Stavenhagen: Enttäuschung über Silvia Voßloh

Werdohl - In Werdohls Partnerstadt Stavenhagen herrscht offenbar Sorge über die Zukunft der Städtepartnerschaft. Das berichtet Werdohls stellvertretender Bürgermeister Andreas Späinghaus. Der Grund: „Es ist im Vorfeld der 750-Jahr-Feier nicht zu einem klaren Kontakt mit Bürgermeisterin Silvia Voßloh gekommen“, berichtet Voßlohs Stellvertreter und SPD-Ortsvorsitzender Späinghaus.

Werdohl - Von „Verstimmung“ will er zwar nicht sprechen. „Aber die Stavenhagener waren enttäuscht und ein bisschen irritiert.“ Sowohl Stavenhagens Bürgermeister Bernd Mahnke als auch Stadtpräsident Klaus Salewski hätten im Rahmen der Feier Bedenken geäußert. „Sie haben das Gefühl, dass Verwaltung und Politik in Werdohl die Partnerschaft nicht mehr so ernst nehmen wie sie selbst.“

Die Partnerstadt in Mecklenburg-Vorpommern feiert in diesem Jahr den 750. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte. Bürgermeisterin Silvia Voßloh nahm an dem großen Festakt, zu dem neben einem Umzug auch die Einweihung eines „Platzes der Partnerstädte“ gehörte, nicht selbst teil. Das sei zwar an sich nicht schlimm, wenn die Bürgermeisterin viele andere Termine habe, findet Andreas Späinghaus. Aber es sei der Eindruck entstanden, Silvia Voßloh nehme den Anlass nicht ernst oder habe wenig Interesse daran.

Späinghaus selbst hatte sich schon vor ein paar Monaten für die Reise angemeldet – zunächst allerdings als Ratsmitglied. Als er gehört habe, dass Voßloh nicht mitfahren würde, wollte er wissen, ob er als stellvertretender Bürgermeister die Stadt Werdohl offiziell bei den Feierlichkeiten vertreten solle. „Ich musste ja wissen, ob ich ein Grußwort sprechen soll“, erläutert Späinghaus. Er habe nachgefragt und schließlich habe Voßloh mit ihrem Stavenhagener Amtskollegen besprochen, dass Andreas Späinghaus sie vertreten solle. Peter Stiller, Vorsitzender des Fördervereins der Städtepartnerschaft, wird deutlicher: „Mein persönlicher Eindruck ist: Da fehlt das Interesse.“

Er könne die Bürgermeisterin nicht kritisieren, sagt Späinghaus. „Sie ist neu im Amt, da muss man ihr zugestehen, dass sie noch nicht weiß, wie man so etwas handelt.“ Er wolle Voßloh auch keine Absicht unterstellen. „Aber die Stavenhagener haben mich konkret darauf angesprochen, ob die Parnerschaft nach dem ’Regierungswechsel‘ eingefroren oder nicht fortgesetzt werden soll.“

Die Verbindung zwischen Werdohl und Stavenhagen besteht seit 1990, im kommenden Jahr steht das 25. Jubiläum an. Für die Stavenhagener sei das etwas Besonderes: „Die Partnerschaftsverträge hängen da im Rathaus“, weiß Späinghaus. Bürgermeisterin Silvia Voßloh und ihr Stavenhagener Amtskollege Bernd Mahnke waren am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. - Von Constanze Raidt

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