Messungen entlang der Strecke in Werdohl

Lärmkarte der Bahn für Werdohl: Zwischen Staubsauger und Waschmaschine

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Den Zugverkehr in Werdohl, hier zwei Abellio-Züge bei der Ein- und Ausfahrt über die Lennebrücke am Bahnhof, hat das Eisenbahn-Bundesamt untersucht.

Werdohl - Fast 33.000 Zugbewegungen gibt es pro Jahr auf der Ruhr-Sieg-Strecke im Bereich Werdohl. Das geht aus dem Lärmaktionsplan des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) hervor.

Erwartungsgemäß werden die meisten Zugbewegungen tagsüber gezählt. Auch interessant: Die dadurch entstehende Lärmbelastung ist nicht übermäßig stark. 

Das Eisenbahn-Bundesamt ist dafür zuständig, mindestens alle fünf Jahre Lärmkarten für Schienenwege von Eisenbahnen des Bundes auszuarbeiten. Das bedeutet, dass der Zugverkehr auf den Schienen der Deutschen Bahn erfasst wird, unabhängig davon, wem die darauf verkehrenden Fahrzeuge gehören. Zugbewegungen auf Schienen privater Infrastrukturbetreiber werden vom Eisenbahn-Bundesamt dagegen nicht kartiert und einbezogen. Die Lärmkarten liegen für Ballungsräume mit mehr als 100.000 Einwohnern beziehungsweise für Haupteisenbahnstrecken mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 30.000 Zügen pro Jahr vor. 

So laut wie eine Waschmaschine 

Weil auf der Ruhr-Sieg-Strecke im Bereich Werdohl jährlich 32.776 Zugbewegungen (Stand: 2017) gezählt worden sind, gibt es auch für diesen Bereich Lärmkarten. Und die weisen keine übermäßige Lärmbelastung aus: Lediglich in unmittelbarer Nähe der Gleise, vor allem am Bahnhof, aber auch an der Gildestraße und im Bereich des Ütterlingser Viadukts, beträgt der Schalldruckpegel mehr als 75 Dezibel. Ansonsten liegt er auf einem schmalen Streifen entlang der Bahnstrecke zwischen 70 und 75 Dezibel. 

Zum Vergleich: 70 Dezibel erreicht auch ein Staubsauger, 75 Dezibel werden in einem Großraumbüro oder bei einer Waschmaschine im Schleudergang gemessen. An einer Hauptverkehrsstraße werden üblicherweise 85 Dezibel erreicht. 

1160 Personen von Lärm betroffen 

Das Eisenbahnbundesamt hat auch versucht, zu ermitteln, wie viele Menschen von diesem Zuglärm betroffen sind. Der stärksten Lärmbelastung sind tagsüber wie nachts Schätzungen zufolge etwa zehn Menschen betroffen. Insgesamt schätzt das EBA die Zahl der Werdohler, die tagsüber einer Lärmbelastung von mehr als 55 Dezibel ausgesetzt sind, auf 1160.

Für die Nacht werden etwas strengere Maßstäbe angelegt, dann gilt schon Lärm jenseits von 45 Dezibel als Belastung, was ungefähr dem Geräuschpegel an einer ruhigen Wohnstraße entspricht. Davon sind dann in Werdohl schätzungsweise 2190 Menschen betroffen. 

Nachts wird’s deutlich ruhiger 

Im Lärmaktionsplan hat das Eisenbahn-Bundesamt auch untersucht, wann die Züge auf den Bahnstrecken unterwegs sind. Für das Jahr 2017 wurden im Bereich Werdohl tagsüber 21.476 Zugbewegungen gezählt, das entspricht durchschnittlich etwa 58 Zugbewegungen pro Tag. Den größten Anteil daran hat der Regionalverkehr (16.392), der Güterverkehr ist mit 4569 Bewegungen beteiligt. Auf 513 Bewegungen kommt der sonstige Bahnverkehr, damit sind hauptsächlich Rangierfahrten gemeint. 

Abends gibt es in Werdohl 6362 Zugbewegungen, wobei 4546 auf den Regionalverkehr und 1814 auf den Güterverkehr entfallen. Nachts wird es dann deutlich ruhiger auf den Gleisen. Dann gibt es nur noch 1873 Zugbewegungen im Regionalverkehr und 3064 Bewegungen im Güterverkehr.

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