viddelhövede mit einer Visite bei der Unternehmensgruppe Hoyer. Von dort führte die rund 500 Kilometer lange, an fünf Tagen bewältigte Strecke über Einbeck, Spelle und Ladbergen. Verbunden damit waren Besuche in einem Motorrad-Automobil-Museum, in einer Maschinenfabrik und einem Logistik-Unternehmen.

„Wir haben auf dieser Tour natürlich viele Teilnehmer getroffen, die auch schon bei diversen anderen Fahrten dabei waren“, berichtet Gerd Schlotmann, der ein großes Herz für alte Nutzfahrzeuge hat. Die liebt er, solange er denken kann, und dafür lebt er natürlich auch. Immerhin mehr als ein Dutzend Oldtimer stehen auf dem Hof des heimischen Transportunternehmens – alle im Einsatz, zumeist mit den nach wie vor gültigen Original-Kennzeichen.

Neues Modell aus dem Schlotmann-Fuhrpark

Der mitunter auch als „Brummi-König“ bezeichnete Oldtimer-Liebhaber konnte zwar nicht von so vielen Schaulustigen an der Strecke berichten wie etwa in Schweden, doch Interesse fand der Lkw-Tross trotz allem – nicht zuletzt auch wegen der Fahrzeuge, die etliche Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Dazu gehörte zweifelsfrei ein Opel Blitz aus dem Jahr 1943, ein Krupp Titan oder die Mercedes-Lkw L3500 und L 6600 (alle drei aus dem Jahr 1952). Historische Reisebusse (1954,1958), ein Austin Van von 1967, ein Magirus Deutz Mercur 125 (1960) oder ein VW-Bulli mit getrennter Frontscheibe (1965) sind nur ein kleiner Auszug aus dem Aufgebot an historischen Fahrzeugen.

Und eines sei am Schluss noch festgehalten: Die Firma Wiking aus Lüdenscheid bereitet sich darauf vor, ein weiteres Modell aus dem Schlotmann-Fuhrpark herauszubringen. Erste Vermessungen an einem Fahrzeug durch Vertreter des Unternehmens haben bereits stattgefunden. Um welches Gefährt es sich dabei handelt, hat der „Bummi-König“ noch nicht verraten – und auch der Termin, wann dieses Modell auf den Markt kommen wird, blieb vorerst offen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare