Drei stattliche Nordmänner für die St. Michael-Kirche

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Sorgen traditionell in der Woche vor Weihnachten dafür, dass die drei großen Nordmanntannen ihren Weg in die St. Michael-Kirche finden: Das Team um Ludovico Greco (auf der Leiter sitzend).

WERDOHL ▪ Drei riesige Tannen, acht starke Männer, eine Frau, eine Mission: Damit die St. Michael-Kirche an den bevorstehenden Weihnachtsfeiertagen in festlichem Lichterglanz erstrahlt, bedarf es eines eingespielten Teams und natürlich allerhand Muskelkraft. Die beiden Gemeindemitglieder Ludovico Greco und Martin Hempel kümmern sich seit Jahren federführend um die Aktion, zu der sich das bewährte Team am Dienstagabend in der Kirche traf.

„Fünf bis sechs Meter hoch müssen die drei Nordmänner für den Altarraum und das linke Seitenschiff der Kirche schon sein, damit sie auch aus der hintersten Kirchenbank noch gut zu erkennen sind,“ sagt Ludovico Greco. Früher habe das Team die Tannen auch schon mal selbst in einem Vorgarten eines Gemeindemitgliedes geschlagen. So auch im vergangenen Jahr, als ein rund zehn Meter hoher Baum den Altarraum des katholischen Gotteshauses in der Innenstadt zierte.

In diesem Jahr habe der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Schemberg die drei stattlichen Bäume gespendet. „Das Unternehmen hat die Nordmänner mit dem Lastwagen direkt vor die Kirche geliefert. Wir sind sehr dankbar für die professionelle Hilfe,“ sagt Martin Hempel. Er hat die Tannen in einer alten Schonung ausgesucht.

Doch bevor diese in die Kirche getragen werden, muss der rote Teppich im Altarraum weichen. Greco rollt das gute Stück zusammen. Auch die Kirchenbänke im linken Seitenschiff werden mit vereinten Kräften ein Stückchen zur Seite geschoben. Dann geht es nach draußen vor die Kirche. Vier der Männer tragen den ersten Baum durch das Portal, den Mittelgang entlang bis in den Altarraum. Die riesigen Weihnachtsbaumständer stehen schon bereit. Diese wurden vor einigen Jahren eigens für die Gemeinde angeschafft. Die Männer wuchten den ersten Baum in den Ständer. Dann ziehen sie den Koloss mit vereinten Kräften in die Höhe. Jetzt ist Feinarbeit gefragt. Schließlich soll der Baum gerade stehen und sich den Kirchenbesuchern von seiner schönsten Seite zeigen. Nach einigem Schieben, Drehen und Schrauben am Ständer ist das Team mit der Feinjustierung zufrieden: „So ist es perfekt“, sind sich die Teammitglieder einig, die das Ergebnis von verschiedenen Stellen der Kirche aus begutachten.

Dann werden die nächsten beiden Tannen in die Kirche getragen. Vor allem der dritte Baum fordert die Männer um Ludovico Greco und Martin Hempel, hat der Stamm doch einen Durchmesser von rund 20 Zentimetern. Endlich ist es geschafft. Durchatmen.

Ludovico Greco holt die Pakete mit den Lichterketten hervor. Auch die großen Leitern stehen schon im Altarraum bereit. Doch bevor sich die ersten Schwindelfreien mit den Lichterketten die Leitersprossen hinauf auf den Weg in luftige Höhen machen, werden die einzelnen Kerzen auf ihre Funktionsfähigkeit getestet.

„Früher mussten wir auch schon Mal ein Loch in den Stamm bohren. Dann haben wir noch Äste reingesteckt. Damit die Tannen voller wirken. Das brauchen wir in diesem Jahr nicht zu machen“, lobt Greco das Aussehen der drei Tannen, während er die ersten Kerzen an den Ästen befestigt.

Damit auch die Tannenspitzen beleuchtet sind, nehmen die Männer auf der Leiter einen langstieligen Besen zur Hilfe. Jetzt ist Geduld gefragt. Einige Versuche und Minuten später ist Martin Hempel mit dem Ergebnis zufrieden. Drei Lichterketten werden an jeder der drei Tannen angebracht. „Jede Lichterkette hat 20 Kerzen,“ erklärt Ludovico Greco. Dass einige der Kerzen nicht gerade an den Bäumen hängen, stört nicht: „Wenn die Lichterketten leuchten, sieht man das aus den Kirchenbänken gar nicht,“ sind sich Ludovico Greco und Elisabeth Ashadi einig.

Ashadi ist mit Besen und Kehrblech unterwegs. Schließlich müssen die Tannennadeln weggefegt werden. Vor zwei Jahren seien die Tannen total vereist gewesen. Da habe dir Kirche nach der Aktion schlimm ausgesehen, erinnert sich Ashadi.

Zusätzlich zu den drei Nordmännern tragen die Helfer noch eine kleine Tanne in das Gotteshaus. Den haben die Pfadfinder St. Michael gespendet. Das Bäumchen können die Jungen und Mädchen in der Christmette schmücken. „Auch in den übrigen Messen, die an den Weihnachtsfeiertagen stattfinden, haben die Kinder die Möglichkeit, selbst gebastelten Tannenschmuck an die Zweige zu hängen.

Von Ute Heinze

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