„Streithähnchen“ beim Versetaler Schützenverein

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Das Hähnchenspektakel ist eine wichtige Veranstaltung des Versetaler Schützenvereins. Vorsitzender und Oberst Frank Herber (Mitte) macht seine Wiederwahl im Januar von der Klärung des Streits um die Herausgabe des Hähnchengrills abhängig. Er will dem Vorstand keine ungelösten Schwierigkeiten hinterlassen.

Werdohl - Der Versetaler Schützenverein kommt nicht zur Ruhe. Nach der erfolgreichen Umstrukturierung und der Auflösung der Züge gibt es jetzt einen eher lächerlich anmutenden Streit um die Herausgabe des Hähnchengrills.

Oberst Herber macht von der Klärung des Streits seine Wiederwahl abhängig, Anwälte sind eingeschaltet. Aus Sicht des Vorstands des Versetaler Schützenvereins ist die Lage eindeutig: Geschäftsführer Jürgen Wehlus ist der Meinung, dass der riesige Hähnchengrill dem Verein gehört. Das könne auch nachgewiesen werden. 

Der Grill sei vor vielen Jahren vom Männergesangverein übernommen worden und zunächst in eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts des dritten Zuges überführt worden. Danach sei der Grill vom Hauptverein zurückgekauft worden. Wehlus: „Es ist unbestritten, dass der Grill uns gehört.“

Grill wird nicht dauerhaft herausgegeben

Der riesige Apparat wird in einem Container gelagert, der vor dem Schützenvereinsheim in Altenmühle steht. Der Schlüssel für den Container befindet sich nach Aussage von Wehlus bei Uwe Bettelhäuser. Der frühere Zugführer des dritten Zuges des Versetaler Schützenvereins war im Streit nach der Auflösung der Züge im Sinne eines Gesamtvereins ausgetreten. Seitdem verweigere er die dauerhafte Herausgabe des Grills an den Verein, so Wehlus. 

Im vergangenen Jahr habe Bettelhäuser den Grill erst in letzter Minute für das Hähnchenspektakel freigegeben, den Grill danach aber wieder im Container verschlossen. Uwe Bettelhäuser, hauptberuflich Baubetriebshofleiter bei der Stadt Werdohl, ist in Urlaub und war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. 

Vorstandswahlen von Streit abhängig

Von diesem Streit macht Oberst Frank Herber die Vorstandswahlen am 28. Januar abhängig. Der Neuenrader Herber führt ein Dachdecker-Unternehmen und hatte schon vor Monaten angekündigt, dass er wegen beruflicher Verpflichtungen kaum mehr genug Zeit für die Vorstandsarbeit habe. 

Herber kann das Verhalten seines ehemaligen Schützenbruders Bettelhäuser nicht verstehen: „Ich weiß nicht, warum er uns den Grill vorenthält.“ Nach Auflösung der Züge seien alle ehemaligen Zugführer vom Vorstand aufgefordert worden, sämtliche Gerätschaften dem Hauptverein zu übergeben. Darauf habe sich Bettelhäuser mit einem anwaltlichen Schreiben gemeldet. 

"Haben genügend Möglichkeiten angeboten“

Der Vorstand hat sich in dieser Sache ebenfalls einen Anwalt genommen. Herber: „Wir haben Uwe Bettelhäuser genügend Möglichkeiten angeboten.“ Herber macht sein Amt von der Klärung dieses Streits abhängig. Er wolle dem Vorstand keine unerledigten Dinge hinterlassen. 

Wenn die Auseinandersetzung mit Bettelhäuser nicht bis zur Jahreshauptversammlung geregelt sei, werde er für ein weiteres Jahr die Arbeit übernehmen. Den bisher eingeschlagenen Weg der Auflösung der Züge verteidigt Herber: „Wenn wir alles so gelassen hätten, wäre der Verein kaputtgegangen. Davon bin ich überzeugt.“

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