Brandgefahr: Parkverbot unter der Lennebrücke

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Der Bereich unter der Lennebrücke am Rathaus ist abgesperrt. Seit Montag darf dort nicht mehr geparkt werden. Das hat der Landesbetrieb Straßen.NRW angeordnet.

Werdohl – Die Parkflächen direkt unter der Lennebrücke gegenüber des Werdohler Rathauses sind seit Montag gesperrt. „Straßen.NRW Südwestfalen reagiert damit auf zwei Brände in Dormagen und Duisburg mit gravierenden Folgen“, erklärt Andreas Berg, Medienbeauftragter des Landesbetriebs.

Das Parkverbot unter der Werdohler Brücke hält Straßen.NRW für unumgänglich – zumal zwei Gasleitungen unter der Brückenkonstruktion befestigt sind. „Ein Brand hätte somit möglicherweise verheerende Folgen“, stellt Berg fest. Martin Hempel, Leiter der Abteilung Tiefbau der Stadt Werdohl, kann diese Begründung sehr gut nachvollziehen: „Wenn ein Auto unter der Brücke in Brand geraten würde, könnte das gefährlich werden.“

Circa zehn Parkplätze, die größtenteils sowohl von Mitarbeitern oder Besuchern des Rathauses als auch von VDM-Beschäftigten genutzt werden, fallen durch das Parkverbot weg. Platz-Probleme würden dadurch aber nicht entstehen. „Aber natürlich sind diese Parkplätze gerne genutzt worden. Die Autos stehen im Trockenen und bleiben im Winter schneefrei“, stellt er fest.

Die beiden Vorfälle, die Straßen.NRW dazu veranlasst hat, alle Brücken und Hochstraßen mit Blick auf einen mögliche Brandgefahr zu überprüfen, sind vielen Lesern sicher noch im Gedächtnis: 2012 kam bei einer Brandstiftung unter einer Brücke der Autobahn 57 bei Dormagen ein Mensch ums Leben. Das Bauwerk musste abgerissen werden. Im April 2018 brannte ein Fahrzeug unter einer Brücke der Autobahn 59 in Duisburg. „Dort musste anschließend aufwendig saniert werden“, stellt Andreas Berg fest.

Feuer, die unter einer Brücke ausbrechen, seien aus mehreren Gründen gefährlich, erklärt er: „Wie man in Dormagen auf tragische Weise sehen musste, kann die Rauchentwicklung dazu führen, dass auf der Brücke ein Unfall passiert. Bei der Massenkarambolage dort kam ein Mensch ums Leben.“ Zudem würden die Bauwerke durch die Flammen massiv geschädigt. „In Duisburg wurden die externen Spannglieder der Brücke, die für die Statik des Bauwerk wichtig sind, zerstört. Das beeinträchtigt die Tragfähigkeit eines Bauwerks“, erläutert der Medienbeauftragte.

Der Landesbetrieb prüfe nun, unter welchen Brücken Fahrzeuge oder Container abgestellt oder brennbare Materialien gelagert würden. „Gerade wenn dort Fahrzeuge geparkt werden, steigt die Gefahr jetzt mit der Zunahme von E-Autos“, stellt der Sprecher des Landesbetriebes fest. Er unterstreicht: „Brände, ausgelöst durch Akkus von Elektrofahrzeugen, sind so gut wie nicht zu löschen.“

Insbesondere bei Brücken, bei denen zwischen dem Grund und der Unterkante der Tragkonstruktion weniger als acht Meter Platz vorhanden sei, könne die Hitzeentwicklung gravierende Folgen haben. „In Werdohl ist die lichte Höhe sogar noch weitaus geringer. Ein Feuer würde sofort die Brückenkonstruktion angreifen“, stellt Berg fest.

Momentan ist der Bereich mit einem Absperrzaun gesichert. „Wir überlegen aber noch, ob das auf Dauer so bleiben soll“, sagt Martin Hempel. Denkbar sei, die bisherigen Parkplätze unter der Brücke mit Pollern zu sperren. „Dann könnte man diese Fläche besser sauberhalten“, meint der Leiter der Tiefbauabteilung.

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