Experte gibt erste Übersicht

Teure Beseitigung der Flutschäden: So hoch schätzt die Stadt Werdohl ihre Kosten

Deutlich mehr als 100 000 Euro wird allein der Ersatz für diese weggespülte Kanalbrücke im Versetal kosten. Der Schaden war erst Wochen nach dem Stark-regenereignis Mitte Juli bemerkt worden. Mittlerweile fließt das Abwasser aber nicht mehr in die Verse. Tiefbauabteilungsleiter Martin Hempel lieferte im Ausschuss eine erste Übersicht über Schäden, die an städtischen Straßen, Befestigungen und Böschungen entstanden sind.
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Deutlich mehr als 100 000 Euro wird allein der Ersatz für diese weggespülte Kanalbrücke im Versetal kosten. Der Schaden war erst Wochen nach dem Stark-regenereignis Mitte Juli bemerkt worden. Mittlerweile fließt das Abwasser aber nicht mehr in die Verse. Tiefbauabteilungsleiter Martin Hempel lieferte im Ausschuss eine erste Übersicht über Schäden, die an städtischen Straßen, Befestigungen und Böschungen entstanden sind.

Auch wenn Werdohl im Vergleich zu anderen Städten mit dem blauen Auge davongekommen ist, sind die Schäden durch das Starkregenereignis Mitte Juli vor allem an städtischen Straßen und Bachläufen erheblich.

Deutlich mehr als eine Million Euro werden die Wiederherstellungskosten ganz sicher betragen. Einen ersten Überblick über die Schäden und deren Beseitigung gab jetzt der Tiefbauabteilungsleiter Martin Hempel im Ausschuss für Bauen und Liegenschaften.

In einer Präsentation mit Bildern und Stichworten zählte Hempel die beschädigten Orte auf und unterteilte dabei lediglich in die Größenordnung von über oder unter 100 000 Euro. Vor allem bei den Bächen müsse für jeden einzelnen in Zukunft eine eigene Risikoabschätzung unternommen werden. In Absprache mit den Wasserbehörden müsse detailliert für jede Böschung geklärt werden, ob sie unter ökologischen Anforderungen wieder hergestellt werden dürfe oder ob es Sinn mache, andere Gewässersicherungsmaßnahmen vorzunehmen. „Das kann man alles noch gar nicht ganz genau abschätzen“, sagte Hempel ein ums andere Mal bei der Vorstellung der Schadstellen.

Die Zuwegung zum Friedhof Biesenberg ist total zerstört und bis zu vier Meter abgebrochen.

Die Schäden in der Übersicht

Schäden der Kategorie „teurer als 100 000 Euro“ zeigte Hempel in Rotenhohl, Blumenstraße/Deitenbecke, Mühlenschlad, Rohrbrücke Esmecke, Brücke Hammerstraße, Kettenbecke/Gildestraße, Herbscheid/Friedhofstraße, Hartmecke und am Wirtschaftsweg Biesenberg auf. In Dresel am Burhagen, an der Soppe neben der Lenne und an den elektrischen Schaltschränken, Pumpen und Anlagen kommt man je Schadenfall wohl mit weniger als 100 000 Euro aus. An all Stellen ist die Straße unterspült und teilweise weggerissen, die Bankette sind verschwunden oder der jeweilige Bach hat Massen von Geröll und Geschiebe auf die Straße, daneben oder unter Brücken und vor Abläufe gedrückt. Böschungen und Abhänge sind weggeschwemmt und nur noch teils oder gar nicht mehr vorhanden. Hempel schätzte das nötige Budget für die Herstellung aller Schäden auf „locker“ eine Million Euro.

Die Hammerstraße ist schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, die Brücke ist noch in Ordnung.

Der Ausschuss-Vorsitzender Dirk Middendorf sprach für alle und bemerkte auch Wochen nach der Katastrophe immer noch eine Erschütterung beim Betrachten der Bilder und der Aufzählung der Schäden. Bis dato sei allerdings auch schon „hervorragend gearbeitet“ worden, so Middendorf. Die gröbsten Schäden seien beseitigt, Rettungswege wiederhergestellt und Straßen zumindest provisorisch einigermaßen befahrbar gemacht.

Stadt hat für keine ihrer Liegenschaften eine Elementarversicherung

Der städtische Bauleiter Peter Guido Grau berichtete den Mitgliedern des Bau- und Liegenschaftsausschusses am Montag über die Schäden, die das Starkregenereignis am 14. Juli an städtischen Gebäuden angerichtet hatte. Dabei wurde bekannt, dass die Stadt für keine ihrer Liegenschaften eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen hat.

Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) und Bauabteilungsleiter Schroeder erklärten, dass man jetzt mit dem Thema beschäftigt sei. Ratsmitglied Schürmann (CDU) hatte nachgefragt, was die Stadt tun würde, damit bei zukünftigem Starkregen oder Hochwasser die Schäden in Grenzen gehalten werden können. Grau betonte, dass es Werdohl längst nicht so schlimm erwischt habe wie zum Beispiel die Nachbarkommune Altena. Insgesamt beliefen sich die Gebäudeschäden geschätzt auf etwa 80 000 Euro.

Der teuerste Schaden ist an der Heizung der Sporthalle Eveking entstanden: Heizung, Warmwasserspeicher, Lüftungssteuerung und alle Pumpen seien „Kernschrott“. Der Vergabeausschuss werde den Auftrag für eine neue Anlage für rund 36 000 Euro vergeben.

Die Heizungsanlage im Gebäude des benachbarten Sportplatzes Altenmühle sei nicht ganz so stark zerstört, aber völlig veraltet. Die Heizung liefe im Notbetrieb und müsse für rund 32 000 Euro erneuert werden. Trocknungs- und Malerarbeiten würden mit weiteren 3000 Euro zu Buche schlagen. Ein Baum über der Verse habe das Dach der Mietwohnung beschädigt, die Reparatur habe 4000 Euro gekostet.

Für etwa 500 Euro Kosten sie die Heizung im Baubetriebshof repariert worden. Etwa 900 Euro würde die Trocknung von Lagerräumen kosten.

Hempel: „Die Arbeiten werden noch Jahre brauchen“

Manche Zuwegungen wie die zum Biesenberg seien bislang unangetastet, so Hempel. Es sei zu gefährlich, hochzufahren. Statiker müssten prüfen, ob nicht Stützmauern gebaut werden müssten. Die Tücke stecke im Detail: „Da fahren Holzlaster mit 50 Tonnen und mehr hoch, da kann man nicht so eben mal irgendwas machen.“ Die Arbeiten würden noch Jahre brauchen.

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