Glücksfall

Transportband-Hersteller kauft ehemaliges Autohaus

Ein Mitarbeiter bei der Firma Bienefeld bereitet die Enden eines Bandes für die Verklebung zu einem Endlosband vor. Im Betrieb von Stefan Cordes an der Ütterlingser Straße wird noch sehr viel mit der Hand gearbeitet. Sondermaschinen unterstützen die Produktion, wo es geht.
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Ein Mitarbeiter bei der Firma Bienefeld bereitet die Enden eines Bandes für die Verklebung zu einem Endlosband vor. Im Betrieb von Stefan Cordes an der Ütterlingser Straße wird noch sehr viel mit der Hand gearbeitet. Sondermaschinen unterstützen die Produktion, wo es geht.

Wo bis vor kurzem noch Autos repariert wurden, sollen schon bald wichtige Komponenten für Förder- und Antriebsanlagen produziert werden. Die Produkte begegnen jedem beim (fast) täglichen Einkauf.

Werdohl ‒ Die Firma Bienefeld an der Ütterlingser Straße 20 hat das schräg gegenüber liegende ehemalige Toyota-Autohaus übernommen. Als Bienefeld-Chef Stefan Cordes von dem geplanten Verkauf des Gebäudes in dieser Zeitung las, lief er schnell über die Straße, um mit Eigentümer José Rodriguez in Verhandlungen zu treten.

Bienefeld stellt im markanten Natursteingebäude Transportbänder sowie Riemen aller Art her. Dem Unternehmen mit 25 Mitarbeitenden geht es gut. Die Bänder und Riemen werden auch an Logistikunternehmen zur Paketbeförderung verkauft, dieser Markt boomt zu Corona-Zeiten. Ein großer Abnehmer von riesigen Bändern ist ein Spanplattenwerk. Laufbänder für Supermarktkassen werden in Ütterlingsen hergestellt. Cordes und sein Team haben viele Kunden in allen Branchen. „Wir sind eine Manufaktur“, beschreibt Cordes den großen Anteil an Handarbeit bei der Konfektionierung von Bändern und Riemen. Rund 400 verschiedene Bandtypen werden auf die Kundenwünsche angepasst. Arbeitsschritte sind ablängen, verschweißen und schleifen.

Teil-Umzug nach Rosmart

Weil es am Firmensitz an der Ütterlingser Straße 20 schon immer recht beengt war, mietete Cordes 2013 eine Halle an der Schlacht an, in der vorher ein Fitnessstudio untergebracht war. Dort wurde das Werk II eingerichtet und sechs Jahre lang produziert. Als ihm das Gebäude gekündigt wurde, stand Cordes unter Zeitdruck. Innerhalb kürzester Zeit brauchte er neue Räume. Er wurde auf Rosmart fündig, dort hatte der Sanitär- und Heizungsbetrieb Fischer eine Halle geplant. Cordes griff zu und konnte noch beim Bau der Halle mitwirken. 2019 wurde die Produktion von der Schlacht in die gemietete Halle nach Rosmart verlagert. Cordes betreibt auch ein Lager bei EU-Fahrzeuge Albrecht, ebenfalls in Ütterlingsen. Das Lager soll als erstes in den Neuerwerb umziehen.

Rückverlagerung nach Ütterlingsen

Der Verkauf des ehemaligen Toyota-Autohauses fiel Cordes plötzlich vor die Füße. Die Gebäude mit den Hausnummern 19 und 21 sollen nach dem Umbau in den nächsten Jahren die Produktion aus Rosmart übernehmen, dann gibt es auch genug Parkplätze für alle Mitarbeitenden. Der Firmenstandort soll komplett in Ütterlingsen zusammengeführt werden, das spart Wege.

Bienefeld-Chef Stefan Cordes zeigt einen Bauplan des ehemaligen Autohauses.

Mit dem Umbau des 1911 als „Eisengießerei und Maschinenfabrik“ errichteten Gebäudes wird Cordes noch einige Zeit zu tun haben. 1950 und 1982 gab es Erweiterungen, die die ursprüngliche Jugendstil-Schönheit verschwinden ließen.

Ein waschechter Werdohler Junge

Der 54-jährige Cordes ist ein waschechter Werdohler Junge, der seit einigen Jahren mit Familie in Hagen wohnt. Cordes’ Vater war ein Freund des mittlerweile verstorbenen Martin Bienefeld, auf diesem Wege ging eines Tages die Frage an Cordes, ob er die Firma übernehmen wolle.

Cordes zeigt ökologisches Bewusstsein und verweist auf das Nachbargrundstück, das an Kleingärtner vergeben ist – mit der Auflage, die Fläche zu bewirtschaften und ab und zu einen Beutel mit frischem Gemüse reinzureichen. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage mit zehn kW Sonnenstrom für die Firma installiert, Cordes fährt seit einiger Zeit einen E-Golf. Ganz neu im Fahrzeugpark ist der wohl erste rein elektrisch betriebene Kleintransporter in Werdohl, ein Fahrzeug von Opel/PSA.

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