Stichwahl zwischen Silvia Voßloh und Matthias Wershoven

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CDU-Bürgermeisterkandidatin Silvia Voßloh verfolgte die Ergebnisse im Ratssaal gemeinsam mit Ehemann Dirk und Tochter Vanessa.

Werdohl - Die absolute Mehrheit hat CDU-Bürgermeisterkandidatin Silvia Voßloh mit 47,3 Prozent der Stimmen zwar verpasst. In die Stichwahl gegen ihren SPD-Konkurrenten Matthias Wershoven am 15. Juni zieht sie jedoch mit einem komfortablen Vorsprung von 11,7 Prozent ein. Wershoven erlangte 35,6 Prozent der Stimmen.

Die beiden parteilosen Bürgermeisterkandidaten Erwin Günther und Özkan Erdogan sind mit 9,9 Prozent und 7,2 Prozent der Stimmen aus dem Rennen.

Auch aus der Ratswahl geht die CDU als Gewinnerin hervor. 41,5 Prozent der Werdohler wählten die Christdemokraten, die damit auf 13 Ratsmandate kommen. Knapp dahinter liegt die SPD mit 38,4 Prozent und zwölf Sitzen. Die WBG holte 15,3 Prozent und fünf Sitze, die FDP erreichte 4,8 Prozent und blieb bei zwei Sitzen im Fraktionsstatus.

Als gegen 19.15 Uhr die ersten Schnellmeldungen aus den Wahlbezirken Wichernhaus und Schulzentrum Riesei einliefen, war der Vorsprung der CDU-Bürgermeisterkandidatin noch nicht so klar. Mit „nur“ 43,6 Prozent lag Silvia Voßloh da noch vor Matthias Wershoven mit 39 Prozent. Als strahlende Siegerin präsentierte sich Voßloh jedoch auch dann nicht, als sich der Abstand schon deutlich vergrößert hatte. „Ich hatte ja schon mit der Stichwahl gerechnet“, sagte die 48-Jährige, die ab 20 Uhr gemeinsam mit Ehemann Dirk und Tochter Vanessa die Ergebnisse im Ratssaal verfolgte. „Deswegen bin ich heute Abend relativ gelassen.“

Über den Vorsprung freue sie sich natürlich, „aber er ist nur eine Zwischenstation“. Sichtlich glücklich war Silvia Voßloh jedoch darüber, dass sie ihren Wahlbezirk (Trauzimmer, Rathaus) direkt gewann. 2009 war sie Cornelius Böttcher (SPD) unterlegen und über die Liste in den Rat eingezogen.

Zu einer Begegnung der Stichwahl-Konkurrenten kam es am Sonntagabend nicht. Denn erst gegen 21.30 Uhr, als Silvia Voßloh schon zur CDU-Wahlparty in der Freibadgaststätte aufgebrochen war, traf Matthias Wershoven im Rathaus ein. Wershoven hatte sich mental auf alle Eventualitäten vorbereitet, zufrieden war er mit dem Ergebnis aber offensichtlich nicht. Er will jetzt die nächsten drei Wochen auf die Stimmen abzielen, die bei den parteilosen Einzelbewerbern gelandet waren. Wershoven: „Ich muss jetzt wieder persönlich von Tür zu Tür gehen, um mich weiter bekannt zu machen.“ Elf Prozent weniger als Siliva Voßloh seien schon ein ganzes Stück.

Der unabhängige Bürgermeister-Kandidat Özkan Erdogan war mit seinem Ergebnis zufrieden. „Ich bin nicht unter fünf Prozent, das ist für mich schon ein Erfolg.“ Er wünschte Wershoven und Voßloh viel Kraft für die Stichwahl. Ihn habe der Wahlkampf keine 5000 Euro gekostet, das sei es ihm wert gewesen.

Der parteilose Kandidat Erwin Günther zeigte sich enttäuscht über das Ergebnis. „Die Bürger haben sich für einen parteipolitischen Bürgermeister entschieden“, sagte der 63-Jährige, der den Abend nicht im Rathaus, sondern zuhause verbrachte. Dass er sich gegenüber seinem Ergebnis von 2009 um gute vier Prozent verschlechterte, „könnte daran liegen, dass es vier Kandidaten gab“, sagte Günther. Er bedanke sich aber bei seinen Wählern.

Von einem „Super-Ergebnis“ sprach der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Ohrmann mit Blick auf die zwölf Direktmandate seiner Partei. „Das sind fünf mehr als 2009“, freute sich Ohrmann. Bei der SPD zeigte sich Parteivorsitzender Andreas Späinghaus einigermaßen enttäuscht. „Wir wollten stärkste Fraktion werden, das hat nicht geklappt.“ Er wäre sehr viel glücklicher gewesen, wenn die SPD mehr Direktmandate geholt hätte. Ganz unglücklich war die SPD über das Abschneiden von Udo Böhme. Er verlor mit zwei Stimmen Unterschied seinen Wahlkreis gegen Detelf Seidel. Böhme war total frustriert und kam erst gar nicht in den Ratssaal.

Bei der WBG herrschte große Freude über die fünf Sitze und die 15,3 Prozent. Fraktionsvorsitzender Thorsten Hänel: „Super. Spitze. Die Wähler haben uns nach den 20 Prozent beim ersten Mal jetzt eine zweite Chance gegeben. Wir haben Fehler gemacht und daraus gelernt.“ Man habe mit nur zehn Prozent gerechnet. Die FDP war nicht zufrieden. Zwar haben Hermes und Neumann wieder den Fraktionsstatus erreicht, das Prozentergebnis von 4,8 Prozent sei unbefriedigend.

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