Todesangst im Fußraum

WERDOHL/HAGEN ▪ Im Prozess um das Räuberquartett machte am Dienstag der Düsseldorfer Polizeibeamte eine Aussage, der den Werdohler und den 20-jährigen Lüdenscheider nach dem Überfall auf den Düsseldorfer Supermarkt vernommen hatte.

Wie ein kleines und verängstigtes Kind habe sich der 17-jährige Werdohler in den Fußraum des Audis gekauert, während der Wagen mit dem 19-jährigen Lüdenscheider am Steuer mit über 200 km/h über die Autobahn gerast sei, schilderte er. „Das war schon professionell”, so das Urteil des erfahrenen Beamten.

Der Werdohler war in seinen Augen keine Hauptperson. Er sei vom 19-jährigen Lüdenscheider mit der Frage, ob er 5000 Euro verdienen wolle, geködert worden. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass er derjenige war, der die Fäden in der Hand hatte”, schätzte der Zeuge die Stellung des Werdohlers ein. Warum er sich hatte überreden lassen, blieb dem Polizeibeamten unbegreiflich: „Es war ja nicht mal eben ein Auto aufbrechen, es war ja mehr.”

Dem Vernehmungsbeamten gegenüber hatte der 17-Jährige weitere Pläne des Lüdenscheiders offenbart. So sollte es einen Überfall auf den Ramschkönig geben. Zudem war geplant, teure Autos zu stehlen und weiterzuveräußern. Bei seiner Vernehmung habe der Werdohler ganz offen über seine Angst während der Verfolgungsjagd gesprochen. „Ich hatte den Eindruck, dass ihm schon bewusst gewesen war, dass sie noch glimpflich davongekommen waren. Sie hätten genauso gut sterben können bei dem Unfall”, so der 56-Jährige.

Am 7. September geht es weiter. Dann werden auch die Opfer des Überfalls in Lüdenscheid gehört. ▪ jape

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