Studenten entwickeln Ideen für Stadtumbauprojekte

Die Gruppe um Ole Oßenbrink (von links), Nicole Steinmann, Anne Terstegge und Sabrina Oelze beschäftigte sich in den vergangenen beiden Tagen mit dem Westparkgelände an der Dammstraße.

WERDOHL ▪ Klemmbrett, Kamera, Skizzenbuch, Bleistift und ein Stadtplan von Werdohl: Viel Equipment brauchten die 18 Studenten der Hochschule Osnabrück an den vergangenen beiden Tagen nicht. Auf Einladung von Stadtplaner Stefan Groß waren die angehenden Landschaftsarchitekten in Werdohl zu Gast, um Ideen für den Stadtumbau zu entwickeln.

In fünf Arbeitsgruppen kümmerte sich der wissenschaftliche Nachwuchs, begleitet von den Professoren Dirk Manzke und Cord Petermann, um den Rathausplatz, die Lennepromenade und den Goetheplatz, das Areal am Kletterfelsen und den Westpark – das Lenneufer an der Dammstraße. Ein weiteres Team widmete sich von Dienstag bis Mittwoch der Tourismuslandschaft Werdohl.

Bürgermeister Siegfried Griebsch begrüßte die Gruppe am Mittwoch im Festsaal Riesei, wo die Studenten des Masterstudiengangs Landschaftsarchitektur und Regionalentwicklung einquartiert waren.

„Auswärtige haben immer einen anderen Blick auf die Stadt. Wir Werdohler sind manchmal etwas betriebsblind“, sagte das Stadtoberhaupt im Rahmen des Treffens. Anschließend stand Griebsch den Studenten Rede und Antwort. So wollte einer der Studenten beispielsweise wissen, ob die Tatsache, dass auf dem Westparkgelände mal ein Arbeitslager stationiert gewesen sei, Auswirkungen auf die spätere Planung haben solle. Dies verneinte Griebsch.

Auch nach der Zielgruppe, für die sie Ideen entwickeln sollten, erkundigten sich die Studenten, Griebsch: „Alle Altersgruppen – sowohl Werdohler als auch Tagestouristen – sollten angesprochen werden.“ Zudem ging der Bürgermeister auf die Stärken der Stadt ein. Diese – erklärte er den Gästen – sehe er unter anderem darin, dass die Lenne direkt durch Werdohl fließe und die Bevölkerung durch den hohen Ausländeranteil sehr vielfältig sei. Vor allem interessierte sich der wissenschaftliche Nachwuchs für die Themenkomplex Integration.

Griebsch gab geduldig Auskunft. Berichtete über Integrationslotsen und das Werdohler Integrationsprojekt. Auch auf das Engagement der Bürger und Betriebe ging er ein. Thematisierte beispielsweise die Sauberkeitsaktion des Bürgerstammtisch und lobte die Firma Vossloh, ohne die der Bahnhof nicht saniert werden könne. Anschließend schilderten die Studenten ihre ersten Eindrücke. Ziemlich laut sei es hier, durch den Schwerlastverkehr gab eine Studentin zu bedenken. Ein anderer erklärte, dass das erste was er von der Stadt gesehen habe, das Kraftwerk gewesen sein und ging auf die „verwirrende Verkehrsführung“ ein.

„Die Stadt hat durch die beiden Flüsse super viel Potential, nicht zuletzt wegen der sehr belebten Fußgängerzone“ sagte eine andere Teilnehmerin. Dann machten sich die Kleingruppen wieder auf den Weg durch die Stadt und streckten ihre Fühler aus,

Das Projekt wird die Studenten über das ganze Semester begleiten. Sie sollen nun Ideen entwickeln, die in ein übergeordnetes Projekt, wie beispielsweise die Regionale eingebunden werden können. Ihre Ideen und Pläne wollen die Studenten dann im Sommer im Rat oder bei einer anderen öffentlichen Veranstaltung präsentieren. Auch in anderen Lehrveranstaltungen dreht sich bei den Masterstudenten alles um Werdohl. Natur, Gewässer, Altindustrie sind dann in den Seminaren die Themen.

2500 Euro Aufwandsentschädigung – beispielsweise für Materialien und Benzinkosten – zahlt die Stadt nach Angaben von Groß an die Hochschule. ▪ ute

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