Werdohl von "Friederike" weitgehend verschont

+
Andreas Wäscher, stellvertretender Löschzugführer aus der Stadtmitte, gehörte zum Stab, der vom Gerätehaus aus die Einsätze in Werdohl koordinierte.

Werdohl - Sturmtief „Friederike“ hat die Stadt Werdohl am Donnerstag weitgehend unversehrt gelassen. Schäden und Beeinträchtigungen entstanden lediglich durch einige umgestürzte Bäume. Die Freiwillige Feuerwehr hatte einen Meldekopf im Gerätehaus Stadtmitte eingerichtet. Die Schulen betreuten die Kinder, die zur Schule gekommen waren. Gegen 14.30 Uhr war das Tief bereits deutlich abgeflaut.

Die Mitteilung der Bezirksregierung zum Umgang mit den Schulen hatte die Werdohler Stadtverwaltung am Mittwoch gegen 17 Uhr erreicht. Da sei es zeitlich nicht mehr möglich gewesen, mit allen Schulleitungen Verabredungen zu treffen und diese umzusetzen. Die Eltern schickten also am Donnerstagmorgen ihre Kinder nach eigenem Ermessen in Schulen und Kindergärten.

Die Realschule in der Stadt und die Albert-Einstein-Gesamtschule auf dem Riesei boten erst Unterricht an und schickten kurz darauf alle Schüler wieder nach Hause, wenn sie denn von den Eltern abgeholt würden. Alle anderen Kinder wurden solange in der Schule betreut, bis eine sichere Heimkehr möglich war.

Sturmtief "Friederike" trifft den Märkischen Kreis mit voller Wucht I

Schulen und Kitas reagieren

Die städtische Gemeinschaftsgrundschule zog an beiden Standorten auf der Königsburg und in Kleinhammer bis 11.30 Uhr den Unterricht durch. Kinder, die nicht abgeholt werden konnten, blieben in der offenen Ganztagsbetreuung. Die beiden Konfessionsschulen in der Stadt und in Ütterlingsen veranstalteten keinen Unterricht, sondern ließen alle Kinder solange in der Betreuung, bis die Jungen und Mädchen wieder gut nach Hause konnten.

Markt-Händler bleiben weg 

Zum Wochenmarkt waren bis auf einen alle Lebensmittelhändler angereist. Marktmeister Christian Ziebolz berichtete, dass ein großer Wagen sich nicht von Werl aus nach Werdohl getraut habe. Von den Textilienverkäufern sei keiner gekommen, von denen hätte niemand seine Ware aufbauen können. Die Kundschaft sei dem Wetter entsprechend in die Stadt gekommen, immerhin konnten die Händler noch allerhand Geschäfte mit den weniger schreckhaften Sauerländern machen.

Einen kleineren Baum musste die Feuerwehr von der Bundesstraße 229 in Eveking räumen. Insgesamt blieb es am stürmischen Donnerstag aber relativ ruhig an Lenne und Verse.

Kreisbrandmeister Michael Kling hatte alle Freiwilligen Feuerwehren angewiesen, die Gerätehäuser ab 10.30 Uhr besetzt zu halten. Werdohls Wehrleiter Kai Tebrün hatte mit seinen Leuten im Feuerwehrgerätehaus Stadtmitte einen Meldekopf eingerichtet, von dort aus wurden alle Einsätze koordiniert.

Fünf Einsätze in elf Minuten

Und es ging gleich richtig los: „Der Anfang war stressig. In den ersten elf Minuten hatten wir fünf Einsätze. Da habe ich gedacht, heute geht die Welt unter“, blickte der stellvertretende Löschzugführer Andreas Wäscher am Nachmittag zurück. Die Haupteinsatzorte für die Werdohler Feuerwehr befanden sich in den Höhenlagen der Stadt, also am Riesei, in Pungelscheid und auf Ludemert.

Solmbecker Weg gesperrt

Doch auch am äußersten südöstlichen Zipfel Werdohls wurde Hilfe benötigt: Der Solmbecker Weg, die Verbindung von Kleinhammer nach Selscheid und Plettenberg, war durch mehrere umgestürzte Bäume derart blockiert, dass auch die Feuerwehr nichts mehr ausrichten konnte. Die Straße wurde bis auf Weiteres gesperrt. „Da muss erst ein Spezialunternehmen ran“, sagte Wäscher.

Als die ersten Einsätze abgearbeitet waren, wurde es deutlich ruhiger. So ruhig, dass Werdohl gegen 14.45 Uhr die Löschgruppe Brüninghaus nach Iserlohn abstellen konnte. In der Waldstadt tobte „Friederike“ zu diesem Zeitpunkt noch immer so stark, dass jede Hilfe benötigt wurde.

Sturmtief "Friederike" trifft den Märkischen Kreis mit voller Wucht II

Grünkohl für die Einsatzkräfte

Werdohl dagegen kam glimpflich davon. „Es hätte viel schlimmer sein können, Aber auch dann hätte es gut geendet, weil wir gut strukturiert sind“, sagte Wäscher in einer vorläufigen Bilanz. Im Einsatz waren in Werdohl rund 60 Feuerwehrkräfte. Versorgt wurden sie vom Malteser Hilfsdienst. Mittags gab es Würstchen und Kartoffelsalat, abends noch einmal Grünkohl.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare