Toben am Weltspieltag

Die Zwei- bis Sechsjährigen waren begeistert, die kleinen Kälbchen streicheln zu dürfen. Die Vierbeiner mochten das genauso gerne.

Werdohl -  Die Kälber, Hühner und Kaninchen ließen sich nichts anmerken. Auch Landwirt Fritz Knoche lächelte zufrieden. Dabei war es ein ungewöhnliches Bild, welches sein Bauernhof am Mittwoch abgab: 34 Mädchen und Jungen sprangen in einer Pfütze auf und ab. Dabei schwenkten sie knallrote Fähnchen mit der Aufschrift „Spielen erwünscht“. Am Rande stand Dirk Middendorf und hielt auch eines dieser Fähnchen in der Hand.

Von Michael Koll

Helma Neuberger, Leiterin der Kindertageseinrichtung St. Bonifatius, weiß: „Wir sind immer hier willkommen.“ Und so macht sie sich mit den eigentlich 44 Kindern, die sie in der Kita betreut, alle 14 Tage auf zum Hof Knoche. „Aktuell sind zehn Kinder nicht da“, verrät sie. Der Brückentag hat wohl manche Eltern zu einem Kurzurlaub animiert.

Knoche genießt den Trubel auf seinem Hof. „Wenn die Kinder einmal nicht kommen, rufe ich sofort im Kindergarten an und frage, wo sie bleiben.“ Am Mittwoch war nun ein besonderer Tag: Der 28. Mai ist seit 1999 der Weltspieltag. Ein Aktionstag, der darauf aufmerksam macht, dass Kinder Freiraum brauchen – und den bekommen sie auf dem Hof Knoche.

Neuberger hält eine Schale mit feinen Möhrenstreifen in der Hand. Da die Kaninchen bereits so fleißig von den Kindern gefüttert wurden, dass sie keinen Hunger mehr haben, greifen die Mädchen und Jungen nun selbst zu. Das Toben in den Pfützen macht eben hungrig.

Das hat sich auch Middendorf gedacht. Der stellvertretende Bürgermeister hat folgerichtig Plätzchen und Weingummi im Gepäck, um den Kindergartenkindern eine Freude zu machen. Nachdem diese ihm gestehen, ihn nicht zu kennen, sagt er: „Ich komme von der Stadt Werdohl.“ Einige Kinder rufen ihm prompt zu: „Ich auch.“

Knoches Tochter Daniela führt dann einen Teil der Zwei- bis Sechsjährigen zu den ganz kleinen Kälbchen, die sich nur zu gerne von den Kindern streicheln lassen. Allerdings sind die Mädchen und Jungen teils nicht darauf vorbereitet, dass die Vierbeiner sich mit ihrer Zunge dafür bedanken. Die Überraschung und das daraus resultierende Geschrei sind entsprechend groß.

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