„Steine in den Weg gelegt“

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Basketball-Jugendtrainer Paul Janikowksi wünscht sich mehr Unterstützung für sich und seine Schützlinge, die in der Basketballabteilung der DJK TuS Westfalia trainieren. ▪

WERDOHL ▪ Das saß: Paul Janikowski machte am Donnerstagabend beim Training seiner Basketball-Jugend seinem Ärger Luft. Bei der Jahreshauptversammlung der Basketballabteilung der DJK TuS Westfalia Werdohl sah es so aus, als befände sich die Abteilung kurz vor der Auflösung (wir berichteten). Jetzt wehrte sich der Übungsleiter gegen diese Tendenzen, die seiner Überzeugung nach nicht aus der Abteilung selbst kommen, sondern vom Hauptverein und von der Stadt Werdohl geschürt werden.

„In die Jugend der FSV werden Tausende von Euros gesteckt“, ereiferte sich Janikowski, „und ich muss um jeden Pfennig kämpfen.“ Teilweise, so erklärt der Mann, der seit 16 Jahren den Basketball-Übungsleiter bei der DJK gibt, bezahle er Trainingsmaterialien aus eigener Tasche. Und die Trikots, die seine Schützlinge tragen müssten, seien teils zehn Jahre alt.

„Ein Verein lebt und stirbt mit der Jugendarbeit“, ist sich Janikowski sicher. Umso erstaunter sei er, dass ihm auch die Stadt Werdohl Steine in den Weg räume. Vom Frühjahr 2011 an habe er mit den Jugendlichen freitags in der Köstersberghalle trainiert. Vor fünf Wochen aber standen, als die Basketballer zum Training erschienen, Handballer in der Halle, die die DJK’ler vertrieben hätten.

„Dabei haben wir uns immer in das Hallenbuch eingetragen“, wunderte sich Janikowski jetzt. Eine Info der Stadt, dass er die Halle nicht mehr nutzen dürfe, sei zuvor nicht erfolgt. Ein Anruf bei der Stadt brachte dann die Ernüchterung: „Die Handballer brauchen die Halle eher“, hätte man ihm am Telefon gesagt, ist der DJK-Übungsleiter schockiert. „Jetzt haben wir in der gesamten Stadt noch nicht einmal die Möglichkeit, auf einem offiziellen Spielfeld zu trainieren.“

Im DJK-Hauptverein sieht Janikowski aber auch große Widerstände: „Da wird Basketball als unliebsame Sportart angesehen und es gibt auch menschliche Spannungen“, analysierte er am Donnerstag. Namentlich als Widersacher benannte Janikowsi den Vorsitzenden Josef Schütt und Geschäftsführer Friedhelm Sasse.

Wütend berichtete er: „Ich habe sogar einmal einen Brief bekommen. Ich würde mich vereinsschädigend verhalten, wenn ich das Training auch dann durchziehe, wenn einmal nur drei oder vier Jugendliche kommen. Dabei kann ich dann ja mal besonders intensiv trainieren.“ Und sein Engagement lohne sich durchaus: Für die kommende Spielzeit habe er bereits eine U12- und eine U16-Mannschaft fest zusammen. „Ein U18-Team plane ich derzeit noch.“

Um sicher zu gehen, dass ihm nicht während der laufenden Saison Spieler abspringen, hat Janikowski mit den Nachwuchs-Basketballern von beiden Seiten unterschriebene Spielvereinbarungen geschlossen. „Diese Verträge geben den Jugendlichen ein gutes Gefühl, eine Bestätigung. Und ich habe dadurch die Hoffnung, dass die Fluktuation geringer wird“, erklärte der Übungsleiter. In der Spielvereinbarung heißt es: „Der Spieler verpflichtet sich in der Spielzeit 2012/13 nach Möglichkeit durch zu spielen.“ Dafür werde seine sportliche Entwicklung gefördert.

Jetzt trainieren die DJK’ler übrigens mit bis zu 20 Basketballern bis 14 Jahre an Freitagen wieder in der Jahnturnhalle.

Die Übungszeiten im Überblick: dienstags, Köstersberghalle, für Zwölf- bis 14-Jährige, Kraft- und Ausdauertraining, 17 bis 19 Uhr - mittwochs, Turnhalle Königsburg, für Grundschüler, Sprungtraining, 17 bis 19 Uhr - donnerstags, Köstersberghalle, für Zwölf- bis 14-Jährige, Spieltraining, 17 bis 19 Uhr - freitags, Jahnturnhalle, für Grundschüler, Technik, 15.30 bis 17 Uhr. ▪ Michael Koll

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