Feuerwehreinsatz: Benzingeruch im Gewerbepark Eveking

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Helfer des Löschzuges Stadtmitte befestigen Ölschlängel in der Verse, um das Gewässer zu schützen. 

[Update, 15:32] Werdohl - Starker Benzingeruch im Gewerbepark Eveking hat  am Mittwoch die Feuerwehr auf den Plan gerufen.

Stechender Benzingeruch breitet sich in einer der Firmen im Gewerbepark Eveking aus. Besonders intensiv ist der Gestank an einem Rohr, das aus dem Hang hinter dem Gebäude ragt. Die Mitarbeiter verständigen die Feuerwehr. 

Kurz nach 8.30 Uhr rückt der Löschzug Eveking am Mittwochmorgen aus: Eine Gewässerverunreinigung ist gemeldet. Löschzugführer Christian Wagner vermutet, dass es um die Verse geht, wird dann aber zu dem stinkenden, verrohrten Bachlauf geleitet. Woher der Benzingeruch kommt, ist auf den ersten Blick nicht erkennbar. Die Messung bestätigt: Das Wasser, das nur noch aus dem Rohr tropft, ist mit einer mineralölhaltigen Substanz vermischt. Und diese ist so konzentriert, dass das Messgerät wenige Minuten später einen lauten Warnton ausstößt: „Die Werte zeigen an, dass eine geringe Explosionsgefahr besteht“, stellt Wagner fest. Die Überlegung, die Schachtabeckung unterhalb des Rohres mit Hilfe eines Gabelstablers zu öffnen, verwirft der Brandinspektor sofort: „Das wäre momentan zu gefährlich.“ 

Wenig später gelingt es den Einsatzkräften, die Abdeckung mit Muskelkraft zu öffnen. Doch der Blick in die Finsternis bringt keine neuen Erkenntnisse. Inzwischen ist die Polizei vor Ort. Die Beamten suchen unter anderem den Bachlauf in Richtung Ludemert ab. Sie finden nichts. 

Der Benzingestank, der sich im Gewerbepark verbreitet hat, war an diesem Rohr besonders intensiv.

Die Brandbekämpfer öffnen unterdessen zahlreiche Schachtabdeckungen im Gewerbepark, um festzustellen, ob die stinkende Flüssigkeit sich schon im Kanal verteilt hat. Feuerwehrmann Jan Luca Bettelhäuser kriecht in einen alten Schacht, und steht plötzlich knietief im Schlamm. Noch liegt an den untersuchten Stellen kein auffälliger Geruch in der Luft. Dennoch beschließt Wagner gemeinsam mit Stadtbrandinspektor Kai Tebrün und Ernst-Siegfried Hickel von der Unteren Wasserbehörde, eine Ölsperre in der Verse zu errichten. Das Gewässer soll vor einer Verunreinigung geschützt werden. Der Löschzug Stadtmitte wird alarmiert. 

Die Detektivarbeit geht für die Einsatzkräfte weiter. Fast drei Stunden sind inzwischen vergangen. Beinahe durch Zufall entdecken die Männer schließlich einen Fleck auf dem Asphalt neben einem Kanaleinlauf an der Brückenstraße, die oberhalb des Gewerbeparks verläuft. Er riecht extrem nach Benzin. Ob hier jemand absichtlich eine Altlast entsorgt hat oder ein Fahrzeug möglicherweise Treibstoff verloren hat, ist unklar. Der Löschzug Eveking spült den Einlauf mit mehreren tausend Litern Wasser – und beendet den Einsatz. 

Die Polizei ermittelt dagegen weiter. Sollte der Verursacher gefunden werden, wird es richtig teuer: Ihn erwartet eine Strafanzeige. „Mit einem Bußgeld ist es da nicht mehr getan“, sagt Polizeipressesprecher Dietmar Boronowski. Auch den Einsatz – insgesamt waren 22 Feuerwehrleute mit sechs Fahrzeugen vor Ort – muss der Umweltsünder möglicherweise bezahlen.

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