Offenes Atelier bei Annette Kögel

Überwältigende Fülle an Bildern in Werdohl

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Annette Kögel hatte Haus und Atelier für Gäste geöffnet.

Werdohl - Allein auf weiter Flur schlich eine Katze durch das Haus an der Neuenrader Straße, das die Künstlerin Annette Kögel am Wochenende wieder einmal für die Besucher öffnete: Ab und zu stehe ihr der Sinn nach etwas Gegenständlichem, erklärt sie die Entstehungsgeschichte der großen Katze. Und tatsächlich gibt es da ja auch die mit kleinen Menschlein überbevölkerten Stelen und die angedeuteten menschlichen Silhouetten in vielen ihrer Kompositionen.

Doch ebenso deutlich wurde auch bei dieser Atelier-Schau Kögels eigentliche Stärke: Die schlüssige Komposition nichtgegenständlicher Bilder mitsamt der dazugehörigen Definition der vorhandenen Farben und Formen. Immer wieder gerne sind es Kreise – eher durchbrochen als von durchgehend runder Harmonie. Die großen Wandflächen in der Villa bieten viel Raum zur Präsentation dieser Bilder. In diesem Jahr kam noch eine zuvor vermietete Wohnung im Obergeschoss dazu, deren vorübergehende Leere die Präsentation einer großen zusätzlichen Fülle an Bildern ermöglichte: Zumeist sprechen ihre Farben und Formen nicht nur innerhalb eines Rahmens miteinander. Mehrere Bilder nebeneinander zeigen immer wieder verschiedene Möglichkeiten zum Einsatz von Formen und Farben in farblich verwandten Kompositionen.

Die entstandenen Bilder mit ihren individuellen Lösungen scheinen sich gegenseitig zu necken und herauszufordern: „Ich bin das Schönste.“ Vielen dieser Bilder geben lebende Buchstaben den letzten Pfiff. Die Wurzel und der Urgrund menschlicher Kommunikation symbolisiere in ihren Werken eher misslingende Kommunikation zwischen Menschen, erklärt die Künstlerin. Die Buchstaben sind deshalb die Buchstaben – und nicht etwa Wörter, Sätze oder Texte. Da wo ein Sinn aus Versehen droht, greife sie ein, erklärt Kögel dem staunenden Besucher.

Die Goldschmiedemeisterin Dagmar Müller steuerte feinsinnige Kunstwerke bei.

Das tut der ästhetischen Präsenz der Zeichen natürlich keinen Abbruch: Sie bevölkern nicht nur die Gemälde, sondern auch in Windeseile rostig gewordene Kugeln und in handschriftlicher Form einen Block in einem steinfarbenen Turm aus Würfeln. Die dazugehörigen Entdeckungstouren machten am Wochenende vielen Besuchern Spaß, und wer mochte, konnte die ausgehängten Namens- und Preislisten den Bildern zuordnen.

Als Ergänzung zu einem ganzen Haus voller Kunst präsentierte Goldschmiedemeisterin Dagmar Müller aus Iserlohn ihre erheblich kleineren, aber ebenfalls sehr feinsinnigen Kunstwerke: Von Kleinskulpturen aus Klaviertasten bis zu menschlichen Silhouetten aus Edelstahl, die sich um einen Durchlass für einen Finger rundeten.

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