Stefan Barta ist Ehrenmitglied bei Königsblau Werdohl

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Tom David (rechts) ernannte Stefan Barta als Ehrenmitglied von Königsblau Werdohl. Dazu gab es eine Urkunde und einen Schal.

Werdohl - Fast sechs Jahre nach seinem ersten Gastspiel in Werdohl war Stefan Barta jetzt in die Gaststätte Ütterlingser Krug zurückgekehrt. Der Autor aus Hamm hatte die Fortsetzung seiner Biografie als Schalke-Fan im Gepäck.

Stefan Barta nahm nur zögerlich die Urkunde entgegen. Michael Herberhold, der 2. Vorsitzende von Königsblau Werdohl (KBW), hatte den Autor gerade zum Ehrenmitglied von Königsblau Werdohl ernannt. Der 1. Vorsitzende Tom David überreichte ihm zudem einen KBW-Schal. Doch Barta erwiderte: „Ich kann echt nicht versprechen, dass ich es zu jeder Monatsversammlung schaffe.“

Barta war auch als Aktiver der Fan-Initiative „ViaNOgo“ gegen die Ticketbörse Viagogo in Erscheinung getreten sowie als Mitglied des Wahlausschusses des FC Schalke 04. Doch Barta hat schnell für sich entschieden: „Nie wieder Vereinspolitik.“ Er stellte bei seiner Rückkehr nach Werdohl gleich klar: „Ich liebe den Fußball ohne Schnick-Schnack, aber mit Bratwurst und Bier.“ 

Das Geld im Fußball fließe immer den sowieso schon großen Clubs zu und „geht mitnichten an die Kleinen“. Der Autor kommentierte: „Da wird mir schlecht.“ Und so sei er vor gut einem Jahr nach Hamburg gefahren, um mitzuerleben, wie der neue Verein HFC Falke sein erstes Spiel überhaupt absolvierte. 630 Zuschauer seien dabei gewesen, als Ex-HSV-Fans nach der Ausgliederung der Fußball-Abteilung aus ihrem Klub mit einem neuen Verein ins Rennen gingen. Barta schwärmt: „Da war alles, was wir am Fußball lieben – und nichts, was ihn kaputt gemacht hat.“

In der Bundesliga aber würden „die Spieltage zerfleddert“ und mit Montagsspielen würde schon bald „die Tradition dem Kommerz weichen“ – für den 53-Jährigen „eine Katastrophe“. Der Schalke-Fan hat die Blau-Weißen in 14 Länder der Welt begleitet. In Donezk war er mit dem Zug, ebenso in Istanbul. Nach Saarbrücken fuhr er mit dem Fahrrad.

Auf seinen Reisen lernte er auch andere Fans kennen, so etwa den, der ihm berichtete, wie er in England ein schlechtes Spiel, bei dem sich das Publikum im halbleeren Stadion langweilte, in der Halbzeit verließ, um in die Kneipe zu gehen. „Dort lief die zweite Halbzeit im Fernsehen: Gezeigt wurde ein Stadion voller Fans mit einer Mörder-Stimmung.“

Auch in Deutschland habe Barta längst das Gefühl, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf die Fans nichts mehr gebe. „Übrig bleibt ein gleichgültiges, aber zahlungskräftiges Publikum“, fürchtet der Autor. Nach derart kritischen Worten berichtete der Gast aus Hamm vor dem Klassiker gegen Borussia Dortmund in der Bundesliga aber auch von Arbeitskollegen, „die Anhänger der Fehlfarbenden sind“. Barta findet, dass deren Gesichter an einem Montagmorgen „den Derby-Sieg erst so richtig schön machen“. So sei der Schalker nach einem Sieg gegen den BVB mit blau-weißem Binder zur Arbeit erschienen, „dabei trage ich sonst nie Krawatte – wirklich: nie“.

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