Tradition seit mehr als 140 Jahren: Silvestersänger im oberen Versetal

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Auch 2018 werden die Silvestersänger am letzten Tag des Jahres wieder durch das Versetal ziehen.

Werdohl - Eine seit inzwischen mehr als 140 Jahren geübte Tradition wird am 31. Dezember am Nachmittag und frühen Abend fortgesetzt. Dann nämlich werden die sogenannten Silvestersänger wieder durch das obere Versetal ziehen, um den Menschen das alte Jahr ab- und das neue Jahr anzukündigen.

Dabei richtet sich die Hoffnung darauf, dass sich diesmal wieder mehr als zuletzt gerade einmal eineinhalb Dutzend Aktive im Alter zwischen 20 und 80 Jahren – vor drei Jahren waren es sogar 25 Sänger – auf den Weg machen, um an den Türen in Altenmühle, im Rotenhohl sowie in Bärenstein, Fischersverse und in der Borbecke zu klingeln, um die Menschen dort mit ihrem Gesang zu erfreuen. Diese Tradition, so die Organisatoren, soll noch möglichst lange erhalten bleiben, denn sie gehört einfach zu den Menschen im oberen Versetal. 

Immer erklingt nur das eine Lied 

Und wo auch immer sie sich seit der Gruppen-Einteilung auf dem ehemaligen Schießstand des Versetaler Schützenvereins in Bärenstein im Laufe der folgenden Stunden vorstellen: Immer wieder erklingt nur das eine Lied: „Das alte Jahr vergangen ist. Wir danken dir, Herr Jesus Christ, dass du in mancherlei Gefahr uns behütet hast in diesem Jahr. Guten Abend in diesem Haus. Wir wünschen euch, euch wünschen wir ein glückseliges neues Jahr. Prost Neujahr!“ 

Die Organisatoren des Singens am Silvestertag im oberen Versetal hoffen für 2018 wieder auf eine bessere Beteiligung der Aktiven als im Vorjahr. Treffen für alle Interessierten ist wieder um 15 Uhr im ehemaligen Schießheim des Versetaler Schützenvereins.

Natürlich hat diese Aktion, die sich in der Gründerzeit der Silvestersänger schon mal bis kurz vor oder auch weit über den Jahreswechsel hinaus hinziehen konnte, jetzt aber nur noch bis gegen 19 Uhr dauern soll, auch einen Zweck: Neben dem einen oder anderen kleinen, hochprozentigen Getränk oder einem Schnittchen, das den Sängern an der Haustüre angeboten wird, werden auch Geldspenden für den ebenfalls traditionellen Wurstrummel gesammelt und bereits Anmeldungen für diesem Abend entgegengenommen. Jeder, so beschrieb es Manfred Kehr im Vorfeld, „gibt, soviel er mag oder kann“. 

Wurstrummel am 19. Januar 

Stattfinden wird dieser Wurstrummel am 19. Januar 2019 im Vereinsheim des Versetaler Schützenvereins in Altenmühle. Einlass ist ab 18 Uhr. Wer auch immer sich anmeldet, darf sich auf 35 Kilogramm Mettwürstchen sowie jeweils 20 Kilo Sauerkraut mit weißen Bohnen und Kartoffeln freuen. Im Rahmen dieses Abends findet auch eine Verlosung statt, bei der es mehrere Dutzend Preise zu gewinnen gibt. 

Und gewiss werden an jenem 19. Januar auch Erinnerungen an „alte Zeiten“ ausgetauscht – etwa an das 100-jährige Jubiläum, das seinerzeit vom WDR zum Anlass für eine Übertragung aus der Gaststätte Lenz in Bärenstein genommen wurde, oder daran, dass der Aktionsradius der Silvestersänger einstmals sogar bis nach Trempershof und hinauf zu den Bauernhöfen auf den Versetaler Höhen reichte. 

Früher nur den Männern vorbehalten 

Mag sein, dass auch die Sprache darauf kommt, dass der Wurstrummel – seinerzeit noch im VDM-Saal in Bärenstein – allein den Männern vorbehalten war und die Frauen erst Eintritt in den Saal hatten, wenn alle gegessen hatten. Aber das ist ja schon seit langen Jahren Vergangenheit...

Die Silvestersänger treffen sich am 31. Dezember um 15 Uhr im ehemaligen Schießheim des Versetaler Schützenvereins. Neue Sänger sind willkommen.

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