Geschäftsleute im Versetal fürchten um ihre Existenz

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Am Mittwoch haben die Fräsarbeiten in Eveking begonnen. Sie gehören zum ersten Bauabschnitt, der voraussichtlich Mitte Dezember beendet sein soll. Nach einer Pause sollen die Bauarbeiten im Versetal dann voraussichtlich Anfang Februar weitergehen.

Werdohl - Verkehrsbehinderungen, Lärm und Dreck – eine Baustelle sorgt fast immer für Ärger. Doch Antonino Calandra ist nicht verärgert, der Inhaber der Pizzeria in Eveking fürchtet seit Montag um seine Existenz: „Unsere Kunden bleiben weg. Sie können nicht wissen, dass sie zu uns auf den Parkplatz fahren dürfen.“

Der Ersatzneubau der Stützwand an der Verse sei notwendig. „Das ist mir durchaus bewusst“, sagt Calandra. Doch dass vorbeifahrende Autofahrer nicht wissen könnten, dass sie auf den Pizzeria-Parkplatz fahren dürfen, sei für ihn eine Katastrophe.

„Die Einfahrten sind jetzt zwar theoretisch frei. Aber die Gäste müssen durch einen Steinhaufen fahren“, sagt der Geschäftsmann. Noch gravierender sei aber, dass eine Beschilderung an den Einfahrten fehle, die das Abbiegen ausdrücklich erlaube.

Offiziell nicht informiert

Doch nicht nur das wurmt den Werdohler. „Offiziell hat uns niemand über diese Maßnahme informiert“, berichtet Calandra. Zufällig habe er davon erfahren. „Sonst hätte ich es erst in der Zeitung gelesen, was uns hier bevorsteht.“

Die mangelhafte Kommunikation mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW, in dessen Auftrag die Stützwand saniert wird, ärgert auch Katja Winter. „Man hätte zumindest die Anwohner und die Geschäftsleute in Eveking schon frühzeitig informieren müssen“, sagt die Inhaberin des Floristik-Fachgeschäftes, die das Weihnachtsgeschäft bedroht sieht.

Bürgermeisterin bemüht sich

Calandra hat schließlich selbst die Initiative ergriffen, Kontakt zum Landesbetrieb und zur Werdohler Bürgermeisterin aufgenommen: „Frau Voßloh steht wirklich hinter mir. Sie bemüht sich und will mit dem Bauhof sprechen, was bezüglich einer Beschilderung möglich ist. Straßen.NRW hat das abgelehnt.“

Das bestätigt Mario Freitag vom Landesbetrieb. Allerdings sei das keineswegs böser Wille, unterstreicht er: „Wir dürfen keine Beschilderung aufstellen.“ Dafür müsse zuvor eine straßenbehördliche Anordnung vorliegen. „Und das Fräsgut, das momentan in der Zufahrt angehäuft ist, wird noch verdichtet“, verspricht Freitag.

Keine Einzelfälle

Er könne die Sorge des Pizzeriabetreibers gut nachvollziehen, unterstreicht Straßen.NRW-Sprecher Karl-Josef Fischer: „Wir erleben das immer wieder“, berichtet er, und stellt fest: „Auch deshalb sind wir froh, dass die Bundesstraße nicht komplett gesperrt werden muss.“

Denn das Ende der Stützwandsanierung ist noch längst nicht in Sicht. Läuft alles nach Plan, könnte es Mitte April 2020 soweit sein. Bis dahin wird im Versetal – allerdings mit Unterbrechungen – gearbeitet. Momentan wird die rechte Fahrbahn in Richtung Werdohl weggefräst. „Dabei fallen circa 500 Tonnen Material an“, erklärt Freitag. Diese vorbereitenden Arbeiten seien notwendig, um einen Kanalanschluss verlegen zu können und so künftig eine umweltgerechte Entwässerung der neuen Stützwand zu garantieren.

Arbeiten gehen noch weiter

Etwa Mitte Dezember sollen diese Arbeiten beendet sein. „Dann wird es eine Pause bis Anfang Februar 2019 geben“, sagt Freitag. Im nächsten Bauabschnitt sei das Areal der Zufahrt zum Feuerwehrgerätehaus in Eveking betroffen, bevor dann im April oder Mai der eigentliche Stützwandneubau im aktuell halbseitig gesperrten Bereich beginne.

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