Sturzgefahr: Vortrag im Seniorenzentrum

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Dr. Norbert Pittlik und Pflegewirtschafterin Kerstin Wirth erklärten den Vorteil der Sturzmatte, die aus Autoreifen hergestellt wird und vor den Betten platziert wird.

Werdohl - Stürze können schwere Folgen haben. Grund genug für die Mitarbeiter der Stadtklinik, in Referaten über das Thema aufzuklären. Und so fanden sich jetzt viele Besucher im Seniorenzentrum an der Klinik ein, um Vorträgen von Chefärzten und einer Pflegewirtschafterin zu hören.

Internist Dr. Christoph Solbach betrachtete das Thema Stürze und deren Folgen aus Sicht der inneren Medizin. Er erklärte, dass unter anderem neurologische Erkrankungen zu Stürzen führen könnten. Als Beispiele ging er in seinem Referat näher auf Parkinson- und Schlaganfallpatienten ein.

Zudem erfuhren die Zuhörer, dass auch Diabetes einen Kollaps auslösen und damit zu Stürzen führen könnte. Dabei sei eine Unterzuckerung gefährlicher als eine Überzuckerung. Zudem mahnte Solbach zur Sorgfalt im Umgang mit Arzneien. So sei insbesondere die falsche Einnahme von Beruhigungsmitteln und Blutdruckmedikamenten oft Ursache für Unwohlsein und damit einhergehender Stürze.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stellten der Chirurg Dr. Norbert Pittlik und Pflegewirtschafterin Kerstin Wirth die Funktion der neuen Therapiebetten vor. Fünf Niedrigst- und zwei Vis-a-vis-Betten stellte der Förderverein der Klinik bislang zur Verfügung, sechs Spezialbetten sollen noch folgen. Mit den Betten könnten Patienten so versorgt werden, dass die Sturzgefahr verringert oder die Sturzfolgen vermindert würden.

45 Prozent aller Stürze erfolgten aus dem Bett. Das Niedrigstbett könnte bis auf 23 Zentimeter vom Boden herabgesenkt werden. Zudem fange eine Sturzmatte vor dem Bett den Patienten ab. Diese würde aus alten Autoreifen hergestellt erklärte Pittlik. Der Vorteil des Vis-a-vis-Bettes liege indes darin, dass Patienten, die Schwierigkeiten beim Aufstehen haben, durch eine Teilung der Liegefläche und eine Umwandlung des Bettes in einen Sessel, in eine Sitzposition mit Bodenkontakt gebracht werden könnten. Dadurch könnte die Sturzgefahr minimiert werden. Zudem könnten die Betroffenen trotz ihrer körperlichen Einschränkungen am Leben teilnehmen, auch wenn sie ihr Bett nicht verlassen können. So sei zum Beispiel ein Beisammensitzen mit Besuchern möglich.  - Von Jana Peuckert

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