Superior Industries investiert 65 Mio. Euro: Das passiert im Werk in Dresel

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Das Plakat an einer der Werkshallen wirbt eigentlich für Arbeitssicherheit, könnte aber auch das Symbol sein für das, was sich bei Superior Industries in den nächsten vier Jahren tun wird. Das Werk in Dresel wird komplett umgekrempelt.

Werdohl - Der Aluminiumradhersteller Superior Industries Internationale hat an seinem Standort in Werdohl Großes vor: 65 Millionen Euro will das Unternehmen in den nächsten vier Jahren in Gebäude, Maschinen und Anlagen investieren. Dazu sollen fast 100 neue Mitarbeiter eingestellt werden. 

Vielleicht liegt es am Standort, dass Superior Industries in Werdohl nicht so stark wahrgenommen wird. Dabei ist das Unternehmen mittlerweile Werdohls zweitgrößter Arbeitgeber. 520 Mitarbeiter sind bei dem Felgenhersteller im Gewerbegebiet Dresel beschäftigt – mehr hat nur VDM Metals (etwa 680 Beschäftigte). 

Doch Superior Industries, das vormals unter Uniwheels und noch früher unter der Marke ATS firmierte, will aufholen und mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken. „Wir werden unsere Belegschaft um etwa 20 Prozent vergrößern“, sagt Werkleiter Christof Martin, als er in dieser Woche zusammen mit dem aus Detroit live zugeschalteten Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Hiller und Marketing-Direktor Gerald Steinmann die Expansionspläne vorstellte. 

Zweitgrößter Aluminiumradhersteller

65 Millionen Euro will Superior Industries, immerhin zweitgrößer Aluminiumradhersteller der Welt, bis 2022 in seine 1976 gegründete und danach stetig ausgebaute Alufelgenfabrik in Dresel investieren. „Damit wird dieser Standort für die nächsten 20 Jahre gesichert“, sagt Hiller. Für den Europa-Chef des Technologieführers in der Aluminiumradbranche ist das Werdohler Werk das Aushängeschild. „Dieser Standort ist für uns extrem wichtig“, sagte Hillers und verwies dabei wiederholt auf das unverzichtbare Knowhow der Mitarbeiter. 

Werkleiter Christof Martin zeigt auf einem Luftbild, wo neu gebaut werden soll: Ganz am nördlichen Rand des Firmenareals sollen zwei neue Werkshallen errichtet werden.

Die haben dem Aluradhersteller Uniwheels vor dessen Übernahme durch Superior Industries im Frühjahr 2018 zu einem beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung verholfen und einen Jahresverlust von rund 7 Millionen Euro im Jahr 2012 in einen Gewinn von mehr als 22 Millionen im Jahr 2018 verwandelt. „Diese Erfolgsstory der letzten sechs Jahre hat dazu geführt, dass diese Investition hier jetzt genehmigt wurde. Die Amerikaner haben wohl gesehen, dass es sich lohnt, hier zu investieren“, sagte der Werdohler Werkleiter Christof Martin. 

Neue Halle für eine Lackieranlage

Konkret will Superior Industries noch in diesem Jahr damit beginnen, eine neue Halle für eine Lackieranlage zu errichten und eine weitere Halle in der die Aluräder in zwei großen Wärmebehandlungsanlagen gehärtet werden. Dafür sollen die bisherige Versandhalle und eine bislang als Räderlager und für die Instandhaltung genutzte Halle abgerissen werden. Der Versand ist bereits jetzt in zwei Leichtbauhallen untergebracht, die eventuell nach 2022 noch einem neuen Hochregallager weichen könnten. Die Versandhalle könnte dann für andere Sonderverfahren ausgebaut werden. 

Rechts neben den beiden Versandhallen soll eine 8000 Quadratmeter neue Halle entstehen, in der die neue Lackieranlage untergebracht werden soll.

Alleine die beiden neuen Hallen und die dafür vorgesehenen Anlagen, die Anfang 2021 die Produktion aufnehmen sollen, kosten laut Werkleiter Martin rund 34 Millionen Euro. Weitere rund 31 Millionen Euro sollen in einen neuen Schmelzofen, eine Prüfanlage, ein automatisches Bearbeitungszentrum, in die Vernetzung von Robotern sowie andere Ersatzbeschaffungen und Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung investiert werden. „Wir haben etwas nachzuholen, um die Substanz dieses Werkes aufrecht zu erhalten“, erklärte Martin. Um konkurrenzfähig zu bleiben, werde das Werk komplett umgekrempelt. 

Alle namhaften Autohersteller als Kunden

Superior Industries beliefert auf dem Erstausrüstermarkt alle namhaften Autohersteller, produziert aber auch für den Zubehörmarkt Marken wie ATS, Rial, Alutec oder Anzi. 

Das Werk in Werdohl ist neben zwei weiteren Standorten in Bad Dürkheim (Konzernzentrale und Logistikzentrum) und Fußgönheim (Motorsport- und Schmiederadproduktion) sowie einer Räderfabrik in Stalowa Wola/Polen einer von vier Standorten in Europa. In Lüdenscheid ist noch das weltweite Entwicklungszentrum angesiedelt. Europweit beschäftigt Superior Industries 3500 Mitarbeiter, weltweit sind es etwa 8000.

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