Auf der Suche nach Nachwuchs bei der BOM

An vielen Messeständen kamen Auszubildende schnell mit Schülern ins Gespräch. - Foto: Benninghaus

WERDOHL - "Hier profitieren beide Seiten“, stellte Werdohls Bürgermeister Siegfried Griebsch gestern beim Messerundgang schnell fest. Insgesamt 38 heimische Betriebe und Unternehmen präsentierten sich im Festsaal Riesei bei der 4. Berufsorientierungsmesse (BOM). Über 700 Schüler der weiterführenden Schulen aus Werdohl und Neuenrade informierten sich über die Ausbildungsangebote in der Region.

Griebsch, der die Messe am Morgen gemeinsam mit seinem Neuenrader Amtskollegen Klaus Peter Sasse eröffnete, betonte, dass sich garantiert nicht um die letzte Auflage handele. In erster Linie biete die BOM Schülern der Jahrgangsstufen 8 bis 13 die Gelegenheit, sich über Ausbildungschancen und -möglichkeiten einen Überblick zu verschaffen. „Allerdings ist es auch für die Wirtschaftsunternehmen nicht fünf vor 12, sondern fünf nach 12.“ Der Bedarf, in den nächsten Jahren Facharbeiter zu beschäftigen, sei groß. Daher sei auch das Interesse der Firmen gestiegen, sich auf der Messe zu präsentieren.

29 Aussteller seien im Vorjahr dabei gewesen, „diesmal sind es 38“, berichtete Wirtschaftsförderer Andreas Haubrichs und wies darauf hin, dass die Ausstellungsfläche erweitert worden sei. Auch die Mensa des Schulzentrums war zur Ausstellungsfläche umgewandelt worden.

Auch der Ablauf war bei der vierten Messe verändert worden. Bislang hatten die Schüler aller teilnehmenden Schulen auf einmal die BOM besucht – was einen großen Ansturm zum Messeauftakt zur Folge gehabt hatte. „Diesmal kommen die Schulen zu unterschiedlichen Zeiten hierher. Die Atmosphäre ist so etwas entspannter und es ergibt sich für alle eher die Möglichkeit, mit den Vertretern der Firmen ins Gespräch zu kommen“, erklärte Haubrichs.

BOM-Berufsorientierungsmesse

An den Messeständen trafen die Schüler dann oft auf (fast) Gleichaltrige. Vielfach stellten nämlich Azubis ihren zukünftigen Beruf und ihren Ausbildungsbetrieb vor. „Auf diese Weise ist die Hemmschwelle niedriger und die jungen Leute kommen schneller ins Gespräch“, sagte Stefan Wesner, kaufmännischer Leiter der Firma Rötelmann. Wie manch andere Firmenvertreter machte auch Wesner die positive Feststellung, dass die meisten Schüler gut vorbereitet zur Messe kamen.

Dass es wichtig sei, auf den Nachwuchs zuzugehen, betonte auch Werner Sülberg, Geschäftsführer des Märkischen Arbeitgeberverbandes. Er wies ebenfalls auf die demografische Entwicklung und den drohenden Fachkräftemangel hin. Immerhin sei die südwestfälische Region die drittgrößte Industrieregion Deutschlands. Besonders wichtig sei es, die technischen Berufe vorzustellen. Wer in diesem Sektor arbeite, habe es nicht automatisch mit Lautstärke und in Öl getauchten Händen zu tun.

Simone Benninghaus

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