Aus dem „Tannenbaum“ wird eine gerade Halle

+
Lutz Menshen (links) und Dirk Janssen in der Einfahrt des neuen Betriebsgeländes Im Ohl. Zwei Waagebrücken stehen ein- und ausfahrenden Lkw zur Verfügung.

Werdohl - „Eigentlich ziehen wir noch um“, sagt Lutz Menshen, als vor seiner Bürotür eine Bohrmaschine dröhnt. „Bis unser altes Gelände am Blechhammer endgültig geräumt sein wird, dauert es sicher noch zwei bis drei Monate.“ Doch obwohl die Handwerker im neuen Verwaltungsgebäude Im Ohl noch ein paar Regale an die Wände schrauben – in die neue Halle des Schrotthandels ist schon der Alltag eingekehrt.

Zu dem Umzug entschlossen sich die Geschäftsführer Lutz Menshen und Dirk Janssen aus mehreren Gründen. „Wir konnten uns am Blechhammer nicht erweitern“, nennt Menshen einen wichtigen. Außerdem sei das Grundstück Im Ohl „die letzte große Industriefläche, die in Werdohl zur Verfügung stand“, sagt der Geschäftsführer des Schrott- und Metallgroßhandels A. Menshen. Und sein Unternehmen habe schneller sein wollen als die Konkurrenz.

Schneller soll es jetzt auch im Arbeitsalltag der 50 Mitarbeiter gehen. Denn bis Ende April mussten diese zum Beispiel zwischen drei Werkstätten hin und her fahren. Die Reparaturwerkstätten für Lkw und Container befanden sich bereits an der Plettenberger Straße, eine weitere Werkstatt war noch am Blechhammer angesiedelt. Seit dem Umzug zum 5. Mai hat Werkstattleiter Thomas Busche alle fünf Lkw-Schlosser und Schweißer unter einem Dach.

A propos Dach: Dass jetzt alle seine Angestellten bei ihrer Arbeit ein solches über dem Kopf haben, freut Lutz Menshen. „Die stehen jetzt nicht mehr jeden Tag im Regen“, sagt er. Am Blechhammer seien nur einige Teile des Betriebsgeländes überdacht gewesen. „Spitz zulaufend wie ein Tannenbaum“ sei der alte Platz, „jetzt haben wir eine gerade Halle, das ist organisierter.“

Riesige Berge verschiedener Metalle, Aluminium- und Eisenspäne lagern in dieser Halle. Draußen sortieren Menshens Mitarbeiter Kunststoff, Papier und Bauschutt. Was nicht recycelt werden kann, landet in Müllverbrennungsanlagen. „Das ist aber auch eine Art Recycling“, findet Lutz Menshen. „Der Müll wird dort zu Strom.“ Die gut 100 Lkw, die täglich Schrott bringen oder abholen, werden an der Einfahrt zum Firmengelände gewogen.

Kontrolle auf Radioaktivität

Auch dort solle es nun schneller gehen als vorher, sagen die Geschäftsführer. „Wir haben jetzt zwei Waagebrücken, vorher war es nur eine“, sagt Menshen. Und noch etwas passiert an der Ein- und Ausfahrt: Die Wagen werden auf Radioaktivität kontrolliert. „Wir müssen gegenüber unseren Kunden, an die wir weiterverkaufen, eine Sprengkörper- und Radioaktivitätsfreiheitserklärung abgeben“, erklärt der Geschäftsführer.

Viele Kleinigkeiten müssten sich in der neuen Arbeitsumgebung natürlich noch einspielen. „Unser Betriebsleiter Thomas Leiendecker rotiert, um die Abläufe umzustellen“, lobt Menshen seinen Mitarbeiter. Schließlich seien diese Abläufe am alten Standort 40 Jahre lang selbstverständlich gewesen.

Von Constanze Raidt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare