Tränen beim Abschied von Zugführer Bernd Schlotmann

Handschlag unter Freunden: Bernd Schlotmann (2.v.l.) wird nach 41 Jahren im Feuerwehrdienst von seinem Nachfolger Georg Koch verabschiedet. Zum stellvertretenden Zugführer Stadtmitte wurde Christof Niggemann (r.) von Stadtbrandmeister Theile (l.) bestellt.

Werdohl - Ein Leben ohne die Feuerwehr ist für Bernd Schlotmann kaum vorstellbar. 41 Jahre lang war er zur Stelle, wenn seine Hilfe gebraucht wurde. Doch nun hat er die Altersgrenze erreicht. Am Samstag wurde der Zugführer des Löschzugs Stadtmitte in die Ehrenabteilung verabschiedet. Ein emotionaler Moment, bei dem auch ein paar kleine Tränen flossen.

Dabei sollte der Abschied des Zugführers eigentlich nicht im Mittelpunkt der Jahresdienstbesprechung stehen, denn Schlotmann hatte seinen offiziellen Abschied für den Kameradschaftsnachmittag im Festsaal Riesei geplant. Doch wenn jemand seit 18 Jahren einen Zug führt, dann geht er nicht einfach so in den Ruhestand.

„Bernd, Du stehst wie kein anderer für die Feuerwehr Werdohl“, sagte sein Stellvertreter Georg Koch. Für ihn sei Schlotmann weit mehr als ein Kamerad. Über die Jahre sei er auch ein Freund geworden. „Auch, wenn Du manchmal angeeckt bist, es waren doch immer die richtigen Entscheidungen für unsere Wehr“, sagte Koch weiter. Schlotmann war sichtlich bewegt von den Worten seines Freundes und Nachfolgers. Und auch unter den anderen Kameraden machte sich sichtlich Abschiedsschmerz breit.

Eigentlich sollten Einsatzzahlen, Ehrungen und Beförderungen im Mittelpunkt der Versammlung stehen. Auf die kam Schlotmann natürlich bei seinem letzten Jahresbericht auch zu sprechen. Der Löschzug besteht derzeit aus 41 Feuerwehrmännern und zwei Feuerwehrfrauen. Die Ehrenabteilung zählt 18 Kameraden.

Die aktiven Mitglieder hatten einen vollen Terminkalender. Darauf standen beispielsweise zwölf Übungen. An denen nahmen 77,48 Prozent aller Mitglieder teil. Besonders fleißig waren Marco Jünschke, Georg Koch, Daniel Moses und Frank Müller. Sie waren nämlich bei jeder Übung dabei. Lediglich eine Übung verpassten Edo Höft, Kevin Klein, Daniel Lienkämper, Thorsten Lienkämper, Carsten Rohrbach, Bernd Schlotmann, Daniel Schwen und Heinz Jürgen Tremblau. Der Zugführer zeigte sich erfreut über die hohe Beteiligung an den Übungen: „Denn nur derjenige Kamerad kann ein guter Feuerwehrmann sein, der im Einsatz mit dem uns zur Verfügung stehenden Handwerkszeug richtig, sicher und schnell umgehen kann.“

Und Einsätze gab es im vergangen Jahr mehr als genug. Insgesamt 135 Mal rückten die Kameraden aus. Hinzu kamen noch vier Sicherheitswachen. Zu den spektakulärsten Einsätzen zählten sicherlich der Firmenbrand in Küntrop, ein Wohnhausbrand, der Chemieunfall bei Vossloh und der Firmenbrand in der Plettenberger Innenstadt. Hinzu kamen zahlreiche Unfälle. Unzählige kleinere und größere Ölspuren wurden abgestreut, hilflose Menschen aus ihren Wohnungen befreit und immer wieder rückte die Wehr auch aufgrund von Brandmeldeanlagen aus. Spitzenreiter bei dieser Art von Alarm war die Stadtklinik. Insgesamt sechs Mal wurde dort Alarm ausgelöst. Gebrannt hatte es dort allerdings kein einziges Mal. Insgesamt sieben Mal ging es zum Bahnhof. Dort steckten Menschen im Aufzug fest. „Ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass diese doch die meiste Zeit auf Störung stehen“, merkte Schlotmann an.

Stadtbrandmeister Manfred Theile konnte im Anschluss an die Berichte noch einige Ernennungen und Beförderungen aussprechen. Georg Koch wurde Brandoberinspektor und zeitgleich zum neuen Zugführer ernannt. Kassierer Christof Niggemann wurde zum neuen stellvertretenden Zugführer ernannt. Mike Sommer wurde zum Oberbrandmeister befördert, Daniel Schwen zum Brandmeister und Jens Bürger zum Unterbrandmeister. Naomi Bogdahn darf sich künftig Oberfeuerwehrfrau nennen und ihr Kamerad Florian Sommer Oberfeuerwehrmann. Benjamin Moses Lange wurde zum Feuerwehrmann befördert.

Von Lydia Machelett

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