Lennebrücke noch in diesem Jahr wieder zweispurig befahrbar

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So soll sie aussehen, die neue Lennebrücke an der Bundesstraße 236. Fertig sein soll der Ersatzneubau Ende 2020.

Werdohl - Seit April 2014 ist die Lennebrücke in Werdohl nur noch einspurig befahrbar. Verkehrsteilnehmer müssen seitdem vor allem zu den Stoßzeiten täglich längere Wartezeiten in beiden Fahrtrichtungen an der Ampelanlage auf der Bundesstraße 236 hinnehmen. Die gute Nachricht: Wahrscheinlich im Spätherbst wird dieser Zustand ein Ende haben und der Verkehr wieder zweispurig fließen – allerdings noch nicht über die neue Brücke.

Diese soll als Ersatzneubau frühestens gegen Jahresende 2020 fertiggestellt sein, sagte Karl-Josef Fischer, Pressesprecher der für das Bauprojekt zuständigen Regionalniederlassung Südwestfalen des Landesbetriebs Straßen.NRW. Stehen soll dann jedoch die sogenannte Behelfsbrücke, über die der Verkehr für mehr als zwei Jahre fließen wird, während das bestehende Bauwerk abgerissen und durch eine neue Brücke ersetzt wird. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu diesem Großprojekt:

Warum muss die Brücke abgerissen werden?

Das Bauwerk ist bereits aus dem Jahr 1956 und vor allem dem Schwerlastverkehr nicht mehr gewachsen. Eine Sanierung lohnt sich nach Aussage von Straßen.NRW wirtschaftlich nicht.

Wie wird die neue Brücke aussehen?

Wie Pressesprecher Fischer mitteilte, ist der Entwurf des Brückenneubaus mittlerweile fertiggestellt und bereits vom NRW-Verkehrsministerium abgesegnet. Der etwa 90 Meter lange neue Brückenkörper wird vom Erscheinungsbild dem bisherigen ähneln. Er ist eine Konstruktion aus einem Durchlaufträger, der wieder auf zwei Hauptträgern liegt, sowie einem Querschnitt aus drei Stahlhohlkästen mit Betonfahrbahnplatte. Der Beton der Stützpfeiler wird anthrazit eingefärbt.

Warum beginnt der Aufbau der Behelfsbrücke erst im Herbst?

Weil die vorbereitenden Arbeiten, wie die Verlegung der vielen Versorgungsleitungen (elektrische Energie, Gas, Wasser), die bislang unter der Lennebrücke verlaufen und dies bei einem Brückenneubau nicht mehr dürfen, zwar weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen sind. Geplant ist, die neue Trasse quer durch die Lenne in Höhe des Geländes des künftigen Westparks zu ziehen. In diesem Zusammenhang wurde schon eine neue Stromstation an der Altenaer Straße errichtet. Einen Düker, in dem die Leitungen zusammenlaufen, muss der heimische Energieversorger Mark E allerdings noch bauen und soll damit demnächst beginnen. Zudem soll auch eine neue Fischtreppe entstehen.

Was passiert noch in den kommenden Monaten?

„Aktuell wird ein Abbruchkonzept für die derzeitige Brücke erstellt. Dieses ist Voraussetzung, um die wasserrechtliche Genehmigung für das Projekt zu erhalten“, sagte Fischer. Die Ausschreibung des Gesamtauftrags soll im Sommer erfolgen, so dass Fischer derzeit davon ausgeht, mit dem Aufbau der Behelfsbrücke im Herbst beginnen zu können. „Läuft alles optimal, könnte mit den Abbrucharbeiten an der Lennebrücke vielleicht noch im Winter 2018/19 begonnen werden, sonst spätestens im Frühjahr 2019“, so Fischer.

Wo und wie wird die Behelfsbrücke aufgebaut?

Das rund 80 Meter lange Brückenbauwerk, das zweispurig und ohne Einschränkungen für den Schwerlastverkehr befahrbar sein soll, wird einige Meter weiter flussaufwärts, nördlich der jetzigen Lennequerung entstehen. Das östliche Brückenende und die Wegeverbindung zur Lennestraße liegen teilweise auf dem Gelände der Firma Brinkmann Pumpen. Die Bauteile für die Behelfsbrücke stammen aus Lagern des Bundes, der 3000 laufende Meter Schwerlastbrücke vorhält. „Die Teile sind für uns reserviert. Sobald der Auftrag vergeben ist, kann der Aufbau starten“, sagte Fischer.

Wieviel kostet der Ersatzneubau der Lennebrücke?

Insgesamt kalkuliert der Landesbetrieb Straßen.NRW mit Kosten von rund 5,7 Millionen Euro, wobei der Großteil mit mehr als 4,1 Millionen Euro auf den Neubau entfällt. Der Abbruch ist mit rund 400.000 Euro veranschlagt, die Kosten für die Behelfsbrücke und das Verschwenken der Zufahrten von der Bundesstraße 236 belaufen sich auf knapp 1,2 Millionen Euro. Sämtliche Arbeiten sollen von einer Firma ausgeführt werden.

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