Steinbrück empfiehlt sich dem Mittelstand

Peer Steinbrück war auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag nach Werdohl gekommen, um in den Räumen der Firma Vossloh mit rund 40 mittelständischen Unternehmern zu sprechen. Mit dabei Arbeitgeberpräsident Horst Werner Maier-Hunke (l.) und der Landtagsabgeordnete Michael Scheffler.

WERDOHL ▪ Peer Steinbrück ist auf Profilierungs-Tour. Als einer von drei möglichen SPD-Kanzlerkandidaten war er von seiner Bundestagskollegin Dagmar Freitag nach Werdohl eingeladen worden, um mit rund 40 Mittelständler zu sprechen.

Am Vorabend bei einer Saal-Diskussionsveranstaltung in Iserlohn, Freitag ein Wirtschaftsgespräch in Attendorn, dann Mittagessen in der Balver Antonius-Hütte und am Nachmittag in den Showroom von Vossloh: Der 65-jährige ehemalige Bundesfinanzminister und Ministerpräsident NRW nimmt Kontakt auf. 18 Prozent Rückstand auf Kanzlerin Merkel stören ihn nicht: „Das wird ganz anders, wenn sich die SPD auf einen Kandidaten geeinigt hat.“ Bis dahin könnten Steinbrück, Steinmeier und Gabriel ihr Profil schärfen.

Neben den 40 Mittelständlern aus dem ganzen Märkischen Kreis waren aus Werdohl auch Bürgermeister Griebsch, SPD-Vorsitzender Späinghaus und Fraktionsvorsitzender Wershoven eingeladen. Den Mittelstand vertrat der Präsident der Arbeitgeberverbände Metall NRW und Unternehmer NRW, Horst-Werner Maier-Hunke aus Iserlohn. Der 73-Jährige sagte bei einem anschließenden Pressegespräch, dass er zu 90 Prozent die Ansichten Steinbrücks teile, die dieser im Wirtschaftsgespräch zuvor geäußert hatte.

Steinbrück sagte, dass der Mittelstand einer der großen Erfolgsfaktoren sei, dass Deutschland derzeit dastehe wie Alice im Wunderland. Der Mittelstand sei die tragende Säule der deutschen Wirtschaft. Deshalb sei er gegen eine betriebliche Belastung der Unternehmen in Form einer Vermögenssteuer. Die Energiewende sei derzeit nur „Schall und Rauch“, konkret sei aus Berlin nicht zu hören, wie es damit weitergehen soll. Er rate der SPD zu einem Kraftwerkszubau auf konventioneller Basis.

Diskutiert wurden auch der Facharbeitermangel, die Euro-Krise und der Stärkungspakt Stadtfinanzen.

Von Volker Heyn

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