Tarifeinigung bedeutet Mehrbelastung für Stadt Werdohl

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Werdohl - Die Einigung auf einen neuen Tarifvertrag im öffentlichen Dienst bedeutet eine finanzielle Mehrbelastung für die Stadt Werdohl.

„In unseren Haushaltsplänen kalkulieren wir mit einer Erhöhung der Gehälter von jährlich 2,0 Prozent, was einem Betrag von gut 200 000 Euro entspricht. Weil der Tarifabschluss jetzt aber höher ausgefallen ist, entstehen uns Mehrkosten“, sagte Benjamin Luschnat aus der Abteilung Steuerung und Finanzen der Stadtverwaltung. 

Bei Personalauszahlungen von rund 10,6 Millionen Euro für 2018 beliefen sich die Mehraufwendungen auf etwa 80 000 Euro. Für 2019 rechnet Luschnat mit Mehraufwendungen in Höhe von circa 190 000 Euro, in 2020 soll sich der Betrag auf rund 150 000 Euro belaufen. „Diese Summen müssen wir in den Haushaltsplanansätzen für die kommenden Jahre natürlich kompensieren, der Haushaltsausgleich wird durch diese Mehraufwendungen aber nicht gefährdet“, sagte Luschnat. 

Stärkungspakt läuft bis 2020

Bekanntlich ist Werdohl eine der Kommunen im Kreis, die am Stärkungspakt Stadtfinanzen teilnehmen. Für 2018 fordert die Bezirksregierung Arnsberg erstmals seit gut 15 Jahren wieder einen ausgeglichenen Haushalt auszuweisen. Zuletzt sah der Haushaltsplan für das laufende Jahr ein kleines Plus von etwa 100 000 Euro vor. 

Der Stärkungspakt läuft noch bis zum Jahr 2020. Bis dahin wird Werdohl rund elf Millionen Euro an Unterstützungsleistungen erhalten haben. Ab 2021 soll der Haushalt auch ohne die jährliche Hilfe von 1,7 Millionen Euro ausgeglichen sein. Auch das sieht die Prognoserechnung so vor: Der Haushalt 2021 schreibt ein kleines Plus aus. 

Dies soll auch nach der Tariferhöhung für die Beschäftigten durch Verschiebungen einiger Posten im Etat weiterhin der Fall bleiben. 

Dabei ist der Anteil der Personalauszahlungen an den Gesamtaufwendungen in Werdohl prozentual gesehen so hoch wie in keiner anderen Kommune im Märkischen Kreis. Das geht aus einer Statistik hervor, die das Statistische Landesamt Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) in dieser Woche veröffentlicht hat. 

Prozentual kreisweit die höchsten Ausgaben 

Mit gut zehn Millionen Euro betrugen die Personalauszahlungen 2016 rund 21,5 Prozent der Gesamtsumme an Aufwendungen von mehr als 46,5 Millionen Euro. Für 2015 hatte der Prozentwert sogar bei 22,8 gelegen. Auf einen ähnlich hohen Prozentwert für das vorvergangene Jahr kommt mit 20,1 einzig noch Plettenberg. Am besten in dieser Kategorie schneidet aus dem Kreis Meinerzhagen ab, wo 2016 nur rund 8,5 Prozent der Gesamtaufwendungen für Personalauszahlungen draufgingen. Balve zahlte 2016 gut 3,4 Millionen Euro an sein Personal aus, was einem Wert von 14,9 Prozent entspricht; in Neuenrade waren es etwa 5,5 Millionen Euro (18,2 Prozent). 

Für 2017 sind aus Werdohl noch keine Zahlen zum Haushaltsabschluss veröffentlicht. „Zum Abschluss 2017 geben wir derzeit keine Informationen bekannt. Das wird auf der Ratssitzung im Juni erfolgen“, sagte Benjamin Luschnat.

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