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Theologe verlässt den MK und geht nach Ostwestfalen

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Von: Volker Griese

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Vikar Andreas Hoenemann wird Werdohl am Wochenende verlassen und ab 1. April als Pfarrer auf Probe in einer Gemeinde in Ostwestfalen tätig sein.
Vikar Andreas Hoenemann wird Werdohl am Wochenende verlassen und ab 1. April als Pfarrer auf Probe in einer Gemeinde in Ostwestfalen tätig sein. © Volker Griese

Nach zweineinhalb Jahren endet an diesem Wochenende die Vikariatszeit von Andreas Hoenemann in der Evangelischen Kirchengemeinde Werdohl. Am Sonntag wird der Theologe in einem Gottesdienst in der Friedenskirche verabschiedet.

Werdohl ‒ Er wolle sich in Werdohl insbesondere in die Arbeit mit Jugendlichen, speziell den Konfirmanden, einbringen, hatte Hoenemann bei seinem Dienstantritt in Werdohl im Oktober 2019 gesagt. Das hat er auch tatsächlich in die Tat umsetzen können. Wenn er zurückblickt, denkt er vor allem an die Konfirmandenarbeit, die wegen der Coronapandemie eine besondere Herausforderung gewesen sei, und den Kinder- und Jugendkreis der Gemeinde, aber auch an die Sommerfreizeit im vergangenen Jahr in Dänemark. Auch das Projekt „Survival Basics“ kommt ihm in den Sinn. „Da haben wir Jugendlichen Grundtechniken für das Leben in der Natur vermittelt: Feuer machen, Wasser sammeln und so weiter“. Er habe sicherlich eine gewisse Nähe zu den Jugendlichen der Gemeinde gehabt, glaubt Hoenemann, der selbst erst 29 Jahre alt ist.

Mit jungen Leuten hatte er auch im Schuldienst zu tun, der Teil seines Vikariats gewesen ist. Vier Monate lang erteilte er Religionsunterricht am Bergstadtgymnasium Lüdenscheid. „Besonders spannend war dort, wie Kinder und Jugendliche über den Glauben nachdenken. Sie stellen viele Fragen, und man muss ihnen dann auch Antworten geben“, sagt Hoenemann. Dabei sei es durchaus vorgekommen, dass er seine eigenen Positionen noch einmal überdacht habe. „Ich finde es wichtig, dass man ein stetig Lernender bleibt“, glaubt er, dass man offen sein muss für neue Erkenntnisse und Ansichten.

Die Coronapandemie hat nicht nur den Konfirmandenunterricht erschwert, sondern auch Hoenemanns Ausbildung in einem weiteren Handlungsfeld, der Seelsorge. „Die Krankenhausseelsorge hat coronabedingt überhaupt nicht stattfinden können“, berichtet der 29-Jährige. Und auch die Begegnung mit Senioren sei schwierig gewesen. Hoenemann hat während seiner praktischen Vorbereitung auf den Beruf des Pfarrers das Seniorenzentrum Haus Versetal und das Wichernhaus aufgesucht, aber die Einschränkungen während der Pandemie seien schon hinderlich gewesen, blickt er zurück: „Da habe ich total gemerkt, dass das Handgeben fehlt und dass die Maske die Begegnung erschwert.“ In solchen Situationen trotzdem bestmöglich das Gespräch mit den Menschen aufzunehmen, sei nicht einfach gewesen. „Dabei habe ich aber festgestellt, dass auch Schweigen manchmal gut sein kann“, war diese Zeit für Hoenemann eine wertvolle Erfahrung.

Wenn er kurz vor dem Ende seines Vikariats auf Pfarrer Dirk Grzegorek zu sprechen kommt, der seine Ausbildung in der Gemeinde begleitet hat, erzählt Hoenemann von einer „sehr vertrauten Zusammenarbeit“. „Er hat sich für meine Anliegen Zeit genommen. Und er war mir an vielen Stellen ein Rat- und Impulsgeber“, berichtet er.

Und wie geht es nun weiter für Andreas Hoenemann? Am 1. April wird er in Steinhagen im Kreis Gütersloh seine Stelle als Pfarrer im Probedienst antreten. In der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Brockhagen erwarten ihn etwa 2000 Gemeindeglieder. „Ich bin sehr gespannt auf meine neue Aufgabe“, freut sich Hoenemann auf die Veränderung. Der Probedienst ist in der Evangelischen Kirche von Westfalen nach dem Vikariat die nächste Stufe auf dem Weg zur Anstellung als Pfarrer. In der zweijährigen Probezeit muss der Anwärter nachweisen, dass er zur selbstständigen und eigenverantwortlichen Ausübung des Pfarrdienstes befähigt ist.

Bereits am Samstag kommt übrigens für Andreas Hoenemann der Möbelwagen. Am Sonntag wird er sich ab 10.30 Uhr in Eveking in einem Gottesdienst in der Friedenskirche von der Werdohler Gemeinde verabschieden.

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