Elf Mythen über die kalte Jahreszeit

Küssen im Winter verboten

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Wer friert, erkältet sich – das ist kein Mythos über den Winter. Wenn die Pflanzen von Reif und Eis bedeckt sind, sollte man zu Schal und Mütze greifen.

Werdohl - Der Winter ist da und es sieht laut Mythen nicht gut aus: Es ist kalt, alle werden krank und müde, Verkehrszeichen gelten eingeschneit nicht mehr und nicht einmal Küssen ist bei einer Erkältung erlaubt. Gut, dass es Glühwein zum Aufwärmen gibt. Oder stimmt das gar nicht? Die Redaktion hat elf Winter-Mythen auf ihre Richtigkeit überprüft unter die Lupe genommen.

1. Küssen ist bei einer Erkältung tabu - Vorab: Küssen ist erlaubt, nur Husten und Niesen sollte man dem Partner nicht ins Gesicht. Übrigens auch niemals in die Hände, weil sich so die Erreger schnell verteilen können. Besser in die Armbeuge oder in ein Taschentuch. Beim Küssen ist die Gefahr einer Ansteckung allerdings gering.

2. Weihnachtssterne sind giftig - Auch jetzt steht in vielen Haushalten sicherlich noch dieser Klassiker der Adventszeit. Und der ist zwar nicht so giftig wie verbreitet, aber bei Kindern und Haustieren kann es zu einer toxischen Reaktion wie Durchfall, Erbrechen oder Hautausschlag kommen. Der Mythos stimmt.

3. Wer friert, erkältet sich schneller - Man könnte meinen, dass das Wort Erkältung von kalt kommt und die Ursache klar ist. Aber der Mythos stimmt: Kälte kann das Immunsystem schwächen, was dazu führen kann, dass man sich schneller erkältet. Ärzte raten daher dazu, sich im Winter warm anzuziehen und dabei warme Schuhe und Mütze nicht zu vergessen.

4. Eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage - Das stimmt so nicht ganz genau. Es dauert gut eine Woche, bis eine Erkältung überstanden ist. Das sei immer etwas unterschiedlich, sagen Ärzte. Wichtig sei es, sich Ruhe zu gönnen. Der Körper braucht Zeit zum Genesen. Medikamente machen übrigens nicht gesund, sondern lindern nur Symptome. Fiebersenkende Mittel machen nur bedingt Sinn, denn die Hitze tötet Viren ab – eine körpereigene Waffe gegen Krankheitserreger.

5. Heiße Zitrone macht wieder gesund - Nein, leider auch die Zitrone kann keine Wunder wirken. Das in ihr enthaltene Vitamin C kann allerdings unterstützen – anderes Obst enthält jedoch mehr Vitamin C als eine Zitrone. Kiwi essen macht mehr Sinn, wenn es nur um Vitamin C geht. Die Wärme eines Tees ist jedoch wohltuend und hilfreich bei einer Erkältung. Versetzt man ihn mit Honig (dafür muss der Tee etwas abkühlen) helfen die entzündungshemmenden Stoffe gegen Halsschmerzen, Ingwer wärmt zusätzlich von innen.

6. Lichtmangel führt zur Winterdepression - Die kalte Jahreszeit führt bei einigen Menschen zu Müdigkeit und schlechter Stimmung. Hauptgrund dafür ist tatsächlich der Mangel an Tageslicht, der zu einem Mangel an Vitamin D und Serotonin-Ausschüttung führt. Stattdessen schüttet der Körper vermehrt das Schlafhormon Melatonin aus. Dagegen hilft am besten Sport und Bewegung an der frischen Luft und eine vitaminreiche Ernährung – Ananas, Bananen, Weintrauben, Schokolade und Fisch fördern die Ausschüttung von Serotonin.

7. Eingeschneite Verkehrszeichen gelten nicht - „Natürlich gelten auch Verkehrsschilder, die zugeschneit sind“, sagt die Polizistin Silke Hentschel. Auch wenn nicht erkennbar ist, was auf dem Schild steht, ist die Form trotzdem ersichtlich. Ein Stoppschild ist auch verschneit deutlich zu erkennen und ein Vorfahrtsschild lässt sich auch von einem Vorfahrt-gewähren-Schild unterscheiden. Es gilt: Leicht identifizierbare Schilder bleiben gültig, auf allen anderen Straßen gilt die allgemeine Straßenverkehrsordnung. Für Ortskundige gilt das Prinzip noch verstärkter: Von ihnen wird sogar erwartet, dass sie die Streckenführung kennen. Übrigens: Sollte die Windschutzscheibe verschneit sein, sodass ein Parkticket nicht gesehen werden kann, muss kein Knöllchen befürchtet werden.

8. Hunde sollten im Winter Schuhe tragen - Tierschützerin Jana Schmidt weiß: Das Thema ist umstritten. Denn durch die Schuhe wird die Bewegung eingeschränkt und das Tastempfinden verringert. „Wenn Streusalz mit den Pfoten in Verbindung kommt, kann das Reaktionen hervorrufen“, sagt Schmidt. Besser sei es, den Hunden die Pfoten nach dem Spaziergang gut abzuwaschen und regelmäßig in der Winterzeit einzufetten. Dafür reiche Melkfett und Vaseline.

9. Beim Eis-Kratzen kann man den Motor laufen lassen - Dabei sollte man sich nicht erwischen lassen. Der Mythos hält sich nämlich gut: Die Wärme würde angeblich helfen, die Scheibe zu entfrosten und als positiver Nebeneffekt sei das Auto warm, wenn man losfährt. Allerdings wird der Motor nicht warm, wenn das Auto nicht fährt. Die Polizistin Silke Hentschel weiß zwar von keinem Fall, aber für ein unnötiges Laufenlassen des Motors kann ein Bußgeld verhängt werden. „Dabei geht es um Umweltschutz und unnötige Lärmbelästigung“, sagt sie.

10. Im Winter sollte man draußen keinen Sport machen - Dieser Mythos stimmt so nicht. Trotzdem gilt es, einiges zu beachten. Auch wer meint, sich aufgrund der Kälte wärmer anzuziehen, sollte auf zu warme Kleidung verzichten. Denn beim Ausdauersport wird durch die Bewegung Wärmeenergie erzeugt. Wer zu dicke Kleidung trägt, schwitzt schneller und erhöht sein Erkältungsrisiko. Auf Mütze und Handschuhe sollten die Sportler jedoch nicht verzichten.

11. Glühwein wärmt von innen Glüht der Glühwein auch von innen - Nein, eher ist das Gegenteil der Fall. „Je 50 Gramm Alkohol, was ungefähr einer halben Flasche Wein entspricht, sinkt unsere Körpertemperatur um ein halbes Grad. Wer im Winter draußen alkoholische Getränke zu sich nimmt, kann somit schneller auskühlen und krank werden“, heißt es von Experten. Tee wärmt stattdessen nachhaltiger und ist auch nicht gesundheitsschädlich – am besten eignet sich Ingwertee. Durch seine Schärfe wird im Körper Wärme erzeugt und die Durchblutung gefördert.

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