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Steuersenkung auf Obst und Gemüse? Markthändler sind „eher skeptisch“

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Günter Deitelhoff und seine Frau reisen jede Woche aus Verl an, um den Werdohlern leckeres Obst und Gemüse zu bieten. Die beiden Händler bezweifeln, dass die Streichung der Steuer auf Obst und Gemüse für die Kunden einen besonderen Effekt hätte.
Günter Deitelhoff und seine Frau reisen jede Woche aus Verl an, um den Werdohlern leckeres Obst und Gemüse zu bieten. Die beiden Händler bezweifeln, dass die Streichung der Steuer auf Obst und Gemüse für die Kunden einen besonderen Effekt hätte. © SCHWABE

Steuersenkung auf Obst und Gemüse? Markthändler zeigen sich skeptisch über den Erfolg einer solchen möglichen Maßnahme. Die Kunden würde eine Steuersenkung jedoch freuen, wie unser Rundgang auf dem Wochenmarkt zeigt.

Werdohl –Nachdem der deutsche Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, bereits im Frühjahr 2022 den Vorschlag machte, die Mehrwertsteuer für Obst und Gemüse für einen bestimmten Zeitraum zu streichen, stellte er diesen Vorschlag vor einigen Tagen erneut zur Diskussion. Seither wird die Idee kontrovers diskutiert. In Spanien wurde Ende des vergangenen Jahres bereits die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel ausgesetzt. Einige Ökonomen hingegen vertreten die Position, die Nichtbesteuerung von Obst und Gemüse würde nach dem „Gießkannenprinzip“ erfolgen und somit in vielen Fällen die Falschen bevorteilen.

Auch auf dem Werdohler Wochenmarkt wurde das Thema am Donnerstag kontrovers diskutiert: „Auf Obst und Gemüse gibt es sowieso nur sieben Prozent Mehrwertsteuer. Ob das so viel ausmacht und ob die Steuersenkung am Ende tatsächlich beim Verbraucher ankommt, daran habe ich meine Zweifel. Ich stehe der Sache skeptisch gegenüber. Ich vermute, dass der positive Effekt nur sehr gering ausfallen würde“, findet Günter Deitelhoff, Inhaber von Garten- und Gemüseanbau Deitelhoff mit Obst- und Gemüsestand auf dem Werdohler Markt.

Öznur Tuzcu steht einer Steuersenkung positiv gegenüber: „Ich bin dafür und sehe keinen Grund, warum die Steuer nicht entfallen sollte. Ich habe mein Konsumverhalten angepasst und achte stärker auf Angebote, möchte aber dennoch gerne weiterhin frisches Obst und Gemüse kaufen können.“

In dieselbe Kerbe schlägt Karl-Heinz Linnhoff: „Steuersenkungen sind nie verkehrt, warum also nicht? Zumindest vorübergehend, bis sich die Wirtschaft wieder normalisiert hat. Ich verstehe schon, dass die Händler gezwungen sind, ihre Preise zu erhöhen. Nur kriegen wir Bürger nicht im gleichen Zuge Gehaltserhöhungen. Insofern würde ich diesen Schritt gut finden.“

Helga Lückermann schließt sich an: „Die Steuersenkung würde ich gut finden. Ich kaufe gerne Obst und Gemüse. Mittlerweile muss ich mir aber mehr Gedanken über meine Ausgaben machen.“

Ob die Mehrwertsteuer auf Obst- und Gemüse tatsächlich gestrichen wird, bleibt offen. Die Diskussion auf Bundesebene geht weiter.

Patrick Schwabe

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