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Tierärztin aus dem MK: Mit Weichkäse zum Doktordiplom

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Von: Volker Griese

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Zum 25-jährigen Praxisjubiläum gratulierte Werdohls Bürgermeister Andreas Späinghaus am Donnerstag der Tierärztin Dr. Susanne Trilling (links). Im Hintergrund steht die Tiermedizinische Fachangestellte Carmen Patent.
Zum 25-jährigen Praxisjubiläum gratulierte Werdohls Bürgermeister Andreas Späinghaus am Donnerstag der Tierärztin Dr. Susanne Trilling (links). Im Hintergrund steht die Tiermedizinische Fachangestellte Carmen Patent. © Volker Griese

Seit 25 Jahren betreibt Dr. Susanne Trilling in Werdohl eine Kleintierpraxis. In dieser Zeit hat sie nicht nur Katzen, Hunde und Kanarienvögel auf dem Behandlungstisch gehabt. Rückblickend stellt die 57-Jährige außerdem fest, dass sich ihr Arbeitsalltag verändert hat.

Werdohl ‒ Als Susanne Trilling 1996 ihre Tierarztpraxis eröffnet hat, war das ein günstiger Zeitpunkt: Ein anderer Werdohler Tierarzt hatte seine Praxis gerade geschlossen, damit gab es keinen Veterinär mehr in der Stadt. Die gebürtige Werdohlerin konnte mit ihrem Angebot also eine Lücke schließen.

Dabei war ihr Erfolgsweg eigentlich überhaupt nicht vorgezeichnet. „Bis zu meinem Abitur 1983 am Burg-Gymnasium in Altena war ich überhaupt nicht schlüssig, was ich einmal werden sollte“, erzählt sie. Dann habe sie ein Praktikum bei einem Tierarzt gemacht. „Das hat mir gut gefallen“, erinnert sie sich. Allerdings fand sie auf Anhieb keinen Studienplatz. „Ich habe dann die Wartezeit mit einem Job bei Walt Disney überbrückt“, berichtet Susanne Trilling von einer ungewöhnlichen Station in ihrem Lebenslauf. Im Themenpark des US-Medienunternehmens in Florida arbeitete sie als Kellnerin im Biergarten. Anschließend begann sie bei VDM eine Ausbildung, brach die aber 1986 wieder ab, um an der Justus-Liebig-Universität Gießen endlich das Studium der Veterinärmedizin aufnehmen zu können.

Nach zwölf Semestern hatte sie die Approbation als Tierärztin in der Tasche. Anschließend schrieb Susanne Trilling noch ihre Doktorarbeit zum Thema Weichkäse: „Vergleich von aus Rohmilch und aus wärmebehandelter Milch hergestellten Weichkäsen unter besonderer Berücksichtigung des bakteriologischen Status und des Gehaltes in biogenen Aminen, freien Aminosäuren, Petiden sowie an Molkenproteinen“. Das Thema falle in das Gebiet der Veterinärmedizin, erläutert Trilling und erklärt, warum sie ihre Dissertation darüber gerne geschrieben hat: „Es war mir ganz recht, weil ich dafür keine Tierversuche machen musste.“

Nach ihrer Promotion eröffnete sie dann in Werdohl ihre Kleintierpraxis. Nach drei Jahren an der Neustadtstraße zog sie in die Räume an der Wilhelmstraße um, die sie noch immer nutzt. In 25 Jahren hat sie natürlich allerlei Getier behandelt. Erst am Mittwoch hat sie noch ein angefahrenes Eichhörnchen kuriert. Exoten seien aber eher selten bei ihr in Behandlung gewesen. „Ein Leguan hat mir mal die Blumen vom Fensterbrett gewischt“, erinnert sie sich an einen besonderen Patienten. Auch Schlangen habe sie früher einmal behandelt. „Das ist aber seltener geworden.“

Verändert habe sich auch ein anderes Gebiet ihrer Arbeit, sagt Susanne Trilling: „Früher habe ich am Wochenende 2000 bis 3000 Tauben geimpft, wenn die auf die Reise geschickt wurden.“ Weil der Taubensport praktisch ausgestorben sei, sei diese Aufgabe weggefallen.

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