Psychologische Hilfe für Einsatzkräfte

Tödlicher Unfall auf der B236: Hergang ist geklärt

Auf der B 236 stießen im Bereich Höllmecke ein Motorrad und ein Lastwagen frontal zusammen.
+
Auf der B 236 stießen im Bereich Höllmecke ein Motorrad und ein Lastwagen frontal zusammen.

„Diese Bilder bleiben im Kopf" - Werdohls Feuerwehrleute wird der tödliche Motorrad-Unfall auf der B236 noch lange begleiten. Es gibt neue Informationen zum Hergang.

Werdohl - „Diese Bilder bleiben im Kopf, wir werden sicherlich noch einige Zeit brauchen, bis alles verarbeitet ist“, sagte Werdohls Wehrleiter Kai Tebrün im Gespräch mit der Redaktion am Tag nach dem tödlichen Unfall auf der Bundesstraße 236 im Bereich Höllmecke.

Dort war am Mittwoch gegen 17 Uhr ein 28-Jähriger mit seinem Motorrad auf die andere Fahrspur geraten, frontal mit einem Lastwagen zusammengestoßen

Durch die Wucht der Kollision wurde der Lüdenscheider von seiner Maschine bis in die Lenne geschleudert und war auf der Stelle tot. „Das Gutachten des Sachverständigen, der von der Staatsanwaltschaft zur Unfallstelle geschickt wurde, liegt natürlich noch nicht vor. Deshalb sagen wir nichts zur Unfallursache“, erklärte Marcel Dilling, Pressesprecher der Polizei, auf Anfrage der Redaktion. 

Motorrad kam aus Richtung Dresel

Ermittelt ist zumindest der Unfallhergang: Der Lüdenscheider kam aus Richtung Dresel, der Lastwagen, der mit einem 43-jährigen Fahrer und zwei weiteren Insassen besetzt war, aus Richtung Werdohl. Die Lkw-Insassen mussten allesamt ärztlich behandelt werden, standen unter Schock. „Nach Zeugenaussagen deutet gegenwärtig nichts darauf hin, dass den Lkw-Fahrer irgendeine Schuld an dem Unfall trifft“, sagte Dilling. Auch an das dort geltende Tempolimit von 70 km/h habe sich der 43-Jährige gehalten. „Der Lastwagen war sogar eher noch langsamer unterwegs, weil er voll beladen war“, so der Polizeisprecher. 

Die B236 war im Bereich der Unfallstelle für mehr als fünfeinhalb Stunden bis 22.36 Uhr für den Verkehr komplett gesperrt. Denn Feuerwehr und Polizei mussten zunächst die brennenden Reste des Krades löschen, anschließend mit dem Bestatter die stark entstellte Leiche aus dem Fluss bergen. Dann machten sich die Experten des Verkehrskommissariates und der Sachverständige an die Sicherung der Spuren und die Rekonstruktion des Unfalls. „Schließlich mussten die Fahrzeuge abgeschleppt und die Fahrbahn gereinigt werden“, sagte Dilling. 

Psychologische Hilfe für die Wehrkräfte

Für die Wehrkräfte hatte der stellvertretende Leiter Andreas Wäscher sofort bei Eintreffen die Experten des psychosozialen Unterstützungsdienstes zur Unfallstelle gebeten. Diese sollten den Ehrenamtlichen bei der Verarbeitung der schrecklichen Szenerie helfen, die sich ihnen nach dem Zusammenstoß bot. „Denn das war für uns als Werdohler Feuerwehr sicherlich einer der schlimmsten Einsätze der jüngeren Vergangenheit“, sagte Wehrleiter Tebrün. 

Die Experten des psychosozialen Unterstützungsdienstes, selbst erfahrene Feuerwehrmänner aus Lüdenscheid und Altena, gaben Tipps, wie den Ehrenamtlichen die Verarbeitung der Unfallbilder gelingen kann. „Vor allem hilft es viel zu reden“, sagte Tebrün. Damit begannen die Einsatzkräfte unmittelbar nach Abschluss ihrer Arbeiten an der Unfallstelle. „Wir sind alle noch einmal zusammengekommen und haben über das Gesehene geredet“, so Tebrün. Aber auch nach dieser Maßnahme ist sich der langjährige Feuerwehrmann sicher: „Dieser Einsatz wird uns alle noch Tage beschäftigen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare