Stürmisches Wochenende:  Mehr als 30 Einsätze in Werdohl

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Mit der Drehleiter musste die Feuerwehr an der Oststraße anrücken.

Werdohl – Viel zu tun hatte die Feuerwehr wegen "Dragi" und Eberhard": Die Stürme bescherten den Rettern mehr als 30 Einsätze. Und dann kam noch ein Brand hinzu.

Die Stürme am Samstag und Sonntag haben der Freiwilligen Feuerwehr Werdohl jede Menge Arbeit beschert. Vor allem am Sonntag waren die Einsatzkräfte gefordert. Und am Samstag kam auch noch ein Brand hinzu.

Zu dem Gebäudebrand am Krähenacker wurde die Feuerwehr gerufen, bevor das Samstag-Sturmtief „Dragi“ seine Kraft unter Beweis stellte. „Wir haben mit dem Schlimmsten gerechnet“, formulierte Feuerwehr-Chef Kai Tebrün, mit welchem Gefühl die Brandbekämpfer am Samstagmittag ausgerückt sind. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass in einer Wohnung des Mehrfamilienhauses Essen auf dem noch eingeschalteten Herd stehen geblieben war und für eine starke Rauchentwicklung sorgte. 

Nachbar verschafft Zutritt

Mit dem Wohnungsschlüssel eines Nachbarn konnte sich die Feuerwehr Zutritt zum Brandherd verschaffen, den rauchenden Topf ins Freie befördern und die Wohnung kräftig durchlüften. „Die Situation war schnell bereinigt“, sagte Tebrün. 

Im weiteren Verlauf des Samstags wurden die verschiedenen Einheiten der Feuerwehr dann zu sechs Einsätzen gerufen, bei denen es meistens darum ging, von „Dragi“ abgeknickte Bäume zu beseitigen. 

Dauereinsatz dank "Eberhard"

Richtig los ging es aber erst am Sonntagnachmittag, als Orkantief „Eberhard“ seine Kraft entfaltete. Vom Wetterdienst vorgewarnt, richtete die Werdohler Feuerwehr schon mittags im Gerätehaus Stadtmitte vorsorglich einen Meldekopf ein. Eine gute Entscheidung, wie sich bald herausstellen sollte, denn aufgrund der Vielzahl von Einsätzen – im gesamten Märkischen Kreis mussten die Feuerwehren 314 Mal ausrücken, insgesamt 1000 Hilfskräfte waren im Einsatz – war die Kreisleitstelle schon bald überlastet. 

Die Einsätze in Werdohler Stadtgebiet konnten vom Gerätehaus an der Ecke Schulstraße/Neustadtstraße aus koordiniert werden. „Auch den Funkverkehr haben wir auf unsere Werdohler Gruppe begrenzt“, berichtete Feuerwehr-Chef Tebrün über die Bemühungen, an Lenne und Verse möglichst autark arbeiten zu können. 

Der erste Hilferuf erreichte die Werdohler Feuerwehr um 16.11 Uhr: Auf der B 236 in Richtung Plettenberg lag ein Baum auf der Fahrbahn. „Von da an waren praktisch alle unsere Kräfte im Dauereinsatz“, berichtete Kai Tebrün vom pausenlosen Engagement von rund 70 Einsatzkräften und zwölf Fahrzeugen. 

Drehleiter-Einsatz in Haarnadelkurve 

Bis 20.15 Uhr absolvierten die Werdohler Feuerwehreinheiten im gesamten Stadtgebiet 25 Einsätze. In 19 Fällen waren Bäume auf die Straßen gefallen. Im Bereich der sogenannten Haarnadelkurve zwischen Werdohl und Neuenrade musste mit Hilfe der Drehleiter ein Baum von der B 229 geräumt werden, und auch in Versevörde hatte „Eberhard“ einen Baum quer auf die Straße geworfen. 

Lose Dachteile entfernen die Retter.

Der Sturm richtete aber weitere Schäden an, die ein Eingreifen der Feuerwehr erforderlich machten. Im Neubaugebiet Im Kamp in Kleinhammer deckte er das Dach eines Gebäudeanbaus nahezu ab. Ein großer Teil wurde auf den Wendehammer gewirbelt. Der Rest blieb gerade noch in einer Verankerung hängen. Einsatzkräfte der Feuerwehr sorgten für Sicherheit und trugen die noch lockeren Dachteile ab. Die vorsorglich angeforderte Drehleiter wurde nicht mehr benötigt. 

Dachziegel locker

Zuvor war die Drehleiter jedoch an Oststraße zum Einsatz gekommen. Dort hatte der Sturm an einem Haus mehrere Dachziegel und Schieferplatten gelockert. Ein Dachdecker in Diensten der Feuerwehr konnte sofort fachmännische Hilfe leisten. An der Mittelstraße drohte der Sturm sogar eine Garage in die Luft zu wirbeln. 

Die Feuerwehr sicherte lose Teile des Gebäudes und riss den Rest mit der Seilwinde ein. Den Schlusspunkt setzte am Sonntagabend ein Einsatz auf Ludemert: Der Löschzug Eveking musste dort einen Baum von der Straße räumen.

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