Studie: Gewerbe südlich Rosmart möglich

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Die roten Punkte zeigen die beiden Siedlungspunkte Brenge und Brunscheid. Nach dem Abstandserlass NRW müssen hier bei der Ansiedlung bestimmter Betriebsarten Einschränkungen gelten.

Werdohl – Das Ergebnis ist eindeutig: Die Machbarkeitsstudie hält  ein Gewerbegebiet südlich Rosmart für möglich. Gegen das wehren sich die Anwohner massiv. Für das Gebiet müsste viel Wald abgeholzt werden.

Die Machbarkeitsstudie des Kölner Büros Jansen für eine mögliche Gewerbeansiedlung südlich des Gewerbegebiets Rosmart kommt zum Schluss, dass eine Ansiedlung grundsätzlich möglich ist. Die Machbarkeitsstudie war von den drei Städten Werdohl, Lüdenscheid und Altena in Auftrag gegeben worden. Eine Untersuchung von SIHK und GWS hatte als Grundlage für die Machbarkeitsstudie ergeben, dass es in Zukunft einen erheblichen Mangel an Gewerbeflächen geben werde. 

Die Machbarkeitsstudie kommt zum Ergebnis: „Aktuell ist davon auszugehen, dass auf Basis der Erkenntnisse aus dem Gewerbeflächenkonzept dieser Nachweis erbracht werden kann.“ 

Gesamter Mischwald müsste abgeholzt werden

Hier setzen die Gegner aus der Initiative Pro Brunscheider Höhen an: Sie bezweifeln generell, dass das heimische Gewerbe so viele neue Flächen brauche. In der Machbarkeitsstudie steht dazu nichts Genaueres. Zwei Drittel des überplanten Geländes besteht aus Wald. 

Hier sehen die Kölner Planer eine zu nehmende Hürde für die Entwicklung der Fläche: Es müsse der Nachweis erbracht werden, dass außerhalb des Waldbereichs der Bedarf nicht gedeckt werden könnte. Die Planer meinen aber, dass auch das regionale Gewerbeflächenkonzept nachweisen werde, dass es keine Alternative zum Abholzen des Waldes gebe. 

Die Entwicklung der Fläche soll in drei Abschnitten vollzogen werden. Mit der ersten Ausbaustufe schließt das Gebiet unter Berücksichtigung der Bauverbotszone von 20 Metern direkt an die L 694 an. In der ersten Ausbaustufe endet die Erschließungsstraße auf einer Platzfläche, die dann noch als Wendemöglichkeit dient. Teile der bestehenden Waldränder werden im Plan mit einzelnen Waldinseln sowie Waldsäumen entlang der Erschließungsstraße erhalten. Das Gebiet soll später umschlossen werden von einem neu angepflanzten, zehn Meter breiten Gehölzstreifen, der als Sichtschutz und zur Verbesserung des Naturhaushalts dienen soll. 

Wasserschutzzonen und Biotopflächen ausgenommen 

Die zu entwickelnde Fläche liegt weder in einem FFH-Schutzgebiet,  noch im Vogel- oder Naturschutzgebiet. Größtenteils liegt das Areal in einem Landschaftsschutzgebiet. Um bestehende Restriktionen des Gewässerschutzes und des Biotopschutzes zu berücksichtigen, wurde der anfängliche Suchraum angepasst. Damit werde ein direkter Eingriff in die westlich gelegene Wasserschutzzone II sowie die nördlich angrenzende Biotopverbundfläche „Lennegebirge“ sowie das Biotop „Hölzerne Klinke“ umgangen. Darüber hinaus wurde ein direktes Angrenzen an den Hof Brenge vermieden, dessen Zufahrt ebenfalls bestehen bleiben könne. 

Höchste Hürde ist laut der Kölner Planer neben der Abholzung des Mischwaldes der optische Eingriff in die Landschaft. Im Zuge der Umweltprüfung der Stadt Altena für den bereits bestehenden Gewerbepark Rosmart wurde die Qualität des Landschaftsbildes für die südlich gelegenen Wiesenflächen als „mittel“ eingestuft, während dem restlichen Erweiterungsbereich eine „hohe Qualität“ des Landschaftsbildes attestiert wurde. 

Vorwiegend privater Grundbesitz 

Auch über den Grundbesitz auf der Fläche macht die Studie Angaben: Sechs Parzellen mit einer Gesamtgröße von 6,5 Hektar von sechs verschiedenen Eigentümern liegen auf dem Gebiet der Stadt Altena. Auf Lüdenscheider Stadtgebiet gehören 4026 Quadratmeter der Rosmart-Gmbh. Straßen.NRW ist Eigentümer von sechs Teilflächen mit insgesamt 3574 Quadratmetern. Die weiteren Parzellen mit insgesamt 133 600 Quadratmetern liegen im Eigentum von vier privaten Grundstückseigentümern. 63 000 Quadratmeter auf Werdohler Gebiet verteilen sich auf fünf private Eigentümer.

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