ThyssenKrupp-Automotive soll verkauft werden

Betriebsratsvorsitzender Josef Brockhagen.

WERDOHL ▪ Das Werdohler Werk von ThyssenKrupp Automotive Systems an der Plettenberger Straße soll zum 31. Januar des kommenden Jahres an die Firma ZF Friedrichshafen AG verkauft werden. Das teilte der Betriebsratsvorsitzende des hiesigen Standortes Josef Brockhagen gestern auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Bis Anfang des Jahres 2013 solle der Standort Werdohl bestehen bleiben, so Brockhagen. Dieser solle dann nach Dielingen, in die Nähe von Osnabrück verlagert werden. Die ZF Friedrichshafen AG habe dem Betriebsrat zugesichert, alle 48 festangestellten Mitarbeiter sowie die 20 Leiharbeiter übernehmen zu wollen. „Diejenigen, die nicht in Werdohl und Umgebung verwurzelt sind, überlegen zu wechseln“, so Brockhagen. Das seien allerdings die wenigsten.

„Zurzeit führen wir Gespräche über einen Sozialplan“, erklärte der Betriebsratsvorsitzende des Werdohler Werkes. Es gebe mehrere Varianten. „Ich nehme mal an, wir werden uns einig“, sagte Brockhagen. Anfang August seien der Betriebsrat und später dann die Mitarbeiter über die Verkaufsabsichten informiert worden.

Andreas Veil, Pressesprecher der ZF Friedrichshafen AG wollte diese Angaben nicht bestätigen und auch aus der Essener Konzernzentrale von ThyssenKrupp war nichts Konkretes zu erfahren.

„Für den Standort Werdohl wird ein neuer Eigentümer gesucht, der einen stärkeren strategischen Fokus auf das Geschäft legen kann, als dies innerhalb des ThyssenKrupp-Konzerns möglich wäre“, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens gestern gegenüber unserer Zeitung.

Bereits im vergangenen Frühjahr hatte ThyssenKrupp-Chef Dr. Heinrich Hiesinger angekündigt, im Rahmen des Konzernumbaus große Teile des Autozuliefergeschäfts zu veräußern.

In Werdohl fertigte ThyssenKrupp Automotive – das Werk ging einst aus der Traditionsfirma Brüninghaus hervor – Fahrerhauslagerungssysteme für Lastkraftwagen. Zudem werden Luftversorgungsanlagen hergestellt.

Die ZF Friedrichshafen AG ist nach eigenen Angaben des Unternehmens „ein weltweit führender Automobilzulieferkonzern in der Antriebs- und Fahrwerktechnik mit 117 Produktionsgesellschaften in 26 Ländern.“

Das Unternehmen beschäftige rund 70 000 Mitarbeiter und erreichte im Jahr 2010 einen Umsatz von 12,9 Milliarden Euro. ▪ ute

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