Werdohler zu Geldstrafe verurteilt

Streit unter Geschwistern endet mit Körperverletzung

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Ein handfester Streit unter Geschwistern hat das Amtsgericht Altena beschäftigt.

Werdohl/Altena - „Vorher war das Verhältnis relativ gut“, erklärte das Opfer der Übergriffe – eine 33-jährige Werdohlerin, die eigentlich nur eine neue Küche haben wollte. 

Der Angeklagte, ihr Bruder (35), hatte Hilfe angeboten, ein bisschen Alkohol erleichterte die Arbeit in der Nacht zum 15. März. „Wir hatten Spaß beim Entfernen der alten Küche“, erinnerte sich die Zeugin. Doch irgendwann ging es im Gespräch um die Ex-Freundin ihres Bruders. Die hatte sich bei der Zeugin darüber beklagt, dass der 35-Jährige sie immer noch hartnäckig verfolge – Stalking nennt man das heutzutage. Aus diesem Thema erwuchs ein heftiger Streit, in dessen Verlauf die Zeugin mit dem Hinterkopf auf einen freiliegenden Siphon knallte. Dadurch erlitt sie eine Platzwunde am Hinterkopf, die mit drei Stichen genäht werden musste, eine Schädelprellung und eine leichte Gehirnerschütterung. 

Angeklagter gibt "Meinungsverschiedenheiten" zu

„Er hat auf mich eingetreten bis ins Wohnzimmer“, ergänzte sie. Der Angeklagte gab die „Meinungsverschiedenheiten“ zu, behauptete aber, dass seine Schwester ihm die erste Backpfeife verpasst habe. Er habe sie „am Hals gepackt“. Was dann passiert sei, wisse er nicht mehr: „Filmriss“. Richter Dirk Reckschmidt fragte nach einer möglichen Aussöhnung. „Nein!“, erwiderte der Angeklagte. „Wir haben seitdem keinen Kontakt mehr.“ Entsprechend aussagebereit zeigte sich seine Schwester: „Ich würde gerne etwas dazu sagen.“ Als Beweismittel standen darüber hinaus ärztliche Atteste zur Verfügung. 

Staatsanwältin Claudia Kersebaum hatte „keine Bedenken“ hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Zeugin. Sie beantragte wegen vorsätzlicher Körperverletzung eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 60 Euro. Verteidiger Dominik Petereit hielt 40 Tagessätze für ausreichend: „Die Tritte sind nicht sicher festzustellen.“ 

Geldstrafe und Warnung

Der Richter stellte fest, was passiert und was nicht mehr passiert war: „Der Angeklagte hat die Küche rausgerissen und wollte die neue wahrscheinlich auch noch aufbauen.“ Mit einer Geldstrafe von 3000 Euro hielt er sich in der Mitte der beiden Strafanträge. Dem Angeklagten gab er mit Blick auf den Anlass des Streites noch eine Warnung mit auf den Weg: Er solle sich zukünftig an den gerichtlich verordneten Abstand zu seiner Ex-Freundin halten.

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