Teure Brötchen: Grote-Kunden ärgern sich über Knöllchen

Grote-Filialleiterin Svetlana Harisanova (rechts) sagt: „Täglich beschweren sich Kunden, die ein Knöllchen bekommen haben.“

WERDOHL - „Wer seinen Wagen hier ohne Parkscheibe abstellt, weiß doch gar nicht, dass er ein Knöllchen riskiert.“ Verärgert deutet Friedhelm Hermes auf das entsprechende Schild, das eingangs der Bahnhofstraße zu finden ist.

Von Carla Witt

Dieses Schild und das an der Schnurrestraße gelten für den gesamten Bahnhofsbereich. Das ist längst nicht jedem klar.“

Gemeinsam mit seinem Parteikollegen Jürgen Neumann hat der FDP-Fraktionsvorsitzende sich des Themas angenommen, nachdem es zahlreiche Beschwerden gegeben habe. „Uns haben Geschädigte angesprochen, die definitiv nicht wussten, dass sie eine Parkscheibe gebraucht hätten“, stellt Neumann fest. Besonders Kunden der Bäckerei Grote im Bahnhofsgebäude seien betroffen. „Für sie werden die Brötchen richtig teuer, wenn sie ihren Wagen so vor dem Bahnhof abstellen, um eben in die Bäckerei zu gehen.“ Das bestätigt auch Svetlana Harisanova, Leiterin der Grote-Filiale im Bahnhof: „Jeden Tag beschweren sich Kunden bei uns, die ein Knöllchen bekommen haben, weil sie nichts von der Parkscheibe wussten. Deshalb fragen wir jetzt schon oft unsere Kunden, ob sie an die Parkscheibe gedacht haben“, berichtet Harisanova. Eigentlich habe die Bäckerei Grote auf eigene Kosten ein Schild aufstellen wollen, das die Kunden auf die Parkzeitbegrenzung und Parkscheibenpflicht hinweist. Das sei auf städtischem Gelände aber nicht erlaubt worden.

Auch sie selbst habe bereits falsch geparkt und ein Bußgeld zahlen müssen, erzählt Svetlana Harisanova. „Ich wohne nicht in Werdohl. Das Schild an der Bahnhofstraße ist mir nicht aufgefallen,“ erklärt die Lüdenscheiderin. Folglich habe sie ihren Wagen ohne schlechtes Gewissen länger als eine Stunde auf einem der Parkplätze im Bahnhofsviertel abgestellt. Die Grote-Filialleiterin deutet in Richtung Busbahnhof und stellt kopfschüttelnd stellt: „Dort sind gerade drei neue P&R-Schilder aufgestellt worden. Warum kann dann hier vor dem Bahnhof nicht wenigstens ein Park-Schild Platz finden?“

Hermes und Neumann sind der Ansicht, dass mindestens noch ein weiteres Schild aufgestellt werden müsste – und zwar an der Bahnhofstraße in Fahrtrichtung Inselgebäude. Eine entsprechende Anfrage bei Rolf Prange von der Stadtverwaltung sei nicht gerade positiv verlaufen. „Herr Prange hat darauf hingewiesen, dass es inzwischen üblich sei, nur noch ein Schild aufzustellen, dass für einen gesamten Bereich gilt“, sagt Hermes. Grundsätzlich sei es ja auch gut und richtig, den Schilderwald auszulichten. Und auch an der Parkzeitbegrenzung möchten die Freien Demokraten keinesfalls rütteln. „Aber die Autofahrer müssen doch wissen, welche Regeln gelten“, stellt Hermes fest – und berichtet von einem Gespräch mit einem der heimischen Ordnungshüter: „Selbst er als Polizist wusste nicht, dass er am Bahnhof nur eine Stunde mit Parkscheibe stehen darf.“

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