Die Natur holt nach - und die Allergiker müssen leiden

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Tanja Weimar-Thelen (rechts) von der Fortuna-Apotheke am Brüninghaus-Platz berät derzeit viele Heuschnupfen-Patienten. Sie und Apotheker Olaf Jörg Lüdtke (Mitte) bedienen momentan täglich Kunden, die an einer Pollenallergie leiden.

Werdohl - „In diesem Jahr haben wir sehr viel mit Heuschnupfen zu tun. Die Natur hat großen Nachholbedarf – und das bekommen die Allergiker zu spüren,“ sagt Dr. Ramutis Petkevicius. Aber er hat Tipps für Allergiker - und er kann sie trösten.

Täglich kommen Patienten in die Praxis des Werdohler Allgemeinmediziners Dr. Ramutis Petkevicius, die unter typischen Symptomen leiden: Die Nase läuft, die Augen jucken, tränen oder brennen, Nies-Attacken quälen die Betroffenen. Dazu können Müdigkeit und Schlafstörungen kommen. Auch Husten, Fieber, Atemnot und weitere Beschwerden können auftreten.

Die Medikation müsse natürlich individuell angepasst werden, erklärt der Hausarzt. „Allerdings gibt es einige Dinge, die jeder Betroffene beachten sollte,“ erläutert er. Beispielsweise sollten sich Pollenallergiker möglichst wenig im Freien aufhalten, abends duschen und idealerweise auch die Haare waschen. „Auch die Kleidung, die man tagsüber getragen hat, gehört nicht ins Schlafzimmer,“ unterstreicht Petkevicius.

Viele Patienten müssten aber nicht mehr lange durchhalten: „Wer nur Probleme mit den Frühblühern hat, für den ist es jetzt fast geschafft. Viele merken auch schon, dass es besser wird,“ hat der Allgemeinmediziner festgestellt.

Tägliches Duschen hilft

Die Experten in den heimischen Apotheken raten Heuschnupfenpatienten ebenfalls zum täglichen Duschen und zum Kleidungswechsel. Medikamente in Tablettenform, so genannte Antihistaminika, Nasensprays und Augentropfen sind gerade sehr gefragt. „80 Prozent der Kunden wissen genau, welches Präparat ihnen hilft und fragen gezielt danach,“ hat Apothekerin Ursula Fay festgestellt.

Tanja Weimar-Thelen, Pharmazeutisch-Technische-Assistentin in der Fortuna-Apotheke, hat noch einen zusätzlichen Tipp für Heuschnupfengeplagte: „Eine Nasendusche morgens und abends hilft bei vielen sehr gut. Die Symptome können dadurch deutlich gemildert werden.“

Das Gerät ähnelt ein wenig einer kleinen Gießkanne. Es wird mit einer salzhaltigen Flüssigkeit gefüllt, mit der dann die Nase gespült wird. Zäher Schleim, aber auch Dreck und Pollen können auf diese Weise nach außen gelangen.

Wissen, welche Pollen fliegen

Heuschnupfenpatienten sollten ihre Allergene kennen, und sich darüber informieren, welche Pollen gerade unterwegs sind. Momentan dominieren die der Birken, doch auch der Blütenstaub von Eschen, Hainbuchen, Rotbuchen und Eichen liegt in der Luft. Die Blütezeit der Kastanien und Platanen hat bereits begonnen. Und durch das warme Wetter haben auch einige Gräserarten schon Gelegenheit zur Blütenbildung.

Die aktuelle Pollenflugvorhersage finden Betroffene auf der Internetseite der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. Dort gibt es zudem viele weitere Informationen rund um das Thema Pollen. Unter anderem klärt die Stiftung Heuschnupfenpatienten über das pollenassoziiertes Nahrungsmittelsyndrom oder auch Orales Allergie-Syndrom (OAS) auf: Demnach beobachtet jeder zweite Pollenallergiker nach dem Essen von Äpfeln oder anderem Steinobst ein Brennen im Mund, an der Lippe oder andere Symptome im Mund.

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