Zecken übertragen schlimme Krankheiten

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Dr. Susanne Trilling weiß, dass von Zecken eine ernst zu nehmende Gefahr für Mensch und Hund ausgeht.

Werdohl - Zeckensommer 2018? Eher nicht, denn die Trockenheit hat den Gräsern und Büschen zugesetzt, in denen die Zecken sitzen. Tierärztin Dr. Susanne Trilling hat nach einem starken Beginn im Frühjahr sogar einen Rückgang beobachtet. „Zecken sind aber ein absolut ernst zu nehmendes Problem“, meint die Veterinärmedizinerin aus Werdohl.

Vorsicht ist geboten, vor allem für Mensch und Hund. Katzen sind deutlich weniger betroffen als Hunde. Bei Katzen infizieren sich die Hautrisse viel seltener. Halsbänder mit Zeckenschutz für Katzen hält die Tierärztin vor allem bei Freigängern für nicht so sinnvoll.

„Katzen könnten trotz des Sicherheitsverschlusses hängen bleiben“, so Dr. Trilling. Sie empfiehlt für Katze und Hund sogenannte Spot-Ons.

Spot-On-Zeckenschutz für Hunde und Katzen

Die Flüssigkeit aus einer Ampulle wird hinter den Schulterblättern aufgetragen und zieht in die Haut ein. Zecken würden diesen Wirkstoff meiden. Sauge sich dennoch eine Zecke fest, nehme sie den Wirkstoff aus der Haut auf und sterbe daran. Vertrocknete Zecken lassen sich auskämmen oder fallen von allein ab. „Die Präparate funktionieren sechs bis acht Wochen und wirken etwa zu 80 Prozent“, erklärt die Tierärztin.

Speziell für Hunde gebe es auch Tabletten, die zu 100 Prozent gegen Zecken und Flöhe wirken. Dr. Trilling: „Ich bin da voreingenommen und skeptisch. Der Wirkstoff wird vermutlich in den Organen der Tiere gespeichert. Das gefällt mir nicht.“ Von daher empfehle sie die Spot-On-Präparate.

Generell seien Zecken eine große gesundheitliche Gefahr für Hund und Mensch: Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) können durch Zeckenbisse ausgelöst werden.

Sie selbst sei nach einer sogenannten „Wanderröte“ extrem vorsichtig geworden und schicke Zecken zur Untersuchung in ein Labor. Bei Borreliose müssten drei Wochen lang Antibiotika eingenommen werden, das könne man auch vermeiden.

Der Schutz der Haustiere sei auch ein Schutz der Menschen, meint die Tierärztin: Hund und Katze halten sich im Haus auf und bringen so auch die Zecken zu den Menschen.

Empfehlung: Vorbeugende Mittel

Dr. Jobst Trappe ist Veterinärmediziner in der Kreisverwaltung. Der Amtstierarzt bezeichnet den Märkischen Kreis nicht als Hochrisikogebiet, was die Übertragung der gefährlichen Krankheiten durch Zecken betrifft. Das ist in einem Bereich südlich der Linie Frankfurt/Main, Erfurt, Leipzig anders. Hier ist die FSME-Gefahr deutlich größer. Was das bedeuten kann, weiß auch Dr. Trappe: Durch Reisen von Herrchen und Hund könnten dort Zecken „aufgesammelt“ und in den Märkischen Kreis importiert werden. Ihre gefährliche Fracht hätten diese Tiere dann quasi im „Gepäck“.

Die Trockenheit der vergangenen Wochen jedenfalls habe wohl eher negative Auswirkungen auf den heimischen Zeckenbestand gehabt, meint auch der Amtstierarzt. Er empfiehlt Hundehaltern vorbeugende Mittel, mit denen der Vierbeiner geschützt werden könne. Hundertprozentig sei allerdings nie auszuschließen, dass sich eine Zecke festsetze, schränkt Dr. Trappe ein.

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