200 Tonnen Salz bestellt

Temperatursturz erwartet: Winterdienste bereiten sich auf Blitzeis vor

Uwe Bettelhäuser und die Mitarbeiter des Bauhofs haben im Januar mehr als 125 Tonnen Salz auf den Straßen verteilt. Jetzt bereiten sie sich auf Glatteis am Wochenende vor.
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Uwe Bettelhäuser und die Mitarbeiter des Bauhofs haben im Januar mehr als 125 Tonnen Salz auf den Straßen verteilt. Jetzt bereiten sie sich auf Glatteis am Wochenende vor.

Die Winterdienste in Werdohl und Neuenrade erwarten am Wochenende einen Temperatursturz, der zu gefährlichen Straßenverhältnissen führen kann. Sie bereiten sich vor. Autofahrer sollten vor allem Samstagabend und am Sonntag vorsichtig sein.

Werdohl/Neuenrade/Balve – Wie der Winterdienstverantwortliche Dominic Winterhoff aus Werdohl schildert, ist vor allem mit Schnee- und Eisregen zu rechnen, der auf der Straße gefrieren könnte. Am Samstag soll es sich im Laufe des Tages schnell abkühlen. „Zwischen 12 und 18 Uhr erwarten wir einen Temperatursturz auf null Grad“, sagt Winterhoff. Die Daten entnimmt er einem detaillierten Wetterbericht für die Region, den der Werdohler Betriebshof, der auch für den Winterdienst zuständig ist, zweimal täglich erhält. „Ab 18 Uhr sollen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen. Gleichzeitig sind Regen und Schneeregen angekündigt.“

Der Winterdienst in Werdohl ist deshalb in erhöhter Alarmbereitschaft. „Das kann schon sehr unangenehm werden“, sagt Winterhoff. Falls es Blitzeis auf den Straßen geben sollte, bekommen die Streu- und Räumfahrzeuge des Winterdienstes nämlich Probleme. „Auf Eis rutschen auch unsere Reifen.“

Damit es gar nicht erst soweit kommt, will der Winterdienst in der Stadt an Lenne und Verse schon am Samstagmittag damit anfangen, die Straßen zu streuen. So werde die Gefahr reduziert, dass es zu einer Glatteisbildung kommt. Mit Salz ist der Bauhof gut eingedeckt. Winterhoff: „Ich habe im Januar erst 200 Tonnen Salz nachbestellt.“ Wie viel davon pro Tour verbraucht wird, sei unterschiedlich. Wenn die Straßen von Schnee und Eis nicht massiv bedeckt sind und sich die Beeinträchtigungen in Grenzen halten, spreche man von rund 20 Tonnen. Wenn der Winter sich aber mit voller Stärke zeigt, kann es auch passieren, dass deutlich mehr Salz benötigt wird.

In Werdohl werden am Wochenende insgesamt sieben Fahrzeuge des Bauhofs unterwegs sein, mit denen die Winterdienstmitarbeiter für die Verkehrssicherheit sorgen. Zusätzlich läuft ein Fußtrupp – bestehend aus vier Personen – durch das Stadtgebiet.

Der Neuenrader Winterdienst bereitet sich ebenfalls auf das Wochenende vor. Wie üblich werde es einen Bereitschaftsdienst geben, berichtet Amtsleiter Marcus Henninger. Man sei gut aufgestellt, falls es wirklich glatt werden sollte. „Wenn etwas passiert, fährt der Winterdienst umgehend raus“, betonte Henninger. Er unterstreicht aber auch, dass Schnee, Schneeregen und Glatteis das täglich’ Brot des Winterdienstes sind. Insofern sei der angekündigte heftige Wetterumschwung kein Grund, hektisch zu werden. „Wir gehen nicht davon aus, dass uns die Situation am Wochenende über das übliche Maß hinaus fordern wird.“

Dass der Winterdienst gut funktioniert und die Straßen möglichst frei sind, ist für die Rettungskräfte wichtig. Sie müssen rausfahren, falls es wetterbedingt zu Unfällen oder Behinderungen auf den Straßen kommt. Werdohls Feuerwehrchef Kai Tebrün sagt: „Unsere Einsatzkräfte sind auf freie Straßen angewiesen, um zum Gerätehaus zu gelangen.“ Vor Corona seien die Gerätehäuser an solchen Tagen zum Teil besetzt worden, damit die Feuerwehr bei Unwetterlagen schnell ausrücken kann und es eben nicht passiert, dass die Einsatzkräfte bei der Anfahrt selbst im Schnee stecken bleiben. In der Pandemie sei das nicht möglich, erklärt Tebrün. Er betont aber, dass die Werdohler Wehr auch so immer einsatzbereit sein wird.

Besondere Vorkehrungen mussten nicht getroffen werden, was unter anderem einer guten technischen Ausstattung zu verdanken ist. „Unsere Fahrzeuge sind mit Schleuderketten ausgestattet“, sagt Tebrün. Dabei handelt es sich um Schneeketten, die bei Bedarf während der Fahrt zugeschaltet werden können. Das sei ein großer Vorteil, denn normale Schneeketten müssten die Wehrleute im Voraus aufziehen. Ein Kraftakt und ein bis zwei Stunden Arbeit, wie Tebrün noch aus eigener Erfahrung weiß. Er will die Wetterlage am Wochenende im Blick behalten. „Ich bin gespannt, was kommt und hoffe, dass der Kelch an uns vorüber geht.“

„Unser Team am Bauhof hat den Sonntag, an dem von Blitzeis auf den Straßen ausgegangen werden muss, im Fokus“, heißt es auch aus Balve. Michael Bathe, Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, sagte auf Anfrage: „Alle sind auf dieses Wochenende vorbereitet, halten sich am Sonntag ab 4 Uhr mit dem Wetterradar auf dem Laufenden.“ Die mit Streuauftausalz gefüllten Fahrzeuge sind einsatzbereit; das Silo ist mit 55 Tonnen Streuauftausalz gefüllt. Für einige Straßenabschnitte sind als Dienstleiter für die Stadt die Betriebe Hepping und Brinkschulte zuständig.

Eis- und Schneechaos droht am Wochenende

Aus Sorge vor einem Eis- und Schneechaos am Wochenende hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine amtliche Vorabwarnung für den Märkischen Kreis (MK) veröffentlicht. Besondere Gefahr geht demnach von Eisregen aus, aber auch Schneefälle können das öffentliche Leben nahezu komplett lahmlegen. Die Warnung für den MK gilt für den Zeitraum von Samstag, 6. Februar, 18 Uhr, bis Sonntag, 7. Februar, 18 Uhr.

Von Süden ziehen langanhaltende und teils kräftige Niederschläge auf – vor allem Schnee. Diese gehen im Laufe des Abends zunehmend von Schneefall in gefrierenden Regen über – der sogenannte Eisregen. Bis zum Sonntagabend muss verbreitet mit Glatteis auf Straßen und Wegen gerechnet werden. Es könne zu erheblichen Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr kommen, schreibt der DWD. Zudem bestehe die Gefahr von Eisbruch.

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