Theater: Sagen und Geschichten vom Rhein

Vater Rhein beauftragt den Theaterdiener, die Veranstaltung stattfinden zu lassen.

WERDOHL ▪ Das Pappmobil Theater aus Herne brachte gestern Nachmittag eine für die ganze Familie heitere Veranstaltung in der Stadtbücherei auf die Bühne. Die siebte Veranstaltung des Werdohler Kultursommers sorgte eine Stunde lang für jede Menge Spaß.

Bis zum Anruf des Theaterdirektors schien alles noch in geregelten Bahnen zu laufen – doch dann informierte der Theaterdiener die Besucher der Stadtgalerie, dass die Veranstaltung ausfallen müsse. „Der Direktor ist verhindert. Er ist in der Südsee auf der Suche nach neuen Geschichten für das Theater, und schafft es nicht mehr rechtzeitig zu kommen“, teilte er den Zuschauern mit – doch diese Absage gehörte bereits zum Stück. Wie sonst hätte Vater Rhein aus seinem Bett heraus lautstark protestieren, und den eher zurückhaltenden Theaterdiener dazu bringen können, die wunderbaren Sagen und Geschichten vom Rhein in einem alten klassischen Guckkasten mit Handpuppen trotzdem aufzuführen.

So erfuhren die Mädchen und Jungen, weshalb die fleißigen Heinzelmännchen, die einst dem Schneider des nachts zur Hand gingen, Kleider und Anzüge fertig nähten, urplötzlich nicht mehr auftauchten. Die Geschichte von Siegfried, dem großen deutschen Helden, und seinem gefährlichen Kampf mit dem Drachen, stellten der Theaterdiener und Maskottchen Erika – mit einigen Anlaufschwierigkeiten – vor den Augen der Zuschauer gekonnt nach. Und das obwohl Erika betonte, Nichtraucher zu sein, und beim Feuerspucken sicherlich Probleme bekommen könnte. Vater Rhein mischte sich im Anschluss an den nachgestellten Sieges-Kampf Siegfrieds ins Geschehen ein und forderte den Theaterdiener auf, doch lieber Geschichten von edlen Menschen entlang des Rheins zu erzählen. Doch ganz so edel war die Sage nicht, die über einen Bischof folgte. Der Geistliche soll während einer Hungersnot sämtliche Lebensmittel auf einer Insel im Rhein vor den Hungernden versteckt haben. Doch auf die Bitte einer Maus zog sich das Wasser des Rheins so weit zurück, dass das Tierchen mit vielen seiner Kameraden durch das Flussbett auf die Insel gelangen konnte. Als letzte Sage rund um den Rhein erzählte der Theaterdiener die tragisch endende Liebesgeschichte von Elsa von Brabant und ihrem edlen Ritter Lohengrin, den Elsa besser nie nach seinem Namen oder seiner Herkunft hätte fragen sollen.

Susanne Riedl

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