Stavenhagen: Es bleiben Irritationen

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Hans-Werner Alfringhaus war Mitglied der Werdohler Delegation in Stavenhagen und freute sich besonders über die neuen Namensschilder aller Partnerstädte an einer Hauswand am „Platz der Partnerstädte“.

Werdohl - WBG-Ratsherr Torsten Hänel fragte Montag während der Sitzung des Hauptausschusses Bürgermeisterin Voßloh, wie es denn wohl gekommen wäre, dass sie in dieser Zeitung so eine schlechte Presse im Zusammenhang mit dem Partnerschaftstreffen in Stavenhagen bekommen habe. Voßloh direkt: „Das frage ich mich auch.“

Sie habe vor dem Treffen mit dem Stavenhagener Bürgermeister Bernd Mahnke telefoniert und ihm mitgeteilt, dass sie persönlich nicht zum Treffen kommen könne und man sich gerne im kommenden Jahr treffen werde. Voßloh: „Das hat er so akzeptiert.“ Nach dem Partnerschaftstreffen sei es noch zu keinem weiteren Kontakt gekommen, beide Seiten hätten es wohl aber versucht.

Andreas Späinghaus, SPD-Ratsherr und als zweiter stellvertretender Bürgermeister der ranghöchste Vertreter der Stavenhagen-Delegation, hatte gegenüber unserer Zeitung anderes berichtet: Es sei im Vorfeld der 750-Jahr-Feier nicht zu einem klaren Kontakt mit Bürgermeisterin Silvia Voßloh gekommen.

Späinghaus hatte auch gegenüber unserer Zeitung berichtet, dass die Stavenhagener den Eindruck hätten, dass die Partnerschaft von Werdohler Seite nicht so ernst genommen werde wie von Seiten der Mecklenburger. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Ohrmann griff deswegen am Montag Andreas Späinghaus direkt an. Seine Eindrücke zunächst der Presse gegenüber zu schildern sei nicht in Ordnung: „Die Möglichkeiten, die Sie da nutzen, sind nicht vertretbar mit der Funktion als stellvertretender Bürgermeister.“ Ähnliches sagte auch der erste stellvertretende Bürgermeister, Dirk Middendorf (CDU): „Es ist nicht der richtige Weg, das über die Presse zu machen.“ Ohrmann und Middendorf – beide hatten nicht am Partnerschaftstreffen teilgenommen – hätten es besser gefunden, wenn Späinghaus die Bürgermeisterin in einem Vier-Augen-Gespräch informiert hätte.

Späinghaus sagte am Montag während der Hauptausschusssitzung, dass ihm lange Zeit von der Bürgermeisterin nicht gesagt worden sei, ob er als Ratsherr oder als ihr Stellvertreter fahre. Die 13-köpfige Delegation, die im übrigen ihre Übernachtungskosten komplett selbst getragen habe, sei in Stavenhagen mit der bekannten Herzlichkeit begrüßt worden. Kurz danach seien sie aber gefragt worden, was denn wohl los sei in Werdohl. Die Stavenhagener hätten nicht gewusst, in welcher Funktion die Werdohler Delegation gekommen sei. Späinghaus: „Die Stavenhagener sprachen deutlich von ihrem Eindruck, dass Werdohl die Partnerschaft in Frage stelle.“

Ohrmann bohrte weiter in Richtung Späinghaus: „Sie hätten in offizieller Mission sagen sollen, dass wir in Werdohl aus finanziellen Gründen die Partnerschaft vom Rat auf den Förderverein übertragen haben.“ Späinghaus konterte, dass er selbstverständlich gegenüber allen Bürgermeistern der vier Partnerstädte erklärt habe, dass Werdohl Stärkungspaktkommune sei. Späinghaus: „Die haben es aber so gesehen, dass unser Verhältnis gestört ist. Die Stavenhagener fühlen sich von Werdohl nicht richtig wahrgenommen.“

Von Volker Heyn

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