Telekom verlegt Glasfaser-Kabel

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Am Klosterweg zieht die Firma Eltel derzeit im Auftrag der Telekom Leerrohre für Glasfaserkabel in den Boden ein.

Werdohl - Die Deutsche Telekom hat in Werdohl mit dem Ausbau ihres Glasfasernetzes für die Telekommunikation begonnen. Damit können mehr Kunden des Branchenführers demnächst in den Genuss sehr schneller Internetverbindungen kommen.

Welche Bereiche werden ausgebaut?

„Wir bauen nicht flächendeckend aus, sondern nur in Teilbereichen, die für uns wirtschaftlich und günstig sind“, sagt Teekom-Pressesprecher André Hofmann. Die Stadt Werdohl hat der Telekom zwei Genehmigungen erteilt. Die erste Genehmigung umfasst die Gildestraße/B236, Unterm Bausenberg, Friedhofstraße, Auf der Hardt, An der Hartmecke, Klosterweg, Talstraße, Eggenpfad, Freiheitstraße, Schulstraße und Friedenstraße. Die zweite Genehmigung gilt für die Goethestraße, die Inselstraße, die Lennestraße, die Ütterlingser Straße und die Breslauer Straße.

Was genau wird bei den Bauarbeiten ausgeführt?

Derzeit lässt die Telekom nur Leerrohre verlegen. „Dabei wird ein Lückenschluss zwischen schon vorhandenen Leerrohren hergestellt“, weiß Rolf Prange von der Stadt Werdohl. Das eigentliche Glasfaserkabel wird erst später eingezogen.

So funktioniert es

Ein Glasfasernetz ist im Grunde ähnlich aufgebaut wie ein herkömmliches Telefonnetz mit Kupferkabeln. Der entscheidende Unterschied ist, dass sich bei Kupferkabeln mit zunehmender Länge ein induktiver Widerstand bildet und ohne entsprechende technische Vorkehrungen die Signalstärke bereits nach wenigen Kilometern deutlich abnimmt. Die Übertragung im Glasfaserkabel erfolgt durch Licht einer bestimmten Wellenlänge. Vereinfacht gesagt, werden die Daten in Form von Nullen und Einsen mit sehr schnell aufeinanderfolgenden Lichtblitzen gemorst. Signale können so über lange Strecken verlustfrei transportiert werden. Ohne zusätzliche technische Hilfsmittel können Strecken von bis zu 250 Kilometern überbrückt werden.

Wer führt die Arbeiten durch?

Mit den Arbeiten hat die Telekom die Firma Eltel Infranet aus Hannover beauftragt. „Wir sind ein internationales Unternehmen in diesem Bereich Marktführer“, behauptet Eltel-Projekleiter Stefan Gutekunst. In Werdohl kommen neben deutschen auch Fachkräfte aus Litauen zum Einsatz. Gutekunst: „Wir haben mit dem Infrastrukturausbau im Moment alle Hände voll zu tun und greifen deshalb auch auf die Dienst von Fachkräften aus anderen EU-Ländern zurück.“

Ab wann können die Werdohler schneller surfen?

Eltel-Projektleiter Gutekunst geht davon aus, dass sein Unternehmen die Arbeit bis Februar erledigt haben wird. Telekom-Sprecher Hofmann denkt eher in Richtung zweites Quartal 2018.

Warum verwendet man überhaupt Glasfaser?

Eine Glasfaser ist kaum dicker als ein Haar und dabei extrem leistungsstark. Glasfasern leiten Informationen via Lichtwellen weiter: Mit höchsten Übertragungsgeschwindigkeiten lassen sich damit selbst größte Datenpakete versenden und empfangen. Glasfasern gelten deshalb als die Datenautobahn der Zukunft.

Welche Übertragungsgeschwindigkeiten können demnächst in Werdohl erreicht werden?

„Wir bauen mit Geschwindigkeiten bis zu 100 MBit/s aus“, sagte Telekom-Sprecher Hofmann. Das ist die zweitbeste derzeit verfügbare Ausbauvariante. Vermittlungsstellen und Verteilerkasten sind dabei per Glasfaser verbunden, vom Verteilerkasten geht es dann per Kupferleitung ins Haus. Noch schneller mit bis zu 1000 MBit/s geht es nur, wenn auch die Verbindung vom Verteilerkasten ins Haus über Glasfaser erfolgt.

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