Silvestersänger ziehen durch das obere Versetal

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Die Silvestersänger zogen zum 135. Mal durch das obere Versetal, um den Menschen traditionell as alte Jahr ab- und das neue Jahr anzukündigen.

WERDOHL - Für eine gern geübte Tradition ist am Dienstagnachmittag und frühen Abend ein weiteres Kapitel geschrieben worden. Zum 135. Mal zogen die Silvestersänger durch das obere Versetal, um den Menschen das alte Jahr ab- und das neue Jahr anzukündigen.

Rund 20 Männer machten sich – aufgeteilt in Gruppen – auf den Weg, um an den Türen in Altenmühle, im Rotenhohl sowie in Bärenstein und in der Borbecke zu klingeln, um die Menschen dort mit ihrem Gesang zu erfreuen. Der jüngste Aktive war Marcel Nodes mit gerade einmal zwölf Jahren; der Älteste im Bunde war Heinz Bendick mit 78 Lenzen.

Und wo auch immer sie sich seit der Gruppeneinteilung in der Gaststätte Altenmühle im Laufe der folgenden zweieinhalb Stunden vorstellten: Immer wieder erklang nur das eine Lied: „Das alte Jahr vergangen ist. Wir danken dir, Herr Jesus Christ, dass du in mancherlei Gefahr uns behütet hast in diesem Jahr. Guten Abend in diesem Haus. Wir wünschen euch, euch wünschen wir ein glückseliges neues Jahr. Prost Neujahr!“

Natürlich hat diese Aktion, die sich in der Gründerzeit der Silvestersänger schon mal bis kurz vor oder auch weit über den Jahreswechsel hinaus hinziehen konnte, auch einen Zweck. Neben dem einen oder anderen kleinen Getränk, das den Sangesbrüdern angeboten wurde, sind auch Geldspenden für den ebenfalls traditionellen Wurstrummel gesammelt und bereits Anmeldungen für diesem Abend entgegengenommen worden. Jeder, so beschrieb es Manfred Kehr im Vorfeld, „gibt, soviel er mag oder kann“. Das war diesmal nicht anders. Erwarten können die Wirtsleute Eugen und Heidi Brüchle in der Gaststätte Altenmühle um die 100 Teilnehmer.

Stattfinden wird dieser Wurstrummel am 18. Januar ab 19 Uhr – ein auch für Eugen und Heidi Brüchle markantes Datum, denn danach ist für sie Schluss. Ob die Gaststätte einen neuen Pächter bekommt oder nicht, ist derzeit aus Sicht des Wirtepaares offen. In jedem Fall werden beide noch einmal alles geben, um die Besucher zufrieden zu stellen – und dazu gehören natürlich auch 37 Kilogramm Mettwürstchen, 20 Kilo Sauerkraut mit weißen Bohnen sowie 30 Kilo Kartoffeln. Natürlich findet im Rahmen dieses gemütlichen Abends auch eine Verlosung statt, bei der es attraktive Preise zu gewinnen gibt.

Und gewiss werden an jenem 18. Januar auch Erinnerungen an „alte Zeiten“ ausgetauscht – etwa daran, dass der Aktionsradius einst bis nach Trempershof und zu den Bauernhöfen auf den Versetaler Höhen reichte. Mag sein, dass auch die Sprache darauf kommt, dass der Wurstrummel – seinerzeit noch im VDM-Saal in Bärenstein – allein den Männern vorbehalten war und die Frauen erst Eintritt in den Saal hatten, wenn alle gegessen hatten. - Rainer Kanbach

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