Tierschutzverein Werdohl: Voller Einsatz für die Katz‘

Die Mitglieder des Tierschutzvereins (v.l.) Jutta Schlotmann, Vorsitzende Saskia Czaikowski, Heike Lohr, Marlies Ruth und Achim Brose stellten ihre Arbeit auf dem Wochenmarkt vor.

WERDOHL ▪ Der Tierschutzverein geht neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit und ist jetzt jeden ersten Donnerstag im Monat auf dem Wochenmarkt präsent.

Der Erfolg gibt den Aktivistinnen Recht: Trotz des schlechten Wetters blieben immer wieder Marktbesucher stehen und ließen sich von den Tierschützerinnen ansprechen und informieren. Aktuell wiesen die Frauen um die neue Vorsitzende Saskia Czaikowski auf das einjährige Bestehen der Tierauffangstation an der Gildestraße hin. Am Sonntag findet dazu zwischen 11 und 17 Uhr ein Tag der offenen Tür statt. Bei Kaffee und Kuchen und Bockwürstchen wollen die Vereinsmitglieder über ihr Engagement informieren und natürlich auch gern die in Obhut genommenen Tiere vorstellen.

Davon gibt es inzwischen mehr als reichlich: Der Marktstand gestern war rundherum mit Steckbriefen der zu vermittelnden Tiere voll gehängt. Jutta Schlotmann: „In diesem Jahr ist es besonders extrem.“ In früheren Jahren hätte es bei den Katzen Würfe im Frühjahr und im Herbst gegeben, in diesem Jahr sei es „komplett durch“ gegangen. Die Tierauffangstation ist nur für Katzen konzeptioniert und ist aktuell voll belegt. Auch alle privaten Pflegestellen sind an der Kapazitätsgrenze. Wie weit der Einsatz für den Tierschutz gehen kann, berichtet ein lieber ungenannt bleibendes Mitglied: Sie hat in einer extra Wohnung zwölf Katzen untergebracht. Drei sind ihre eigenen, die anderen neun Tiere hat sie in Pflege genommen. Bis vor kurzem musste sie auch nachts mehrfach aufstehen, weil die Katzenbabys gepäppelt werden mussten. Trotzdem: Der volle Einsatz für die Katz‘ stößt bei den Mitgliedern an die Belastungsobergrenze. Mehr Tiere können sie nicht unterbringen. Auf zwei vermittelte Tiere kommen fünf Neuzugänge, die Quote lässt sich nicht mehr lange verkraften. Die Suche nach neuen Pflegestellen nimmt fast verzweifelte Züge an.

Warum werden Fundkatzen, die letztlich viel Geld und ehrenamtliches Engagement beanspruchen, nicht eingeschläfert? Für Jutta Schlotmann zum Beispiel kommt das aus prinzipiellen Gründen nicht infrage: „Wir schützen Tiere, das ist unsere Aufgabe.“ Einschläfern widerspreche komplett den Grundsätzen des Vereins. Zudem fände sich kein Tierarzt, der ein gesundes Tier einschläfern würde.

Mit ausgesetzten Hunden gibt es dagegen keine Probleme. Sehr viele Hunde seien gechipt oder durch die Steuermarke identifizierbar, so Schlotmann. Hunde muss der Verein meistens nur dann vermitteln, wenn der Besitzer stirbt oder nicht mehr in der Lage ist, sich um den Liebling zu kümmern. Meerschweinchen, Kaninchen, Schildkröten und Vögel sind nicht so problematisch in der Unterbringung. Das Hauptproblem sind und bleiben die Katzen.

Von Volker Heyn

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