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Suche nach neuem Träger: Kita im Versetal soll erhalten bleiben 

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Von: Volker Griese

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Für den Erhalt der Kindertagesstätte St. Bonifatius in Eveking sprechen sich Manfred Buchta, Bürgermeister Andreas Späinghaus und Jörg Kenter (von links) aus.
Für den Erhalt der Kindertagesstätte St. Bonifatius in Eveking sprechen sich Manfred Buchta, Bürgermeister Andreas Späinghaus und Jörg Kenter (von links) aus. © Volker Griese

Die Pfarrei St. Michael Werdohl/Neuenrade und die Stadt Werdohl wollen sich für einen Erhalt der Kindertagesstätte St. Bonifatius in Eveking einsetzen. Das haben Manfred Buchta und Jörg Kenter vom Kirchenvorstand sowie Bürgermeister Andreas Späinghaus deutlich gemacht. Der Kita-Zweckverband im Bistum Essen hatte mit der Einrichtung zuletzt andere Pläne verfolgt.

Werdohl ‒ Der Kita-Zweckverband ist mit 267 Einrichtungen einer der größten freien Träger von Kindertageseinrichtungen in Deutschland. In Werdohl will er die beiden katholischen Kitas St. Michael (Innenstadt) und St. Bonifatius (Eveking) zu einer größeren Kita zusammenlegen. Nach Ansicht von Manfred Buchta hat der Zweckverband aber gegenüber der Öffentlichkeit bisher nicht mit offenen Karten gespielt. Zwar solle die Kita St. Michael zu einer viergruppigen Einrichtung ausgebaut werden, für die rund 40 Kinder der Kita St. Bonifatius sei dort dann aber trotzdem nicht genug Platz.

„Die Stadt braucht aber diese Kita-Plätze“, betonte Buchta, der nicht nur Mitglied des Kirchenvorstandes, sondern auch des Stadtrates ist. Diese Auffassung hatte bereits zu Jahresbeginn auch Sabine Bleckmann vertreten, im Rathaus für die Kindergartenbedarfsplanung zuständig. Die Kita-Plätze von St. Bonifatius in Eveking würden dort auf jeden Fall benötigt, hatte sie gesagt. Falls sich der katholische Träger dort zurückziehe, werde die Stadt für einen weiteren Betrieb sorgen. Entweder übernehme die Stadt selbst die Einrichtung, oder sie bemühe sich um einen anderen Träger.

Darauf scheint es nun hinauszulaufen. „Fakt ist: Wir brauchen diese Kita“, sagt Bürgermeister Andreas Späinghaus, der auch von einer „unglücklichen Kommunikation seitens des Kita-Zweckverbands“ sprach, die „viele Eltern verunsichert“ habe.

Die Stadt sei lange davon ausgegangen, dass die Kita St. Michael um eine Gruppe vergrößert werde und die Kita St. Bonifatius erhalten bleibe. Das war ganz offensichtlich ein Trugschluss, denn der Zweckverband will St. Bonifatius aufgeben, sobald die Erweiterung von St. Michael abgeschlossen ist. Wann das sein wird, ist derzeit aufgrund der Entwicklungen in der Baubranche noch völlig offen. Buchta geht davon aus, dass es frühestens 2026 so weit sein könnte.

Anfang Oktober haben Vertreter der Kirchengemeinde und des Zweckverbands mit Bürgermeister Späinghaus zusammengesessen, um eine gemeinsame Lösung zu suchen und eine langfristige Perspektive für die Einrichtung in Eveking aufzeigen zu können. Dabei sei deutlich geworden, dass die Kita „auf jeden Fall bis 2026 unter der Trägerschaft des Kita-Zweckverbands weiterbetrieben wird“, erklärten Buchta und Späinghaus übereinstimmend. Der Zweckverband habe auch Bereitschaft signalisiert, die Einrichtung eventuell noch ein Jahr länger zu betreiben, sollte es bei der Erweiterung von St. Michael zu Verzögerungen kommen. „Damit kann klar und deutlich gesagt werden: Es geht weiter mit der Kita St. Bonifatius, die Eltern können ihre Kinder ohne Bedenken auch weiterhin dort anmelden“, erklärte Buchta.

Wer nach dem Zweckverband die Trägerschaft übernehmen wird, ist derzeit noch offen. Bürgermeister Späinghaus sieht die Stadt aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, die Trägerschaft zu übernehmen. „Wir machen uns aber jetzt auf die Suche nach möglichen Trägern“, versicherten die Vertreter von Kirche und Stadt.

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