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Zusätzliche Steuererklärung: Das müssen Hauseigentümer wissen

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Von: Volker Griese

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Wie viel Grundsteuer wird fällig? Die Frage ist auch für die Immobilienbesitzer in Werdohl noch nicht geklärt.
Wie viel Grundsteuer wird fällig? Die Frage ist auch für die Immobilienbesitzer in Werdohl noch nicht geklärt. © Griese, Volker

Wer ein Haus besitzt, bekommt einmal im Jahr automatisch den Grundsteuerbescheid. Doch wegen einer neuen Regelung wird von den Eigentümern Mitarbeit erwartet.

Ab dem Sommer müssen Immobilienbesitzer eine eigene Steuererklärung für ihren Grund abgeben. Das Verfahren läuft nach Angaben des Düsseldorfer Finanzministeriums ausschließlich digital. Die Stadt erwartet, dass die vorliegenden Grundstücksdaten in einigen Fällen aktualisiert werden müssen. Und Steuerberater zweifeln am gesamten Verfahren.

Ab 2025 soll die Grundsteuer nach einen neuen, gerechteten Verfahren erhoben werden. Die Vorarbeiten laufen; das Land erwartet die Mitarbeit der Steuerpflichtigen. Die müssen nämlich eine sogenannte Feststellungerklärung abgeben.

Grundsteuerbescheid aufbewahren

Zu Jahresbeginn erhalten die Grundstückseigentümer nämlich von der Stadt den jährlichen Grundsteuerbescheid. Den solle man aufbewahren, rät Ministeriums-Sprecherin Lea Veelker. Dann habe man nämlich die Daten für alle weiteren Schritte parat – beispielsweise das Aktenzeichen.

Im Mai geht es nämlich schon weiter. Dann erhalten alle Eigentümer vom Finanzamt ein individuelles Informationsschreiben mit allen dem Land bekannten Daten, die für die Feststellungserklärung notwendig sind. Welche Daten denn notwendig sind, ließ die Sprecherin offen. Grundsätzlich geht es aber wohl um Bodenrichtwert, Grundstücksgröße und Baujahr. Eine Rolle spielen offenbar auch das örtliche Mietniveau und eine fiktive Nettomiete.

Vermehrte Nachfragen bei der Stadt?

Bei der Stadt Werdohl kann Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel noch nicht abschätzen, ob es zu vermehrten Nachfragen von Immobilienbesitzern kommen könnte, die Klärungsbedarf hinsichtlich ihrer Grundstücke haben. Das müsse abgewartet werden“, erklärte sie auf Nachfrage. „Es kann dann regelmäßig nur an die zuständigen Behörden verwiesen werden“, teilte Mentzel mit. Die Daten des Katasteramtes sind allerdings auch über das Landesportal TIM abrufbar, in dem die Geobasisdaten der Vermessungs- und Katasterverwaltung NRW dargestellt werden (www.tim-online.nrw.de).

Neue Grundsteuerregelung gilt ab 2025

Bisher wird die Grundsteuer nach einheitlichen Sätzen erhoben – ein Haus in Werdohl, Neuenrade oder Balve wird dabei genauso besteuert wie eines in München, Berlin oder Hamburg. Das Bundesverfassungsgericht hat diese Regelung 2018 verworfen. Künftig muss für jedes Grundstück ein individueller Steuersatz errechnet werden. Damit wird jetzt begonnen, bis 2024 wird die Steuer aber noch im alten Verfahren eingezogen. In Werdohl rechnet Kämmerin Vanessa Kunze-Haarmann für 2022 mit knapp 4,1 Millionen Euro Einnahmen aus der Grundsteuer, Neuenrades Kämmerer Gerd Schumacher geht von gut 2,4 Millionen Euro aus, Balves Kämmerer Hans-Jürgen Karthaus erwartet rund 2,5 Millionen Euro. 

Zwischen dem 1. Juli und dem 31. Oktober 2022 müsse die Feststellungserklärung digital beim Finanzamt eingereicht werden, fährt Ministeriumssprecherin Veelker fort. Dies sei online über www.elster.de möglich. Das Online-Finanzamt werde von vielen bereits für die Einkommensteuererklärung genutzt. Die Erklärung sei grundsätzlich nur über ein Benutzerkonto möglich, die Einreichung von Belegen sei grundsätzlich nicht vorgesehen.

Bundessteuerberaterkammer äußert sich skeptisch

Skeptisch zum Verfahren hatte sich zuletzt die Bundessteuerberaterkammer geäußert. Die für die Feststellungserklärung notwendigen Daten rechtzeitig zu erheben sei schlichtweg nicht möglich, sagte der Kammerpräsident Hartmut Schwab. Er forderte eine Fristverlängerung.

Das Land will Steuerpflichtige in den kommenden Monaten unterstützen, beispielsweise durch eine Telefonhotline und eine Internetseite.

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