Noch junger Ortsverband

Teilnahme an Kommunalwahl: So haben sich die Grünen entschieden 

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Volker Oßenberg ist der Sprecher des noch jungen Ortsverbandes der Grünen in Werdohl.

Werdohl – Die Werdohler Grünen werden nicht zur Kommunalwahl am 13. September antreten. Das erklärte auf Nachfrage Grünen-Sprecher Volker Oßenberg.

Die Nachricht sei zuerst in der vergangenen Woche dem Kreisverband der Grünen übermittelt worden. 

„Diese Entscheidung ist uns schwer gefallen“, so Oßenberg gegenüber unserer Redaktion. „Wir wollten nicht blauäugig mit einer wilden Mannschaft antreten“, gab er als Grund an. Die Grünen in Werdohl seien davon ausgegangen, dass sie auch bei einer Besetzung von nur der Hälfte der Wahlbezirke im Rat vertreten gewesen wären. Oßenberg deutete an, dass die Grünen mit ihren möglichen Kandidaten vielleicht nicht über fünf Jahre eine „vernünftige Arbeit“ hätten leisten können. 

Solide Basis soll aufgebaut werden

Von daher habe der Ortsverband der Grünen entschieden, nicht anzutreten. Stattdessen wollten sie in den nächsten Jahren versuchen, eine solide Basis für kommenden Wahlen aufzubauen. „Wir werden versuchen, auch außerhalb des Rates Einfluss auf die Politik in der Stadt zu nehmen“, formulierte Oßenberg die Ziele ungewohnt zurückhaltend. Für die Grünen im Märkischen Kreis werde selbstverständlich Wahlkampf gemacht, die Grünen-Fraktion im Kreistag werde dabei unterstützt. Bei diesem Wahlkampf werde es wohl keine speziellen Werdohler Themen geben, so Oßenberg. 

Viele grüne Themen seien ohnehin nicht lokal zu bearbeiten, der öffentliche Personennahverkehr zum Beispiel könne nur über den Märkischen Kreis beeinflusst werden. Oßenberg betonte mehrfach, dass die Grünen in Werdohl nicht nur durch seine Person dargestellt würden. Die Entscheidung sei gemeinschaftlich im Ortsverband getroffen worden: „Ich bin ja nicht allein.“ 

Oßenberg derzeit parteiloses Mitglied im Rat

Oßenberg hat sein damals für die WBG errungenes Ratsmandat noch bis zum Abschluss der Wahlperiode am 31. Oktober inne. Seit seinem Austritt aus der WBG im Herbst vergangenen Jahres nimmt er als parteiloses Mitglied an den Ratssitzungen teil. Seinen Sitz in den Ausschüssen hatte er durch den Austritt verloren. Bei der WBG war Oßenberg als Fraktionsvorsitzender eine Zeit lang als Bürgermeister-Kandidat gehandelt worden. Im Gespräch mit der Redaktion hatte er vor wenigen Wochen erklärt, keinerlei Ambitionen als Bürgermeister-Kandidat der Grünen zu haben. Er werde von seiner Familie gebraucht, das hätten seine Frau, die Kinder und er gemeinsam beschlossen. 

Der verbeamtete Berufsschullehrer hatte sich nach seinem Austritt aus der WBG den Grünen im Kreis angeschlossen. Zunächst als Einzelkämpfer hatte er euphorisch seine Ziele formuliert: Er wolle mit einer möglichst jungen Mannschaft alle Wahlbezirke besetzen und Grün in Werdohl etablieren. Die Gründung eines Ortsverbandes gelang Anfang Dezember mit sehr wenigen Teilnehmern, nachdem es auch noch Schwierigkeiten bei der Terminfindung gegeben hatte. Der Ortsverband der Grünen in Werdohl wurde mit vier Personen gebildet: Sprecher und Vorsitzender ist Volker Oßenberg, Kassiererin ist Petra Kosak. Zu Beisitzern wurden Murat Kaya und Adrian Kosak gewählt. Keiner aus diesem Quartett ist wirklich jung. 

Frist läuft am Donnerstag ab

Nach der Gründungsversammlung gab es im Frühjahr eine öffentliche Informationsveranstaltung, die sehr schlecht besucht war und in der kaum ein Fortschritt zu erkennen war. Oßenberg war auch da tonangebend, von anderen Mitgliedern gab es kaum mehr als Anregungen oder Wünsche. Viele Zusammenhänge schienen unvertraut. 

Die Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen für die Kommunalwahl läuft in dieser Woche Donnerstag um 18 Uhr ab. Für das Bürgermeisteramt kandidieren Amtsinhaberin Silvia Voßloh (CDU) und Andreas Späinghaus (SPD). Vollständige Kandidatenlisten haben CDU, SPD, WBG und FDP eingereicht.

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