Im Suff Kopfnuss für einen Unbekannten

WERDOHL ▪ Vier Monate Haft auf Bewährung, so lautete heute das Urteil des Altenaer Amtsgerichts gegen einen 25-jährigen Werdohler.

Der Mann räumte ein, Mitte Juli vergangenen Jahres gegen 0.30 Uhr auf der Freiheitstraße einem anderen eine Kopfnuss verpasst zu haben. Der Geschädigte war daraufhin zu Boden gefallen, wodurch er sich – zusätzlich zur geschwollenen Oberlippe durch den Stoß – eine Schürfwunde an der rechten Hand zugezogen hatte.

Der Angeklagte erklärte heute, er sei am Tattag durch die Kneipen gezogen. Ein Streit mit seiner Freundin habe ihn sehr frustriert. Als er mit ordentlich Alkohol im Blut auf den Geschädigten getroffen sei, waren die Männer verbal aneinander geraten.

„Er hat irgendwas gesagt, ich weiß aber nicht mehr was. Ich hatte einen hohen Pegel. Dann kam er auf mich zu. Das wurde mir zu dicht. Ich kann es nicht haben, wenn jemand zu nah an meinem Gesicht steht. Da hab ich ihm eine Kopfnuss verpasst. Das ist so passiert, und dafür muss ich jetzt auch gerade stehen”, zeigte sich der Mann mit den neun Vorstrafen einsichtig. Seit dem Vorfall meide er Kneipen und trinke nur noch ab und zu Alkohol: „Dann aber bei mir zu Hause, im geschlossenen Raum.” Aufgrund der geständigen Einlassung konnte das Gericht auf die Vernehmung des Opfers verzichten.

Der Werdohler nutzte die Gelegenheit, sich persönlich beim Geschädigten zu entschuldigen, bevor der ohne Aussage den Saal verließ. „Es tut mir leid. Wir kennen uns nicht. Wir sind uns einfach zu nahe gekommen. Es war eine dumme Sache. Ich entschuldige mich dafür”, richtete sich der Angeklagte an das Opfer. Der Geschädigte nahm die Entschuldigung an. „Wir gehen aufgrund der Einsicht davon aus, dass nichts mehr kommt, deshalb setzen wir die Strafe zur Bewährung aus”, erklärte Richter Dirk Reckschmidt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. ▪ Jana Peuckert

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