Ärger in Freibädern: So ist die Situation in Werdohl und Neuenrade

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In das Werdohler Freibad in Ütterlingsen kamen am Wochenende viele Besucher, die bei der Hitze Abkühlung suchten. Anders als beispielsweise in Düsseldorf, blieb es in den heimischen Bädern aber meist ruhig.

Werdohl/Neuenrade - Weit mehr als 30 Grad zeigten die Thermometer am Sommer-Wochenende an. Viele Menschen suchten deshalb in den umliegenden Freibädern Erfrischung.

Rund 1500 Besucher zählten jeweils das Werdohler und das Neuenrader Freibad. 

Hochbetrieb herrschte am Wochenende auch im Düsseldorfer Rheinbad, wo es besonders am Samstag zu heftigen Ausschreitungen kam. Eine Gruppe junger Männer sprang auf einer Liegewiese über fremde Handtücher und Badegäste. Als ein Familienvater die Unruhestifter auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machte, wurde es eng für ihn.

Umgeben von hunderten Badegästen, die ihn anschrien, stand er schützend vor seiner Familie, bis die Polizei schließlich mit mehreren Dutzend Beamten anrückte. Die Einsatzkräfte wurden mit Getränkekartons beworfen. Sie wehrten sich mit Pfefferspray. Die Familie musste aus dem Bad eskortiert werden, der Betreiber schloss das Rheinbad vorzeitig. 

Meist gesittet

In den heimischen Bädern ging es am Hitze-Wochenende trotz der vielen Besucher meist gesitteter zu. „Bei uns ist alles weitestgehend ruhig verlaufen“, resümiert Andreas Schönenberg, Schwimmmeister im Neuenrader Freibad Friedrichstal, das Wochenende. Er spricht von 1550 Besuchern, die allein am Sonntag das Freibad besuchten.

Kritisch sei bei der hohen Besucherzahl vor allem die Parkplatzsituation. „Wenn die Stellflächen in der näheren Umgebung voll sind, fangen die Leute an, ihre Fahrzeuge auf der Straße zu parken“, sagt Schönenberg. Dies habe in der Vergangenheit schon öfter zu Problemen geführt – und auch am Sonntag. 

Im Freibad Friedrichstal vergnügten sich am Samstag viele Besucher bei der Poolparty. Aber auch am Sonntag kamen mehr als 1500 Gäste.

„Schwierig wird es“, erklärt der Schwimmmeister, „wenn die Autos in Kurven geparkt werden. Denn dann gibt es für die Busse der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) kein Durchkommen mehr.“ Anderswo, so habe es kürzlich ein Stammgast erlebt und ihm erzählt, komme es auch vor, dass sich die Badegäste um die Parkplätze prügeln – bis die Polizei einschreitet. Schönenberg habe das im Freibad Friedrichstal aber noch nicht erlebt. 

Fehlende Parkplätze

Auch in Werdohl sind Parkplätze am Ütterlingser Freibad ein rares Gut. „Wegen der Neuerrichtung des Hallenbads und der damit verbundenen Baustelle gibt es in der direkten Umgebung momentan nicht viele Stellflächen. Deshalb parken die Gäste an der Straße – oder so eng, dass sie sich gegenseitig blockieren“, erzählt die Schwimmmeisterin Heike Hinsching. In so einem Fall werde das Kennzeichen im Freibad ausgerufen und der Halter zu seinem Fahrzeug gebeten. „Das funktioniert meist recht zügig und reibungslos.“ Auch Streitereien gebe es in Werdohl selten: „Es sind höchstens kleinere Meinungsverschiedenheiten, die wir hier wahrnehmen. Zum Beispiel, wenn es darum geht, wer einen Liegeplatz oder eine Bank zuerst besetzt hat.“ Eine Steigerung des Aggressionspotenzials stelle die Schwimmmeisterin allgemein ebenfalls nicht fest. „Klar kommt es manchmal vor, dass Gäste gereizt reagieren, der Regelfall ist es aber nicht.“ 

Fotos aus dem Neuenrader Bad

Pool Party im Freibad Friedrichstal 

Andreas Schönenberg hat da andere Erfahrungen: Er nehme im Freibadalltag in Neuenrade durchaus wahr, dass sich die Menschen dem Badpersonal gegenüber weniger respektvoll verhalten. „Bei uns geht es zwar eigentlich noch, häufig bekommen wir aber Widerworte oder unseren Anweisungen wird schlicht nicht Folge geleistet.“ Letzteres sei insbesondere bei weiblichen Mitarbeitern ein Problem: „Meine Kolleginnen müssen schon energisch auftreten, damit die Gäste auf sie hören.“ 

Probleme auch am Biggesee

Dass Badegäste nicht auf die Anweisungen hören, kam jüngst auch am Biggesee in Attendorn vor. Dort wurde am Wochenende die Leiche eines Mannes durch die DLRG-Wasserrettung geborgen. Die Einsatzkräfte baten die Badegäste zwar darum, die Liegewiesen wegen des Einsatzes zu räumen und das Wasser für das Rettungsboot frei zu machen, viele Gäste blieben jedoch auf den Wiesen sitzen oder schwammen weiter. Schlussendlich musste die Polizei die Besucher der Badestelle verweisen

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